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FRANKFURT (awp international) - Belastet von einer schwachen Schlusstendenz der Wall Street am Vorabend wird der deutsche Aktienmarkt am Dienstag mit leichten Auftaktverlusten erwartet. Der deutsche Leitindex dürfte die psychologisch und charttechnisch wichtige 6.000-Punkte-Marke auf den Prüfstand stellen. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator stand um 8.05 Uhr bei 5.984 Punkten um 0,45 Prozent unter dem Xetra-Dax-Schluss vom Vortag.
Die negative Vorgabe durch die Schwäche des Nikkei in Japan - der mit einem Minus von 21 Prozent vom Hoch in einen Bärenmarkt gefallen sei - und auch der negative Schluss an den US-Börsen dürften den Dax zunächst unter 6.000 Punkte drücken, sagte ein Händler. Der Future auf den weltweiten Leitindex Dow Jones Industrial verlor seit dem Xetra-Vortagesschluss 0,60 Prozent. Im Fokus stünden indes vor allem frische Konjunkturdaten. Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal stark in Schwung gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich dem Statistische Bundesamt zufolge im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent erhöht und erreichte damit das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung. Von dpa-AFX befragte Experten hatten dies aber erwartet.
NACHRICHTENLAGE ETWAS BELEBT
Auch auf der Unternehmensseite hat sich die Nachrichtenlage unterdessen etwas belebt: Kabel Deutschland hat am Morgen seine Bilanz für das erste Quartal vorgelegt. Einer ersten Händlereinschätzung zufolge konnte der Kabelnetzbetreiber dabei vor allem mit seinem Ausblick gepunktet - die Aktien gewannen vorbörslich bei Lang & Schwarz 0,44 Prozent. Mit Blick auf den operativen Gewinn wurde Konzernchef Adrian von Hammerstein optimistischer: Der operative Gewinn werde nun 2010/11 am oberen Rand der zuvor ausgegeben Spanne von 715 bis 725 Millionen Euro erwartet. Die Quartalszahlen selbst hätten indes im Rahmen der Erwartungen gelegen, fügte der Börsianer hinzu.
Im Dax spiele unterdessen auch das Übernahmethema weiter eine Rolle, nachdem Berichten um Übernahmepläne in dem Sektor Deutsche Börse rücken am Dienstag in den Fokus rücken. Ein potenzieller Bieter habe sich der alternativen Handelsplattform Chi-X genähert und könnte ein Angebot vorlegen, berichtet die "Financial Times". Chi-X ist der Zeitung zufolge in den vergangenen anderthalb Jahren immer mal wieder zum Verkauf gestellt worden. Nasdaq OMX sowie die Deutsche Börse seien als potenzielle Interessenten genannt worden. Die Unternehmen hätten den Bericht am Vorabend nicht kommentiert. Ein Börsianer sagte optimistisch: "Konsolidierungsfantasie hat der Aktie der Deutschen Börse noch nie geschadet." Die Aktie reagierte vorbörslich kaum.
MERCK UND DRILLISCH AUCH IM BLICK
Die Aktien der Merck KGaA stehen mit einem Studienergebnis zum Pfizer-Medikament Sunitinib im Fokus. Der Wirkstoff hat in einer Phase-III-Studie für die Indikation Lungenkrebs zwar signifikante Verbesserungen gezeigt, den primären Endpunkt aber verfehlt. Ein Börsianer sagte: "Das Medikament steht im Wettbewerb zu Erbitux von Merck. Dadurch, dass es aber in den USA zugelassen werden soll und Merck die Erbitux-Rechte nur ex USA haben, gibt es keinen direkten Bezug." Moderat positiv wertete er unterdessen eine erneute Ablehnung von Avastin von Roche in Grossbritannien, die von der Gesundheitsbehörde NICE erneuert worden sei. Avastin konkurriere ebenfalls mit Erbitux.
Im TecDax könnten Aktien des Mobilfunkers Drillisch bewegt werden. Händler verwiesen auf ein Interview der "Börsen-Zeitung" mit dem Freenet-Chef Christoph Vilanek. Darin erklärte der Konzernlenker, er wolle die Verschuldung von zuletzt 700 Millionen Euro weiter zurückfahren und rüste nicht für den nächsten Zukauf. Er verpasste damit immer wieder aufkeimenden Spekulationen um einen Zusammenschluss mit dem Wettbewerber Drillisch einen Dämpfer. Mit Drillisch seien die "Synergien überschaubar". Laut Börsianern dürften die Aussagen die Freenet-Papiere kaum berühren, Drillisch könnten hingegen etwas unter den Kommentaren leiden./fat/

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