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FRANKFURT (awp international) ? Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch ins Minus gerutscht. Der Dax stand am Mittag 0,22 Prozent tiefer bei 6.261,79 Punkten. Händler sprachen von Zurückhaltung vor Konjunkturdaten aus den USA. Der Leitindex hatte sich in den vergangenen zwei Wochen gut entwickelt und steht fast sechs Prozent höher als Ende August. Der MDax gab zuletzt 0,06 Prozent auf 8.756,35 Punkte ab. Der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax verlor 0,07 Prozent bei 779,23 Punkten.
"Es ist sehr ruhig an der Börse und Anleger warten auf die Daten aus den USA am Nachmittag", sagte Heino Ruland von Ruland Research. Diese dürften aus Sicht des Marktanalysten im zuletzt aufwärtsgerichteten Trend eher positiv überraschen. Der Impuls durch die feste Börse in Japan werde am Markt unterdessen nicht unterstützend aufgenommen, sagte Ruland, da er aus der Intervention zugunsten des Yen resultiere und dies für die deutschen Exportwerte eher negativ sei. Japan stemmt sich gegen den rasanten Höhenflug seiner Währung und soll am Morgen direkte Dollar-Stützungskäufe getätigt haben.
INFINEON FAVORISIERT IM DAX, MERCK LEIDEN UNTER ABSTUFUNG
An der Indexspitze standen Infineon mit plus 1,67 Prozent auf 4,373 Euro. Exane senkte zwar das Ziel für die Aktien des Chipunternehmens, liegt aber mit 6,80 Euro weiter klar über dem aktuellen Kurs. Die Analysten bekräftigten zudem ihre Kaufempfehlung. Das verdränge einen negativen Kommentar von Merrill Lynch mit der Abstufung europäischer Technologiewerte auf "Neutral". Händler verwiesen auch auf die jüngst schwache Entwicklung der Infineon-Aktie, die sich nun stabilisiere. Deutsche Börse verteuerten sich als zweitbester Wert um 1,09 Prozent auf 50,87 Euro. Ein Händler führte dies auf die Pläne der Europäischen Union zurück, den ausserbörslichen Derivatehandel künftig stärker zu kontrollieren.
Am Dax-Ende standen dagegen Merck mit minus 1,57 Prozent auf 70,78 Euro. Händler verwiesen auf eine Abstufung durch Macquarie auf "Neutral", die das Papier belaste. Die Anteile an Fresenius Medical Care (FMC) verbilligten sich um 0,99 Prozent auf 43,850 Euro. Kepler-Analyst Florian Geiser verwies auf einen Bericht des US-Gesundheitsministeriums, dem zufolge die bundesstaatliche Krankenversicherung Medicare den Dialyseanbietern in Zukunft weniger für einige Behandlungen zahlen könnte.
PRAKTIKER NACH UMBAU IM VORSTAND SPITZE
Im MDax kletterten Praktiker-Titel nach einem Umbau im Vorstand mit plus 3,39 Prozent auf 7,098 Euro an die Spitze. "Neue Besen kehren gut", sagte Chefhändler Fidel Helmer vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser als Erklärung für die steigenden Kurse und verwies auf die ansonsten nachrichtenarme Lage am Markt, weshalb man sich auf die wenigen Nachrichten konzentriere. Lanxess-Aktien legten nach Aussagen zum Ausblick des Spezialchemiekonzerns 1,13 Prozent auf 40,295 Euro zu. Nach dem Ende des Umbaus und der Bewältigung der Krise setzt Lanxess voll auf Wachstum und will das operative Ergebnis bis 2015 um rund 80 Prozent steigern. Das Ergebnisziel für das laufende Jahr wurde bestätigt. Ein Börsianer wertet das Jahresziel positiv, die langfristigen Prognosen seien aber wegen fehlender Schätzungen schwer einzuordnen.
Die Papiere des MDax-Aufsteigers Axel Springer zählten dagegen mit minus 1,23 Prozent auf 95,27 Euro zu den Verlierern. Wie Springer-Finanzchef (CFO) Lothar Lanz der "Börsen-Zeitung" erklärte, hält der Medienkonzern an seinen Platzierungsplänen fest. "Wir haben fest vor, die Aktien noch in diesem Jahr zu platzieren", sagte Lanz. "Die Pläne sind zwar bekannt, dürften den Kurs allerdings nochmals belasten", sagte ein Börsianer. Mit der Platzierung steige der Streubesitz auf mehr als 40 Prozent./fat/tih

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