Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Montag seinen jüngsten Höhenflug nicht fortsetzen können. Ein Sprung in die Gewinnzone am Vormittag nach freundlichen Daten zum deutschen Ifo-Geschäftsklima erwies sich als Strohfeuer. Dann rutschte der deutsche Leitindex, der sich am Freitag noch auf dem höchsten Stand seit Januar 2008 ins Wochenende verabschiedet hatte, wieder deutlich ins Minus und verlor zuletzt 0,62 Prozent auf 7.380,41 Punkte. Der MDax der mittelgrossen Werte gab um 0,70 Prozent auf 10.440,82 Punkte nach und der TecDax verlor 1,30 Prozent auf 905,11 Punkte.
Einige Marktteilnehmer verwiesen auf die Zuspitzung der politischen Lage in Libyen, wo ein Sohn von Staatschef Muammar al-Gaddafi vor einem Bürgerkrieg warnte. Die Unruhen trieben auch die Ölpreise sowie die Notierungen für Gold und Silber kräftig in die Höhe. "Die Aussagen von Gaddafis Sohn sind nicht gerade hilfreich für die Märkte, und die Anleger haben das Gefühl, sie müssten in sichere Werte flüchten", kommentierte Marktexperte David Buik von BGC Partners diese Entwicklung. Analyst Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG konstatierte ein "recht gutes Handelsvolumen" dafür, dass die New Yorker Börsen wegen eines Feiertags geschlossen bleiben. In Deutschland rückte Merck KGaA mit Zahlen in den Fokus.
MERCK KGAA PROFITIEREN VON POSITIVEM AUSBLICK
Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns gewannen an der Dax-Spitze 4,21 Prozent auf 65,34 Euro. "Der ordentliche Ausblick hilft den Aktien trotz der nur gemischt ausgefallenen Zahlen nach oben", sagte ein Händler. Dagegen habe die operative Entwicklung, insbesondere bei der Sparte Merck Serono, abermals enttäuscht. Ein weiterer Börsianer sprach ebenfalls von schwachen operativen Zahlen für das vierte Quartal, lobte aber den ermutigenden Ausblick. Ein anderer Händler hob das deutlich verbesserte Chartbild der Aktie als zusätzlichen Antrieb hervor. Bei 65,99 Euro hatte die Aktie den höchsten Stand seit Ende September markiert.
Kursgewinne von 2,11 Prozent auf 87,72 Euro bescherten den Anteilsscheinen von MAN den zweiten Platz im Dax. Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller gibt sich fast drei Wochen länger Zeit, um die Bilanz für das vergangene Jahr auszurechnen. Eine Begründung für die Verzögerung gab es zunächst nicht. Einem Händler zufolge war das Papier in einer ersten Reaktion nach oben gegangen, da einige Anleger offenbar auf Nachrichten zu möglichen Übernahmeplänen durch Volkswagen (VW) spekuliert hätten. Aus Kreisen verlautet aber, die Verschiebung könnte mit einer möglichen Einigung mit der ehemaligen Dienstleistungstochter Ferrostaal in Schmiergeldangelegenheiten zusammenhängen. Die Ferrostaal-Geschichte ist als Grund aus Händlersicht eher "neutral". Aber wenn sich eine Einigung abzeichne, sagte einer, könnte das wiederum den Weg für eine Übernahme durch VW über Scania ebnen.
DROHENDE KLAGEN BELASTEN PORSCHE
Ein Bericht über weitere Schadensersatzklagen belastete die Aktien von Porsche , die um 1,35 Prozent auf 66,380 Euro nachgaben. Dem Sportwagenbauer drohten im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme neue Klagen von 14 Investoren über insgesamt mehr als eine Milliarde Euro, zitierte die "Wirtschaftswoche" einen Rechtsanwalt. "Das ist leicht negativ, da diese Klagen die kommende Kapitalerhöhung gefährden könnten", kommentierte ein Börsianer. Dass Porsche laut Aussagen des Unternehmenschefs Matthias Müller in der Fachzeitschrift "Automotive News Europe" über eine Produktion in China und den USA nachdenkt, sollte dagegen keinen Kurseinfluss haben. Die im Dax notierten VW-Vorzüge büssten 0,54 Prozent auf 119,00 Euro ein.
Die Commerzbank-Titel rückten um 0,88 Prozent auf 6,204 Euro vor. Händler verwiesen darauf, dass die Bank nach einem "Focus"-Bericht einen möglichst grossen Teil ihrer milliardenschweren Staatshilfen bis zum Sommer zurückzahlen wolle. Diese Rückzahlungen sind laut Marktexperte Klaus Stabel von der ICF Kursmakler AG ein "grosses Thema" bei der Commerzbank, über das er sich spätestens am Mittwoch zur Vorlage der Jahreszahlen 2010 Aussagen erhofft. "Darüber hinaus wird interessant sein zu erfahren, was mit der Aktienbeteiligung des Bundes von 25 Prozent geplant ist. Möglicherweise kann die Commerzbank nach IFSR-Standard sogar mit relativ positiven Zahlen überraschen. Davon könnten auch weitergehende Kapitalmassnahmen abhängig sein." Die Anteilsscheine von K+S und Bayer gehörten indes wegen Gewinnmitnahmen im Zuge fallender Getreidepreise zu den Verlierern im deutschen Leitindex. Die Bayer-Papiere verbilligten sich um 1,64 Prozent auf 56,240 Euro, K+S sackten um 1,15 Prozent auf 56,770 Euro ab.
AIXTRON SEHR SCHWACH
Im TecDax büssten die Aixtron-Papiere 4,76 Prozent auf 29,190 Euro ein und setzten damit die vor dem Wochenende begonnene Talfahrt fort. Händler verwiesen auf den Konkurrenten Veeco , dessen Aktien am Freitag in den USA um bis zu sieben Prozent gefallen waren. Aixtron hatten ebenfalls bereits vor dem Wochenende deutliche Kursverluste von mehr als vier Prozent verzeichnet, nachdem die Citigroup die Bewertung der Aktie mit "Sell" und einem Kursziel von 20 Euro gestartet hatte./gl/ck
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???