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AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Leichte Kursgewinne erwartet

Dieser Inhalt wurde am 19. Oktober 2009 - 08:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Montag mit leichten Gewinnen in den Handel starten. Auftrieb kommt vor allem aus den USA, wo die Börsen am Freitag zwar mit Verlusten geschlossen, sich aber bis Handelsschluss von ihren Tiefs erholt hatten. Der X-Dax, der auf Basis des Dax-Futures den ausserbörslichen Stand des deutschen Leitindex Dax zeigt, lag am Morgen gegen 8.05 Uhr bei 5.766,20 Punkten, was ein Plus von 0,40 Prozent im Vergleich zum Dax-Freitagsschluss bedeutet. Mit minus 1,50 Prozent war der Leitindex in das Wochenende gegangen, nachdem er am Freitagmorgen noch bei 5.885 Zählern einen neuen Jahreshöchststand markiert hatte.
"Die Berichtssaison nimmt in Europa erst in den kommenden Tagen an Fahrt auf, daher dürften wir zunächst einen ruhigeren Start in die Woche sehen", sagte ein Börsianer. An den US-Börsen hatte sich zum Wochenschluss nach mehreren enttäuschenden Quartalsberichten zwar wieder etwas Ernüchterung breit gemacht, die Verlauftiefs wurden aber bis Handelsschluss wieder verlassen und der Future auf den US-Leitindex Dow Jones gewann seit dem europäischen Handelsschluss 0,24 Prozent hinzu. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index an diesem Morgen mit leichten Verlusten von 0,2 Prozent.
Vor allem Presseberichte dürften einige Einzelwerte am deutschen Aktienmarkt bewegen. So könnten Aussagen über eine Intensivierung des Sparprogramms bei Daimler den Aktien des Autobauers Auftrieb geben. Die Stuttgarter wollen angesichts der Milliardenverluste im ersten Halbjahr das laufende Sparprogramm noch verschärfen. Die angestrebten Einsparungen von vier Milliarden Euro würden deutlich überschritten, wiederholte Daimler-Chef Dieter Zetsche in einem Gespräch mit dem Magazin "Wirtschaftswoche" frühere Aussagen. Allerdings konkretisierte er diese nun: "Die Überschreitung liegt im zweistelligen Prozentbereich."
Die Aktien der Deutschen Börse könnten von erneuten Fusionsspekulationen im Sektor profitieren. Die US-Derivatebörse CME hat einem Pressebericht zufolge ihre Fühler nach der weltgrössten Optionsbörse CBOE ausgestreckt. Es würden nicht bindende Übernahmegespräche geführt, in denen die CBOE mit etwa fünf Milliarden US-Dollar bewertet würde, berichtet die Zeitung "Crain's Chicago Business" (Montag). "Fusionsgespräche im Börsensektor haben bislang nie gegen die Aktien der Deutschen Börse gearbeitet", sagte ein Händler und rechnet mit einem Kursanstieg der Aktie an diesem Tag.
Nur geringen, aber wenn, dann negativen Einfluss, dürften laut einem Händler aktuelle Aussagen über einen Stellenbau beim Stahl- und Industriekonzern ThyssenKrupp haben. Der von der Wirtschaftskrise hart getroffene Konzern will laut Vorstandschef Ekkehard Schulz im neuen Geschäftsjahr (30. September) die Belegschaft "nochmals um 15.000 bis 20.000 Menschen" reduzieren, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstag) zitiert. Eine Erholung der Stahlindustrie dürfte bis 2013 oder 2014 dauern, hiess es weiter. Diese Aussagen seien aber "nicht wirklich neu". Es seien nur "ein paar mehr Details genannt" worden, eine echte Überraschung hingegen gebe es nicht, "auch wenn die Kommentare zu den Aussichten der Stahlindustrie nicht gerade bullish sind." Sollte die Aktie nachgeben und die Unterstützung bei 25,00 Euro fallen, rät der Händler zum Verkauf des Papiers, "denn es ist immerhin kräftig gestiegen in den vergangenen zwei Wochen".
Die Bau- und Baumaschinen-Gruppe Bauer erwartet auch für das kommende Jahr sinkende Umsätze aufgrund der schwachen Baukonjunktur und rechnet erst 2011 wieder mit Wachstum. Vorstandschef Thomas Bauer sagte der "Wirtschaftswoche", die Talsohle werde das Unternehmen "Ende des kommenden Jahres" erreichen. "Wir erwarten ab 2011 wieder Wachstum. In anderen Branchen mag es schneller gehen, aber bei unseren Baumaschinen ging es erst im zweiten Jahresviertel richtig runter mit den Auslieferungen, deswegen wird auch die Erholung noch auf sich warten lassen." Ein Börsianer sieht in diesen Aussagen ein leichten Stimmungsdämpfer für die Aktien.
In den Blick rückten dürften auch die Titel von United Internet und Drillisch . Der Internetdienstleister United Internet hat alle seine direkt an der Drillisch AG gehaltenen 5,15 Millionen Aktien ausserbörslich für 21,37 Millionen Euro verkauft, wie United Internet am Freitagabend mitteilte. Im Durchschnitt entspricht dies einem Preis je Drillisch-Aktie von 4,15 Euro. Ein Börsianer sieht vor allem den ausserordentlichen Ertrag als Kursstütze für United Internet. Der Konzern rechnet im vierten Quartal mit einem positiven Beitrag von rund 12,4 Millionen Euro. Mit Blick auf Drillisch wiederum dürften Spekulationen aufkommen, dass ein Investor Aktien einsammelt.
Im SDax könnten die Anteilsscheine von Air Berlin zu den Gewinnern zählen. Trotz rückläufiger Passagierzahlen und eines erbitterten Preiskampfes in der Branche will das Unternehmen die Flugtickets verteuern. "Wir müssen unsere Preise erhöhen und die Kapazitäten noch besser auslasten", sagte Joachim Hunold, Chef von Deutschlands zweitgrösster Fluggesellschaft, der "Financial Times Deutschland". Laut einem Börsianer könnte diese Aussage die Papiere von Air Berlin im frühen Handel stützten. Es sei aber fraglich, ob eine Preiserhöhung die richtige Strategie sei, wenn die Kapazitätsauslastung in der Branche zurückgeht, merkte er an./ck/tw

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