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FRANKFURT (awp international) - Anhaltende Unsicherheiten rauben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt weiter den Nerv. Die Unruhen in Libyen und ihre Folgen für den Ölpreis auf der einen und die europäische Schuldenkrise auf der anderen Seite hält Marktstratege David Buik von BGC Partners für einen "giftigen Cocktail". Den Dax drückte all das zeitweise auf den tiefsten Stand seit Anfang Januar, bevor der Leitindex seine Verluste bis zum Mittag auf minus 0,67 Prozent und 7.084,01 Punkte eindämmte. Der MDax sank um 0,82 Prozent auf 10.205,60 Punkte und der TecDax verlor 0,79 Prozent auf 887,80 Punkte.
Die US-Ratingagentur Moody's erinnerte mit der Abstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens an die Probleme in der Eurozone. Der Ausblick bleibt negativ, es droht also eine weitere Herabstufung. Auch das überraschende Handelsbilanzdefizit von China wertete ein anderer Marktstratege als Nackenschlag für die Zuversicht der Anleger, auch wenn der Zeitpunkt des chinesischen Neujahrsfestes die Daten etwas verzerrte. Für China ist es das erste Defizit seit März vergangenen Jahres und zudem das deutlichste seit Februar 2004.
K+S, LINDE, DEUTSCHE POST, MUNICH RE, VW und BMW IM DAX MIT ZAHLEN
Alleine im Dax legten mit K+S , Linde , der Deutschen Post , Munich Re sowie Volkswagen und BMW sechs Unternehmen ihre Zahlen vor. Dabei fielen Linde-Aktien mit plus 1,24 Prozent auf 114,05 Euro besonders positiv auf. Der Industriegase-Spezialist hatte das Jahr 2010 mit einem neuen Spitzenwert beim Gewinn und Umsatz abgeschlossen und nach dem vorherigen Stillstand für 2010 wieder eine Dividendenerhöhung angekündigt.
Auch Post-Anteile zeigten sich mit einem Aufschlag von 0,81 Prozent auf 13,040 Euro besser als der Markt. Die Logistik-Titel profitierten vor allem von der unerwartet hohen Dividende. Die Bilanz für 2010 selbst wurde trotz eines Rekordgewinns als "gemischt" bewertet.
Deutlich nach unten ging es mit minus 2,45 Prozent dagegen für die Papiere der Munich Re , die bei 115,50 Euro gehandelt wurden. Der weltgrösste Rückversicherer sieht sein Gewinnziel wegen der bereits aufgelaufenen Kosten für Naturkatastrophen in Gefahr. VW Vorzüge sanken um 2,36 Prozent auf 115,65 Euro, obwohl der Konzern nach dem besten Jahr der Unternehmensgeschichte 2010 in diesem Jahr erneut Rekorde bei Absatz, Umsatz und Gewinn erzielen will. Börsianer verwiesen auf Gewinnmitnahmen. Zudem beinhalteten die Zahlen nichts Unerwartetes.
NACH ZAHLEN WEITER GEFRAGT - GEA-AUSBLICK KOMMT NICHT BEI ALLEN GUT AN
Auch im MDax standen Unternehmen mit Geschäftsergebnissen im Fokus. Dabei ging es für die zuletzt vom Übernahmeinteresse von Daimler und Rolls-Royce bereits deutlich nach oben getriebenen Tognum-Aktien um weitere 1,53 Prozent gen Norden auf 25,280 Euro. Der heiss umworbene Dieselmotoren- und Energieanlagenspezialist ist nach dem Einbruch im Krisenjahr 2009 operativ wieder in Fahrt. Börsianer lobten die Zahlen.
Der Maschinenbau-Konzern Gea hat sich für das laufende Jahr mindestens fünf Prozent organisches Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz vorgenommen. Einige Analysten werteten den Ausblick jedoch als Enttäuschung. Entsprechend rutschten die Aktien um 0,89 Prozent auf 22,395 Euro ab.
Manz gehörten im TecDax mit minus 1,74 Prozent auf 44,66 Euro zu den schwächsten Werten. Der auf die LCD- und Solarindustrie spezialisierte Maschinenbauer hat es dank einer wieder erstarkten Nachfrage 2010 operativ wieder in die Gewinnzone geschafft. Allerdings gerade so, monierte ein Analyst, der mit einem deutlich höheren Ergebnis gerechnet hatte. Am 21. März müssen die Papiere zudem ihren Platz im Technologie-Auswahlindex räumen./ag/chs
--- Von Alexander Gibson, dpa-AFX ---

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