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FRANKFURT (awp international) - In einem feiertagsbedingt ruhigen Handel hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag an seine Vortagesverluste angeknüpft. Neben den zuletzt enttäuschenden US-Daten lastete laut Händler auch die neuerliche Abstufung Griechenlands auf dem Markt. Der Dax gab um 1,08 Prozent auf 7.139,41 Punkte nach. Der MDax der mittelgrossen Werte fiel um 1,12 Prozent auf 10.705,16 Punkte und auch für den TecDax ging es um 1,14 Prozent auf 902,70 Punkte abwärts.
Händler Andreas Lipkow von MBW Faitrade begründete die Marktschwäche vor allem mit der Ratingagentur Moody's, die die Bonität Griechenlands auf Ramschniveau abgestuft hat. "Angetrieben von diesem Schritt hat der Dax erst mal den Kopf eingezogen und sich bis an die 7.100 Punkte herangetastet." Schnäppchenjäger hätten im Mittagshandel dafür gesorgt, dass das Minus etwas eingedämmt wurde. "jetzt hängen wir erst einmal am Rockzipfel der US-Märkte. Wir werden in den kommenden Tagen durch fehlende Impulse kaum ein Eigenleben schaffen können und den US-Vorgaben hinterhertrotten."
COMMERZBANK EINZIGER DAX-GEWINNER
Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage am Feiertag Christi Himmelfahrt wie zu erwarten ruhig. Einziger Gewinner unter den 30 Dax-Einzelwerten waren die Aktien der Commerzbank, die sich um 1,78 Prozent auf 3,201 Euro verteuerten. Wie ein Händler erklärte, habe die hohe Nachfrage im zweiten Schritt der Kapitalerhöhung einige Marktteilnehmer überrascht. Vor allem jene, die auf weiter fallende Kurse gesetzt haben, seien hier "kalt erwischt worden".
Zu den grössten Verlierern zählten hingegen Autoaktien. Daimler-Titel gaben 1,79 Prozent auf 47,640 Euro ab, die Vorzüge von VW 1,41 Prozent auf 122,60 Euro und für die Anteilsscheine von BMW ging es um 0,28 Prozent auf 60,44 Euro abwärts. Jenseits der grossen Indizes fielen Porsche-Aktien um 0,61 Prozent auf 48,100 Euro. Ein Händler hatte zuvor die jüngsten US-Absatzzahlen gleichwohl als erneut solide bezeichnet. Daimler habe unter den deutschen Autobauern indes am schlechtesten abgeschnitten, hob ein weiterer hervor. Dass sich die BMW-Papiere besser als der Markt hielten, lag vor allem an einem positiven Analystenkommentar von Goldman Sachs.
VERSORGER SETZEN STABILISIERUNG FORT
Mit einem Abschlag von 0,85 Prozent auf 19,220 Euro hielten sich die Aktien von Eon etwas besser als der Gesamtmarkt. RWE fielen hingegen zuletzt deutlicher zurück. Sie hatten bei 40,00 Euro eine technische Unterstützungsmarke nach unten durchbrochen. In einer Studie zu den europäischen Versorgern hatte Analyst Per Lekander von der UBS hervorgehoben, dass die Schliessung von acht deutschen Atomkraftwerken sowie möglicherweise weiteren Meilern in Europa zu einer erhöhten Gasnachfrage führen sollte. Der Versorger, der davon am meisten profitiert, ist laut dem Analysten die deutsche Eon.
Die Fraport-Aktien im MDax notierten ex Dividende. Der Flughafenbetreiber hat 1,25 Euro je Anteil ausgeschüttet. Am Vortag waren die Papiere mit einem ausserordentlich hohen Handelsvolumen aufgefallen, was Börsianer auf "Dividendenstripping" zurückgeführt hatten. Dabei wird die steuerlich unterschiedliche Behandlung in- und ausländischer Aktionäre ausgenutzt. Zudem hätten alle verkauft, für die die Dividende aus steuerlichen Gründen ungünstig ist, sagte ein Händler.
Im TecDax dominierten Gewinnmitnahmen das Gesamtbild. Evotec fielen am Index-Ende um 2,21 Prozent auf 2,739 Euro. Am Vortag hatten die Papiere des Biotechnunternehmens nach einer angehobenen Umsatzprognose mehr als 6 Prozent dazugewonnen. Bei Dialog Semiconductor sprach ein Börsianer ebenfalls von anhaltenden Gewinnmitnahmen. Die Titel gaben 1,78 Prozent auf 12,955 Euro ab./rum/tih

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