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FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt wird am Freitag mit Auftaktverlusten erwartet. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator stand um 8.05 Uhr bei 5.895 Punkten und damit um 0,30 Prozent unter dem Xetra-Dax-Schluss vom Vortag. Der Leitindex hatte sich zuletzt bereits in rauem Fahrwasser bewegt und um die Marke von 5.900 Punkten gekämpft.
Vor allem die Wall Street belaste einmal mehr die Stimmung, sagte ein Händler. Dort hatten sich die führenden Indizes nicht nachhaltig von ihren Tagestiefs absetzen können und waren in den letzten Minuten nochmal abgerutscht. Der Dow Jones (DJIA) schloss erstmals seit Anfang Juli wieder unter der 10.000-Punkte-Marke. So verlor der Future auf den US-Leitindex seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,35 Prozent. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index indes mit 0,95 Prozent im Plus. Im Fokus stehen laut Marktanalyst Ben Potter von IG Markets Konjunkturdaten aus den USA wie das BIP. Zudem dürften Marktteilnehmer gebannt auf eine Rede von Fed-Chef Ben Bernanke lauern, ob diese Aufschluss über die wirtschaftliche Lage der USA gibt.
COMMERZBANK UND INFINEON WEITER IM BLICK
Aktien der Commerzbank rutschten nach einem Bericht des "Handelsblatts" bei Lang & Schwarz um rund ein Prozent ab. Der Zeitung zufolge könnte die teilverstaatlichte Bank bald neue Aktien ausgeben. Der Vorstandschef Martin Blessing wolle fünf Milliarden Euro einnehmen, es könnten aber auch mehr sein, wenn der Markt es hergebe, hiess es. Ein Commerzbank-Sprecher verwies am Morgen aber auf Aussagen des Finanzvorstands Eric Strutz, wonach es keine konkreten Pläne für Kapitalmassnahmen gibt. Allerdings verwiesen Händler auf Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble, er wolle sich möglichst bald von den Commerzbank-Anteilen trennen. Heino Ruland, Marktanalyst von Ruland Research, sagte: "Da die Bank selbst eine Marktkapitalisierung von nur 7,56 Milliarden Euro hat, klingen mindestens fünf Milliarden Euro viel zu ehrgeizig. Ohnehin gilt die Bank derzeit nicht als attraktiv."
Infineon bleiben ebenfalls im Fokus der Börsianer. Die Aktien des Halbleiterkonzerns schnellten bereits am Vorabend mit plus 5,22 Prozent an die Dax-Spitze, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg kurz vor Handelsschluss unter Berufung auf Verhandlungskreise von einem unmittelbar bevorstehenden Verkauf der Handysparte an den Chiphersteller Intel berichtet hatte. Eine Übereinkunft könne noch in dieser Woche zustande kommen. Börsianer warten nun auf den Preis der Transaktion. Der deutsche Chiphersteller verlange 1,5 Milliarden Euro für seine Sparte Wireless Solutions, die unter anderem Prozessoren für Apples "iPhone" produzieren soll. Ein Infineon-Sprecher wollte die Spekulationen am Vorabend nicht kommentieren. "Es wird mit grosser Intensität verhandelt", erfuhr die dpa aus Firmenkreisen.
UNITED INTERNET MIT ZAHLEN
Aktien von United Internet haben vorbörslich mit moderaten Gewinnen auf die Vorlage der Halbjahreszahlen des Internetdienstleisters reagiert. Die Bilanz ist laut Händlern "weitgehend im Rahmen der Analystenerwartungen" ausgefallen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) habe allerdings etwas enttäuscht, was die Papiere belasten könnte, sagte ein Börsianer am Morgen. Analysten dürften aber zunächst auf eine Erklärung für das EPS warten. Vermutlich habe der Konzern etwas mehr in sein DSL-Netz und neue Geschäftsfelder investiert, hiess es, was nicht negativ zu werten wäre. Die Gesamtjahresziele seien bestätigt worden. Insgesamt sehen Händler keine starken Kursimpulse zum Handelsstart./fat/chs

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