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AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Dax vorbörslich über 6.000 Punkten - Ruhiger Handel

Dieser Inhalt wurde am 28. Dezember 2009 - 08:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Nach den Weihnachtsfeiertagen dürfte der Dax am Montag einen weiteren Anlauf auf die viel beachtete Marke von 6.000 Punkten nehmen. Gute Vorgaben von den Übersee-Börsen trieben den X-Dax als ausserbörslichen Indikator für die Dax-Entwicklung im Xetra-Handel bis kurz nach 8.00 Uhr bereits über diese Schwelle auf 6.013 Punkte. Damit lag er um 0,93 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Mittwoch, als der Leitindex zeitweise mit 5.988 Punkten den höchsten Stand seit September 2008 markiert hatte.
Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) legte seit Xetra-Schluss zur Mitte der verkürzten Handelswoche vor Weihnachten um 0,70 Prozent zu. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index am Morgen auf dem höchsten Stand seit vier Monaten. Auch die bevorstehende Handelswoche ist angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels verkürzt. Börsianer rechnen daher erneut mit einem ruhigen Verlauf, zumal mit dem US-Verbrauchervertrauen am Dienstag und dem US-Einkaufsmanagerindex am Mittwoch nur zwei marktbewegende Termine auf der Agenda stehen. Viele Marktteilnehmer haben ohnehin bereits ihre Bücher geschlossen, so dass auch die Umsätze weiter ausdünnen dürften. Der "Bank Holiday" in London lässt zum Wochenauftakt weitere Aufträge wegfallen.
Die Nachrichtenlage ist sehr dünn. In den Fokus der Anleger dürften nach dem versuchten Terroranschlag in den USA insbesondere Luftfahrtaktien wie die der Deutschen Lufthansa und Fraport geraten. Wie von Händlern erwartet tendierten sie vorbörslich schwächer als der Gesamtmarkt. In den USA konnte am ersten Weihnachtsfeiertag ein Terroranschlag auf eine US-Passagiermaschine verhindert werden. Das dürfte Luftfahrtaktien nach Ansicht des Börsianers belasten.
Aktien der Merck KGaA sollten nach einem Presseinterview im Auge behalten werden. Demnach prüft der Pharma- und Chemiekonzern derzeit Akquisitionen für das Kerngeschäft. "Ich kann mir Zukäufe in beiden Bereichen ? in Pharma und in der Chemie ? im Prinzip gut vorstellen", sagte Karl-Ludwig Kley, der Chef des Merck-Konzerns, der "Süddeutschen Zeitung". "Wir könnten das auch finanzieren, grössere und kleinere Akquisitionen", sagte Kley weiter und fügte an: "Aber es muss auch wirklich passen." Vor zwei Jahren hatte der Dax-Konzern Merck die schweizerische Pharmafirma Serono für mehrere Milliarden Euro übernommen, nachdem der Kauf des Berliner Pharmakonzerns Schering gescheitert war. Ein Börsianer sah darin eine Bestätigung früherer Aussagen. Es scheine aber nichts unmittelbar bevorzustehen.
Vorbörslich besonders fest tendierten Anteilsscheine von Stada . Händler verwiesen auf die US-Gesundheitsreform, die der Senat am Heiligabend mit klarer Mehrheit verabschiedet hatte. Bislang hätten Stada-Aktien recht vernünftig auf jegliche Nachrichten reagiert. Dabei hob der Börsianer hervor, dass mit der Reform möglicherweise auch ausländische Unternehmen Generika in den USA verkaufen dürfen.
MAN könnten Aussagen des Vorstandschefs des schwedischen Lkw- Herstellers Scania , Leif Östling, bewegen. Er sieht kaum Möglichkeiten, bei einer Allianz mit dem Münchner Konkurrenten kurzfristig Milliarden einzusparen. "Bei einer Fusion von MAN und Scania ist es derzeit unrealistisch, Synergien von einer Milliarde Euro oder gar nur 500 Millionen Euro zu erreichen", sagte Östling der "Welt am Sonntag". Einem Händler zufolge klingen die Aussagen des Scania-Chefs sehr viel vorsichtiger als die Schätzungen einiger Analysten, die ein hohes Synergiepotenzial sähen. Dennoch dürfte die Meldung seiner Meinung nach den MAN-Kurs nicht stark bewegen.
Auch Papiere der Deutschen Bank sollten beobachtet werden. Ein Börsianer verwies auf einen Bericht der "New York Times", wonach in den USA Ermittlungen gegen Investmentbanken im Zusammenhang mit Hypothekenpapieren eingeleitet worden seien. Der Vorwurf laute, dass die Finanzinstitute, darunter auch die Deutsche Bank, diese Papiere verkauft und dann selbst auf deren Wertverfall gesetzt hätten. Eine unmittelbare Belastung erwartet der Händler zwar nicht. Es könnten jedoch irgendwann hohe Strafen folgen. Auch aus der Übernahme von Teilen der verstaatlichten ABN Amro erwartet er keine Kursimpulse./ag/la

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