Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

FRANKFURT (awp international) - Gute Quartalsberichte haben den Dax am Donnerstag zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Januar 2008 getrieben. Allerdings schaffte er es nicht, sich klar nach oben abzusetzen. Von US-Konjunkturdaten kamen am Nachmittag keine positiven Impulse, so dass der deutsche Leitindex zuletzt ein Plus von 0,43 Prozent auf 7.437,15 Punkte verzeichnete. Damit blieb er unter seinem Hoch von 7.464,58 Punkten, das er zuvor im Tagesverlauf markiert hatte. Positiver sah es beim MDax der mittelgrossen Werte aus, der um 0,18 Prozent auf 10.703,79 Punkte vorrückte und sich damit so stark präsentierte wie seit August 2007 nicht mehr. Der TecDax stand kaum verändert mit plus 0,01 Prozent bei 921,79 Punkte.
In Deutschland bestimmte - ähnlich wie in Europa insgesamt sowie in den USA - eine Flut von Quartalsbilanzen das Bild: Mit allein fünf Unternehmen aus dem Dax nahm die hiesige Berichtssaison ordentlich Fahrt auf. "Die Berichtssaison verläuft sehr solide und auch die Konjunkturdaten fallen derzeit eher positiv aus", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Die grösste Stütze für die Aktienmärkte sei aber die unverändert üppige Liquidität, nachdem die US-Notenbank Fed am Vorabend ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert und eine Fortsetzung ihrer expansiven Geldpolitik signalisiert hatte. "Es gibt zwar weiter Probleme wie die anhaltende Schuldenkrise im Euroraum und die politische Entwicklung in Libyen, aber die werden derzeit ausgeblendet und von der hohen Liquidität geradezu zugeschüttet", so der Experte. Auch die Bewertungen seien derzeit kein Problem.
DEUTSCHE BANK ÜBERTRIFFT ERWARTUNGEN
Die Deutsche Bank ist zum Jahresauftakt auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen einen grossen Schritt vorangekommen. Dies honorierten die Anleger: Mit einem Plus von 4,09 Prozent auf 43,510 Euro sprangen die Titel des deutsche Branchenprimus an die Dax-Spitze. Die Gewinne des Instituts im ersten Quartal übertrafen alle Erwartungen und stellten auch die Ergebnisse von grossen Teilen der internationalen Konkurrenz in den Schatten. Ein Marktteilnehmer zielte vor allem auf das Privatkundengeschäft ab, das dank der Postbank-Übernahme positiv überrascht habe. Dagegen reagierten die Aktien der Deutschen Börse kaum auf gute Quartalszahlen und notierten zuletzt 0,22 Prozent höher bei 55,40 Euro. Händler sahen die Geschäftsentwicklung schon weitgehend eingepreist. Zudem richteten die Blicke der Anleger sich mehr auf Nachrichten zur angestrebten Fusion mit der Konkurrentin NYSE Euronext, hiess es.
Auch Bayer konnte mit guten Nachrichten aufwarten, welche für Kursgewinne von 1,06 Prozent auf 58,150 Euro sorgten. Der Pharma- und Chemiekonzern hatte nach einem überraschend robusten ersten Quartal die Prognosen für 2011 erhöht. Das Unternehmen profitierte vom anhaltenden Chemie-Boom und einem kräftig anziehenden Agrochemiegeschäft. Von Händlern hiess es, der Nettogewinn sei zwar schwächer als erwartet ausgefallen, doch der höhere Ausblick dominiere die Kursentwicklung. Beim Bayer-Konkurrenten Merck KGaA liess die Zahlenvorlage die Aktien um 2,74 Prozent auf 70,99 Euro steigen. Die Darmstädter verbuchten dank der Milliardenübernahme des Laborausrüsters Millipore und des anhaltenden Chemiebooms einen kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg. Ein Händler sprach von einem "soliden Jahresstart".
SAP MIT INSGESAMT ENTTÄUSCHENDEN ZAHLEN
"Durch die Bank enttäuschende Zahlen" monierten Börsianer indes bei SAP. Europas grösster Softwareanbieter ist dank der Sybase-Übernahme und der Erholung der Weltmärkte solide ins Jahr gestartet und hatte Umsatz wie Gewinn gesteigert. Beides blieb allerdings leicht hinter den Erwartungen der Experten zurück. Entsprechend büssten die Aktien am Dax-Ende 5,40 Prozent auf 43,215 Euro ein.
Im MDax litten die Papiere von Continental unter Gewinnmitnahmen und büssten 0,10 Prozent auf 67,610 Euro ein, obwohl der Automobilzulieferer und Reifenhersteller mit einem Umsatz- und Gewinnplus einen gelungenen Jahresstart hingelegt hatte. Allerdings waren die Titel zuletzt sehr stark gelaufen und hatten so hoch notiert wie zuletzt im September 2008. Ein Händler hob vor allem den Umsatz positiv hervor und betonte die Attraktivität der Aktie, die im späteren Jahresverlauf wahrscheinlich erneut in den Dax aufsteigen werde. SGL Group wurden nach gute Zahlen ebenfalls von Gewinnmitnahmen belastet und gaben um 5,45 Prozent auf 43,190 Euro nach.
HUGO BOSS NACH ZAHLEN SEHR FEST
Dagegen konnten die Titel des Modekonzerns Hugo Boss nach einem Umsatz- und Ergebnissprung um 3,85 Prozent auf 66,880 Euro zulegen. Bei der Optikerkette Fielmann sorgte ein erwartungsgemäss kräftiges Gewinnplus für Kursaufschläge von 1,17 Prozent auf 70,81 Euro. Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum war wegen deutlich gestiegener Patientenzahlen mit einem Gewinnanstieg ins neue Geschäftsjahr gestartet. Händler sprachen von erwartungsgemäss ausgefallenen Zahlen. Die Aktien gewannen 0,82 Prozent auf 15,325 Euro.
Unter den Technologiewerten gaben Aixtron 0,47 Prozent auf 28,865 Euro ab. Der auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierte Maschinenbauer hatte trotz kräftig gestiegener Umsätze und Gewinne die Erwartungen der Analysten nicht ganz erfüllen können. Die Wirecard-Titel verteuerten sich nach laut Händlern gemischten Zahlen des Zahlungsabwicklers um 0,12 Prozent auf 12,420 Euro. Ähnliches galt für das Biotech-Unternehmen Qiagen, dessen Aktien aber um 0,88 Prozent auf 14,265 Euro zulegten./gl/ck

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










???source_awp???