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FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Dienstag angesichts anhaltender Sorgen über die politischen Unruhen in Nordafrika an seine Vortagsverluste angeknüpft. Gegen Mittag stand der deutsche Leitindex 0,48 Prozent tiefer bei 7.286,95 Punkten. Bereits am Montag war er deswegen um knapp anderthalb Prozent abgerutscht. Bei den anderen Indizes fielen die Abschläge an diesem Dienstag noch deutlicher aus: Der MDax der mittelgrossen Werte sank um 1,13 Prozent auf 10.221,90 Punkte und der TecDax verlor 1,14 Prozent auf 890,84 Punkte.
Dennoch optimistisch äusserte sich Analyst Manfred Hübner von Sentix: "Politische Börsen haben meist kurze Beine." Die jüngsten Stimmungsdaten zeigten, dass die Anleger eine Korrektur erwartet und auf Einstiegskurse gehofft hätten, da die wochenlange Aufwärtsbewegung an den Börsen viele auf dem falschen Fuss erwischt habe. Nun herrsche aber Unsicherheit, ob die Unruhen in Libyen nur zwischenzeitlich oder dauerhaft belasteten. Der Experte selbst glaubt an eine lediglich technische Korrektur, da die mittelfristigen Sentimentdaten für einen anhaltenden Optimismus sprächen.
Auf der Nachrichtenseite rückten Q-Cells, Kabel Deutschland und die Aareal Bank mit Zahlen aus der in Fahrt kommenden Berichtssaison in den Fokus. Am Nachmittag könnten zudem noch einige US-Daten Impulse geben.
Q-CELLS TROTZ SCHWARZER ZAHLEN SEHR SCHWACH
Gewinnmitnahmen drückten Q-Cells trotz guter Eckdaten mit 7,19 Prozent auf 3,071 Euro ins Minus, was den letzten Platz im TecDax bedeutete. Zwar erzielte der Solarkonzern dank des erfolgreichen Geschäftsumbaus 2010 wieder schwarze Zahlen und übertraf die Analystenprognosen. Allerdings monierten Börsianer einen nur verhaltenen Ausblick für das laufende Jahr. Zudem hat sich die Aktie, die 2010 mit einem Minus von bis zu 85 Prozent zu den grössten Verlierern am deutschen Aktienmarkt gezählt hatte, seit Jahresbeginn bereits um bis zu 40 Prozent erholt.
Der im MDax-notierte Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland verzeichnete dank starker Geschäfte mit dem Kombi-Produkt Internet/Telefon ein erwartungsgemäss solides drittes Quartal. Ein Händler monierte aber, der Nettogewinn sei hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Die bis vergangenen Freitag stark gelaufenen Aktien sanken um 1,69 Prozent auf 38,585 Euro. Die Zahlen der Aareal Bank fielen laut einem Händlerkommentar zum Teil etwas besser als erwartet aus, was den Papieren Gewinne von 4,35 Prozent auf 24,000 Euro bescherte. Der von mehreren Börsianern als "nur vage" eingeschätzte Ausblick hatte die Kursentwicklung lediglich kurzfristig belastet.
MAN DANK ÜBERNAHMEFANTASIE AN DAX-SPITZE
Übernahmefantasie liess die Aktien von Dax-Spitzenreiter MAN um 2,23 Prozent auf 88,33 Euro steigen. Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" steht die milliardenschwere Übernahme des Nutzfahrzeug- und Motorenherstellers im Auftrag der Anteilseigner um Volkswagen (VW) bevor. Demnach soll MAN unter dem Dach des schwedischen Konkurrenten Scania unterkommen. Dabei dürfte der Zeitung zufolge der durchschnittliche Aktienkurs der vergangenen drei Monate von derzeit rund 89 Euro zugrunde gelegt werden und könnte noch mit einem Aufschlag versehen werden. Die VW-Vorzüge rückten um 1,11 Prozent auf 118,65 Euro vor. Dagegen sackten die Anteilsscheine der Lufthansa wegen des gestiegenen Ölpreises und einem negativen Analystenkommentar um 2,39 Prozent auf 14,935 Euro ab.
Bei Morphosys sorgte eine millionenschwere Meilensteinzahlung aus einer Antikörper-Allianz mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis für gute Stimmung: Die Papiere des Biotechnologie-Unternehmens gewannen 1,45 Prozent auf 19,885 Euro. "Die heutige Nachricht ist ein weiterer Beweis dafür, dass Morphosys über ein grossartiges Geschäftsmodell verfügt", urteilte Analyst Martin Possienke von Equinet. Zudem rechnet er damit, dass das erste Geschäftsquartal des Unternehmens ein Rekordquartal werden wird. "Morphosys ist unseres Erachtens ein Muss im Portfolio", so der Experte./gl/rum

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