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FRANKFURT (awp international) - Belastet von den Sorgen um die wirtschaftlichen Aussichten in den USA hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch wieder auf Talfahrt begeben. Auch die Unsicherheit bezüglich der griechischen Schuldenkrise lastete nach wie vor auf der Stimmung, hiess es am Markt. Der Dax fiel am Mittag um 1,09 Prozent auf 7.025,67 Punkte. Im Tagesverlauf war er zuvor erstmals seit Mitte April wieder kurzzeitig unter die Marke von 7.000 Punkten gefallen. Der MDax gab um 1,40 Prozent auf 10.506,44 Punkte nach und der TecDax verlor 1,16 Prozent auf 883,90 Punkte.
Kapitalmarktexperte Fidel Helmer vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser verwies auf Aussagen von Ben Bernanke vom Vorabend, die den Aktienmarkt belasteten. Der US-Notenbankchef hält angesichts des trüben Arbeitsmarkts und eines schlaffen Aufschwungs eine lockere Geldpolitik nach wie vor für nötig. Laut Händlern wurde es auch negativ ausgelegt, dass Bernanke dabei keine Hinweise auf weitere geldpolitische Massnahmen gegeben hat. Einen Dämpfer gab es am Mittag zudem aus Deutschland: Die Industrieproduktion war im April etwas stärker als erwartet gesunken. Analysten wollten dies jedoch nicht überbewerten.
VERSORGERAKTIEN GRÖSSTE DAX-GEWINNER
Die einzigen Gewinner im Dax waren am Mittwoch die Versorgeraktien. Ausgelöst von einer optimistischen Studie von Morgan Stanley knüpften sie an ihre am Vortag begonnene Erholungsbewegung an. Die Experten hoben das Votum für Eon um zwei Stufen an, was den Papieren mit einem Plus von 0,92 Prozent auf 19,175 Euro an die Dax-Spitze verhalf. Der Wert der Kraftwerke in Frankreich, Deutschland und den Beneluxstaaten ist laut Analyst Bobby Chada nach den jüngsten Kursverlusten nicht mehr eingepreist. Auch RWE-Titel stufte er hoch, worauf die Papiere 0,31 Prozent auf 38,82 Euro zulegten.
Die Aktien der Deutschen Börse lagen nach einer am Vorabend in Aussicht gestellten Sonderdividende mit 0,19 Prozent im Minus bei 53,40 Euro, gehörten damit aber zu den besseren Dax-Werten. Der Frankfurter Börsenbetreiber und der New Yorker Handelsplatz NYSE Euronext wollen ihren Aktionären den geplanten Zusammenschluss mit einer Sonderdividende von zwei Euro je Aktie versüssen. Ein Analyst wertete es zudem positiv, dass die Deutsche Börse gleichzeitig die Komplettübernahme der Terminbörse Eurex vermeldete.
NUR NOCH TRITON FÜR K+S-SPARTE COMPO IM RENNEN
Papiere des Düngemittelspezialisten K+S büssten unter den schwächeren Werten 2,22 Prozent auf 53,26 Euro ein. Bei dem geplanten Verkauf der Hausdüngersparte Compo ist Kreisen zufolge nur noch der Finanzinvestor Triton im Rennen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg soll sich der Kaufpreis auf rund 200 Millionen Euro belaufen. Damit läge der Preis nur am unteren Ende der Erwartungen, kommentierte ein Händler.
Im MDax ging es für die Titel von Kabel Deutschland kräftig um 4,90 Prozent auf 42,27 Euro abwärts. Vorgelegte Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr und der Ausblick waren laut Händlern keine Überraschung. Als belastend wurde aber der zuvor angekündigte Abschied des Finanzchefs Paul Thomason angesehen. Heidelberger Druckmaschinen fielen um 4,41 Prozent auf 2,666 Euro. Unternehmenschef Bernhard Schreier rechnet zwar nach der Krise mit einer langsamen Erholung. Das Ziel eines Umsatzes von drei Milliarden Euro werde aber sicherlich nicht im angelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 erreicht, so Schreier.
FRAPORT UND DEUTSCHE WOHNEN AUFGRUND VON STUDIEN GEFRAGT
Den Aktien von Fraport verhalfen dagegen zwei positive Analystenstudien von HSBC und der Citigroup nach oben. Sie kletterten um 0,65 Prozent auf 53,88 Euro. HSBC-Analyst Joe Thomas hob hervor, das der Flughafenbetreiber seine Kapazitäten erweitert habe und deshalb weiter wachsen dürfte. Die HSBC stufte zudem die Papiere von Deutsche Wohnen hoch, was die Papiere mit 0,88 Prozent ins Plus hievte. Die Immobiliengesellschaft ist laut Analyst Thomas Martin vielversprechend ins Jahr 2011 gestartet./tih/la

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