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AKTIEN FRANKFURT: Schwächer - Zahlen der US-Banken negativ aufgenommen

Dieser Inhalt wurde am 15. Oktober 2009 - 15:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat auf die Zahlen der US-Grossbanken Goldman Sachs und Citigroup mit Enttäuschung reagiert. Freundliche US-Konjunkturdaten bremsten die Abwärtsbewegung jedoch ab. Der Dax verlor bis zum Nachmittag 0,53 Prozent auf 5.823,04 Punkte, nachdem er zeitweise mit 5.869 Zählern noch den höchsten Stand seit Oktober 2008 erreicht hatte. Der MDax sank um 0,50 Prozent auf 7.592,09 Zähler und der TecDax sackte um 1,55 Prozent ab auf 777,76 Punkte. Auch diese Indizes hatten zwischenzeitlich neue Jahreshochs markiert.
"Die Reaktion auf die Zahlen der US-Banken zeigt, dass trotz vorhandener Liquidität und mangelnder Alternativen zur Aktienanlage mit extrem gestiegenen Erwartungen das Risiko von Enttäuschungen deutlich zugenommen hat", sagte Robert Halver, Marktstratege der Baader Bank. "Goldman hatte erstklassige Zahlen und auch die Citigroup zeigt ganz klare Verbesserungen. Der Markt ist aber mittlerweile sehr verwöhnt und orientiert sich teilweise an Erwartungen aus dem Reich der Fantasie." Konjunkturseitig gaben überraschend aufgehellte Geschäftsaussichten im Verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York sowie eine geringere Anzahl von Anträgen auf Arbeitslosenhilfe positive Impulse.
Metro-Papiere setzten sich nach einem positiven Analystenkommentar an die Dax-Spitze und legten um 1,89 Prozent zu auf 39,84 Euro. JPMorgan hob die Aktien des Einzelhandelskonzerns von "Neutral" auf "Overweight" und stockte das Kursziel von 38,50 auf 46,00 Euro auf. Bei Henkel wirkte laut Händlern eine Kaufempfehlung der Citigroup vom Vortag nach - die Anteile verteuerten sich um 1,68 Prozent auf 31,52 Euro. K+S sackten dagegen um 1,17 Prozent auf 38,75 Euro ab. Hier senkte Morgan Stanley das Votum für die Papiere des Düngemittelherstellers von "Equal-weight" auf "Underweight" und nahm das Kursziel von 40,00 auf 32,00 Euro zurück. Die Analysten begründeten ihre neue Einschätzung mit unvorteilhaften Kalipreisen für China.
Versorgertitel setzten ihre Schwäche vom Vortag fort. RWE verloren dabei mit minus 2,06 Prozent auf 60,94 Euro besonders deutlich. Umwelt- und Wirtschaftsexperten von Union und Liberalen haben sich nach FDP-Angaben zwar grundsätzlich über längere Laufzeiten für sichere Atomkraftwerke verständigt. Konkrete Angaben wie Jahreszahlen oder Ausgleichszahlungen der Atomkonzerne sollen im Koalitionsvertrag aber nicht genannt werden.
Bankentitel litten besonders unter den Zahlen der US-Banken. Anfänglich feste Commerzbank-Aktien büssten 0,35 Prozent ein auf 8,660 Euro. Die Bank hat die auf Vermögensverwaltung und Treuhandgeschäfte spezialisierten Sparten von Kleinwort Benson in Grossbritannien für 225 Millionen Pfund (rund 241 Mio Euro) an RHJ International verkauft. Händlern zufolge wurde dies erwartet, da die Trennung von verschiedenen Unternehmensteilen durch die Inanspruchnahme von Staatshilfe von der EU gefordert wurde. "Auch der Preis ist keine grosse Überraschung und dürfte in etwa im Rahmen der Schätzungen liegen", sagte ein Börsianer.
Nach gemischten Zahlen legten bereits am Vortag gefragte Südzucker um 1,20 Prozent zu auf 15,24 Euro. Europas grösster Zuckerproduzent konnte im zweiten Quartal bei nahezu stabilem Umsatz sein operatives Ergebnis nahezu verfünffachen, blieb damit allerdings unter den Erwartungen. Besser als am Markt prognostiziert fielen einem Händler zufolge indes Umsatz und Überschuss aus. Auch die Bestätigung der Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr sei positiv.
Gerresheimer stiegen nach dem Bericht zum dritten Quartal um 0,73 Prozent auf 22,13 Euro, nachdem sie zeitweise zu den schwächsten MDax-Titeln gezählt hatten./ag/la

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