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FRANKFURT (awp international) - Am deutschen Aktienmarkt werden zum Wochenstart Verluste erwartet. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex notierte am Montagmorgen gegen 8.05 Uhr bei 7.184,08 Punkten und damit um 1,14 Prozent unter dem Xetra-Schlussstand vom Freitag. In der vergangenen Woche hatte der Dax insgesamt bereits 1,85 Prozent eingebüsst.
Dominierender Unsicherheitsfaktor bleibe die Schuldenkrise in Europa, sagte ein Börsianer. Mit Blick darauf beobachten die Anleger besonders gespannt die Diskussion über die Nachfolge an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) zweifelt indes die künftige Kreditwürdigkeit Italiens an. S&P hatte den Ausblick für die langfristige Beurteilung am Wochenende von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Zudem hatten schwache US-Konjunkturdaten zuletzt neue Fragezeichen hinter das Wachstum der US-Wirtschaft gesetzt. Negativ sind zum Auftakt der Woche auch die Vorgaben aus Übersee. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor seit dem Xetra-Schluss vom Freitag 0,79 Prozent. In Asien sackten die Kurse am Morgen noch weitaus deutlicher ab.
AIXTRON UND SIEMENS IM FOKUS
Die Aktien von Aixtron und Siemens sieht ein Börsianer am Montag durch einen Pressebericht gestützt. Der Samstagsausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge will die Bundesregierung die Photonik in den kommenden zehn Jahren mit einer Milliarde Euro unterstützen. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), will dies am heutigen Montag auf der Messe Laser World of Photonics bekanntgeben. "Dieser Betrag ist schon für die Legislaturperiode bis 2013 festgeschrieben und in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2015 vorgesehen", sagte er der FAZ. Die Photonikbranche hatte der Zeitung zufolge eigentlich auf eine höhere Unterstützung von 1,5 Milliarden Euro oder durchschnittlich 150 Millionen Euro im Jahr gehofft. Der Börsianer rechnet gleichwohl mit einer positiven Reaktion. Aktien von Siemens und Aixtron hielten sich vorbörslich bei Lang & Schwarz (L&S) besser als der Markt.
Commerzbank-Aktien rutschten indes vorbörslich bei L&S um 5,06 Prozent ab. Der zweite Teil der Mega-Kapitalerhöhung bei der staatlich gestützten Bank wird für Altaktionäre zum befürchtet schmerzhaften Einschnitt. Nach dem Kursrutsch der vergangenen Wochen gibt das teilverstaatlichte Institut die neuen Papiere zum Preis von 2,18 Euro je Stück auf den Markt, wie es am Sonntagabend mitgeteilt hatte. Damit liegt der Ausgabepreis rund 45 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag (3,95 Euro) - vor der Ankündigung der Kapitalerhöhung Anfang April hatte die Aktie noch mehr als fünf Euro gekostet.
'FTD'-BERICHT ZU BLOHM + VOSS BELASTET THYSSEN-TITEL
Sehr schwach zeigten sich vorbörslich auch die Aktien von ThyssenKrupp . Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) zum geplanten Verkauf der Werft Blohm + Voss an die arabische Schiffbaugruppe Abu Dhabi Mar. Das Blatt berichtet mit Verweis auf informierte Kreise, dass es Probleme mit der Finanzierung gibt, die das Geschäft noch scheitern lassen könnten. Zwischen Vertretern des Staatsfonds und Abu-Dhabi-Mar-Geschäftsführer Iskandar Safa herrschten unterschiedliche Auffassungen über die Einhaltung von Verträgen, hiess es. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.
Die Aktien von Gagfah setzten ihre jüngste Talfahrt zum Wochenauftakt vorbörslich fort und gaben um weitere 0,28 Prozent nach. Laut Händlern bleiben die Papiere wegen der ausgesetzten Quartalsdividende im Blick. Nachdem das Immobilienunternehmen am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben hatte, dass die Aktionäre keine Dividende für das erste Quartal erhalten sollen, stehe Gagfah nun vor der Streichung aus dem "Dow Jones Germany Select Dividend 20 Index". Die Änderung wird nach Angaben eines Händlers am 25. Mai vor dem Handelsstart erfolgen.
Solarwerte rücken Börsianern zufolge nach einer Studie der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in den Fokus. Demnach sind die Aussichten für Deutschlands Solarindustrie alles andere als sonnig. Bei Lang & Schwarz waren die Aktien von Solarworld mit minus 1,73 Prozent vorbörslich grösster Verlierer im TecDax./chs/ag

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