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FRANKFURT (awp international) - Gute Vorgaben dürften dem deutschen Aktienmarkt zum Handelsstart am Montag Gewinne bescheren. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex notierte gegen 8.05 Uhr bei 6.173 Punkten und damit 0,63 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Freitag. In der Vorwoche hatte der Leitindex rund drei Prozent zugelegt.
Händler rechnen mit einem sehr ruhigen Wochenstart, da kaum etwas auf der Agenda stehe und zudem auch noch die Börse in New York wegen eines Feiertags geschlossen bleibt. Die Impulse aus Übersee seien aber positiv und das sollte weitere Kursgewinne bringen. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann seit Xetra-Schluss am Freitag 0,79 Prozent. Die Börsen in Asien notierten im Plus.
VERSORGER IM BLICK - DURCHBRUCH IM ATOMSTREIT
Unter den Einzelwerten dürften die Versorger RWE und Eon in den Blick der Marktteilnehmer rücken. Nach monatelangem Atom-Poker haben sich die Spitzen von Union und FDP am Sonntag auf längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt. Die umstrittene neue Atomsteuer wird auf sechs Jahre befristet und bis einschliesslich 2016 erhoben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Sowohl die längeren Laufzeiten als auch die Befristung der neuen Steuer dürften sich positiv auf die Papiere der deutschen Versorger auswirken, sagte ein Börsianer. Nun sei die Frage, ob die Laufzeitverlängerung auch von dem Bundesrat genehmigt werde, in dem die schwarz-gelbe Koalition keine Mehrheit hat. Im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz notierten die Versorgeraktien bereits im Plus.
Für Gesprächsstoff könnten darüber hinaus auch Medienberichte sorgen. So wollen führende Stahlhersteller laut "Handelsblatt" abermals die Stahlpreise anheben. ArcelorMittal plane eine Preisanhebung für das wichtige Vorprodukt Warmbreitband von fünf Prozent auf rund 620 Euro je Tonne, schrieb die Zeitung unter Berufung auf einen Manager des Stahlkonzerns. Auch die kleineren deutschen Konkurrenten würden dem Beispiel folgen, heisse es in Unternehmenskreisen. Die Stahlhersteller begründeten die neuerliche Preiserhöhung mit der starken Verteuerung der Rohstoffpreise. Ein Händler sieht das als leicht positiven Impuls für Stahlaktien wie ThyssenKrupp sowie Salzgitter und rechnet vor allem bei Klöckner & Co (KlöCo) als Stahlhändler mit einer positiven Kursreaktion.
Ferner sagte Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow der "Börsen-Zeitung", dass die Fluggesellschaft operativ auf Kurs sei. Zudem stellte der Manager den Aktionären wieder eine Dividende in Aussicht. Eine Kapitalerhöhung plant die Airline laut Gemkow auch nicht. Nach Ansicht eines Händlers waren dies keine unerwarteten Informationen, so dass er nicht mit einer deutlichen Kursreaktion rechne. Die Einzelhandelsbranche rechnet indes mit einer Trendwende zum Positiven. Der Handelsverband Deutschland (HDE) setze auf einen Konsumanstieg in diesem Jahr: "Wir verzeichnen gute Signale für den Konsum", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der "WirtschaftWoche". Einzelhandelswerte wie Metro könnten davon profitieren, meinten Börsianer.
AXEL SPRINGER AB DEM 20. SEPTEMBER IM MDAX
Ansonsten stehen einige Aktien wegen anstehender Indexveränderungen im Blick. So steigen die Titel des Medienkonzerns Axel Springer in den MDax auf. Dafür fallen die Aktien des Baumaschinenkonzerns Bauer aus dem Index der mittelgrossen Werte heraus, wie die Deutsche Börse am Freitag nach Börsenschluss mitteilte. Auch im TecDax kommt es zu Veränderungen: Dort ersetzen die Papiere des Optik-Spezialisten Adva Optical Networking die Titel des Biotech-Unternehmens MediGene . Im SDax der kleinen Werte wird Bauer die Aktien des Unterhaltungselektronik-Herstellers Loewe AG ersetzen. Ausserdem wird Börsenneuling Ströer , ein Anbieter für Aussenwerbung, in den SDax aufgenommen. Umgesetzt werden diese wie von Experten erwartet ausgefallenen Änderungen dann am 20. September (Montag). Grosse Kursbewegungen dürften die angekündigten Indexveränderungen nicht auslösen, meinten Börsianer./la/rum

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