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FRANKFURT (awp international) - Die Sorgen um eine drohende Nuklearkatastrophe in Japan haben den Dax am Montag weiter ins Minus gedrückt. Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex 1,41 Prozent tiefer bei 6.882,72 Punkten. Der MDax der mittelgrossen Werte verlor 1,25 Prozent auf 9.886,85 Punkte. Für den TecDax ging es hingegen dank fulminanter Kursgewinne für Aktien aus der Erneuerbare-Energien-Branche um 0,62 Prozent auf 874,79 Punkte nach oben.
Zuletzt hat sich die Nachrichtenlage zu den japanischen Kernkraftwerken wieder verschärft. Im Atomkraftwerk Fukushima Eins, zu dem die Nachrichtenagentur Jiji Press zwischenzeitlich optimistischere Aussagen der Betreiberfirma Tepco berichtet hatte, droht nach Angaben der Behörden eine Kernschmelze in drei Reaktoren. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge. Im Reaktorblock 2 ist nach früheren Angaben möglicherweise bereits ein Teil des radioaktiven Kerns geschmolzen.
Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank zeigte sich mit Blick auf die Börsenkurse dennoch zuversichtlich. "Die Japaner werden ihr Land schnell wieder aufbauen, auch um den Preis noch höherer Schulden", so der Experte. Die massiven Liquiditätsspritzen der japanischen Notenbank für die heimischen Märkte und mögliche weitere Massnahmen "sollten der Binnenkonjunktur auf die Sprünge helfen". Auch das weltweite fundamentale Wirtschaftsumfeld, das mittelfristig für weitere Kursgewinne an den Börsen sorgen sollte, bleibe intakt.
ENERGIEKONZERNE UND VERSICHERER WEGEN JAPAN UNTER DRUCK
Wegen der Katastrophe in Japan standen vor allem die Aktien der Energiekonzerne und der Versicherungsunternehmen im Fokus. Sie wurden am stärksten von den Nachrichten aus Japan belastet. Die Eon-Titel sackten am Dax-Ende um 5,11 Prozent auf 21,900 Euro ab. RWE verloren 4,55 Prozent auf 45,745 Euro. Händler verwiesen auf verschiedene Medienberichte, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke stoppen will. Das bringe noch mal zusätzlichen Verkaufsdruck in die Titel. Zuvor hatten schon die jüngsten Nachrichten zu den Kühlproblemen im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Eins deutlich belastet.
Im Versicherungssektor büssten Munich Re 3,27 Prozent auf 108,10 Euro ein und Allianz sackten um 1,89 Prozent auf 97,93 Euro ab. Im MDax mussten Hannover Rück Kursverluste von 3,01 Prozent auf 37,480 Euro hinnehmen. "Die Branche dürfte unter Druck bleiben, nachdem die verheerenden Ausmasse der Katastrophe erst nach und nach deutlich werden", sagte ein Börsianer. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister AIR Worldwide schätzt die versicherten Schäden, die durch das Erdbeben alleine an Gebäuden verursacht wurden, auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar.
NORDEX UND SOLARWERTE SCHIESSEN NACH OBEN
Mit teilweise zweistelligen Kursgewinnen profitierten indes im TecDax die Aktien aus dem Bereich Erneuerbare Energien von den Nachrichten aus Japan. Die Titel des Windkraftanlagenbauers Nordex schossen um 16,65 Prozent auf 6,782 Euro hoch. Noch deutlicher nach oben ging es für das Solarunternehmen Conergy . Auch Q-Cells und Solarworld gewannen kräftig. Robert Halver von der Baader Bank sah darin aber allenfalls eine sehr kurzfristige Entwicklung und keine Trendwende für die zuletzt angeschlagene Branche.
Die Aktien von ElringKlinger brachen als MDax-Schlusslicht um 10,63 Prozent auf 19,970 Euro ein, obwohl der Autozulieferer 2010 mit dem Rückenwind der anziehenden Autokonjunktur einen Rekordumsatz erzielt und das operative Ergebnis laut vorläufigen Zahlen überproportional gesteigert hatte. Händler nannten die Zahlen indes "etwas enttäuschend". Dagegen liess der Kauf des Spezialchemieunternehmens Lubrizol - das unter anderem Schmierstoffe produziert - durch das Unternehmenskonglomerat Berkshire Hathaway die Aktien von Fuchs Petrolub um 0,66 Prozent auf 97,81 Euro steigen./gl/ajx

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