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FRANKFURT (awp international) - Zahlreiche starke Geschäftsberichte deutscher Grosskonzerne und ein kräftiger Euro-Anstieg haben dem Dax am Donnerstag Auftrieb gegeben. Der deutsche Leitindex, dessen Gewinne zeitweise deutlich abgebröckelt waren, gewann bis zur Mittagszeit 0,55% auf 6.213,04 Punkte. Der TecDax rückte um 0,11% auf 780,53 Punkte vor, während der MDax um 0,35% auf 8.465,59 Punkte sank.
"Meines Erachtens waren es vor allem die Quartalszahlen von VW, die dem Dax neuen Schwung gegeben haben", sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. "Volkswagen ist ein typischer Massenmarkt-Hersteller und wenn auch die profitieren, ist das ein gutes Zeichen für die gesamte Autoindustrie, die ja ein wichtiges wirtschaftliches Standbein in Deutschland darstellt." Ein Händler verwies zudem auf den im Vergleich zum US-Dollar kräftig anziehenden Euro. Die Gemeinschaftswährung hatte am späten Vormittag einen wichtigen Widerstand bei 1,3040 USD übersprungen.
BERICHTSSAISON AUF HOCHTOUREN
Die Berichtssaison in Deutschland läuft auf Hochtouren und allein an diesem Donnerstag standen sechs der 30 Dax-Unternehmen mit ihren Geschäftsberichten im Fokus. Sehr positiv stachen dabei Merck und VW hervor. Die Zahlen von BASF und Bayer kamen ebenfalls recht gut am Markt an und auch die Siemens-Zahlen waren sehr stark, was aber bereits erwartet worden war.
Die Aktien von Merck profitierten als Dax-Spitzenreiter mit plus 5,62% auf 67,81 EUR vor allem von einer Erholung im Chemiegeschäft des Darmstädter Konzerns. Diese Erholung führte bei Merck zu einem kräftigen Gewinnanstieg und einer Anhebung der Jahresprognosen. "Insgesamt ein starker Quartalsbericht", urteilte ein Händler und behielt recht mit seiner Annahme, dass die Aktie des Chemie- und Pharmakonzerns rasch wieder über 65 Euro steigen werde. Dass Europas grösster Autobauer Volkswagen (VW) im zweiten Quartal dank der anziehenden Autonachfrage einen Milliardengewinn einfuhr, verhalf diesen Papieren zu einem Kurszuwachs von 1,79% auf 80,00 EUR.
BASF PROFITIERT VON STARKER NACHFRAGE
Überraschend starke Zahlen legte auch der weltgrösste Chemiekonzern BASF vor, was der Aktie ein Plus von 0,62% auf 45,610 EUR einbrachte. BASF profitierte im zweiten Jahresviertel erneut von einer kräftig anziehenden Nachfrage in fast allen Bereichen. Nach bereits einem überraschend guten Auftaktquartal verdoppelte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (EBIT) und Sondereffekten nahezu.
Trotz einer unerwartet schwachen Verfassung des Agrochemie- und Gesundheitsgeschäfts im zweiten Quartal bekräftigte ausserdem der Chemie- und Pharmakonzern Bayer seine Konzernprognose für 2010. Das trieb dessen Anteilsscheine um 1,36% auf 44,795 EUR nach oben.
Dem Elektrokonzern Siemens gelang es zwar, im dritten Unternehmensquartal dank eines brummenden Geschäfts in den wichtigsten Sparten an vergangene Boomzeiten anzuknüpfen und zudem zeigte sich Vorstandschef Peter Löscher nun noch optimistischer für das gesamte Geschäftsjahr 2009/2010, doch eine wirkliche Überraschung war das am Markt nicht mehr. Daher wurden nach einem freundlichen Start Gewinne mitgenommen und das Papier sank um 0,63% auf 75,64 EUR. "Allerdings ist es schon ein Ereignis, wenn Siemens, der wohl mit Blick auf Prognosen als der zurückhaltendste Dax-Konzern gilt, sein Wording noch optimistischer formuliert", sagte Robert Halver. Vorstandschef Peter Löscher, der bislang stets gesagt hatte, dass das Sektorenergebnis im Geschäftsjahr 2009/2010 (Ende September) über dem Rekord-Vorjahreswert von 7,5 Mrd EUR liegen werde, hatte am Morgen nun davon gesprochen, dass es "deutlich" darüber liegen werde.
LUFTHANSA AM DAX-ENDE
Am Dax-Ende versammelten sich nach Zahlen die Titel von Lufthansa und MAN. Die Lufthansa meldete bereits am Vorabend rote Zahlen und begründete dies mit Flugausfällen aufgrund der Aschewolke. Nun will die Fluggesellschaft weiter an der Kostenschraube drehen. Das Papier büsste 3,32% auf 12,370 EUR ein. MAN sanken nach soliden Quartalszahlen um 2,79% auf 70,95 EUR. Ein Händler begründete dies damit, dass durch die bereits positiven Aussagen der Konkurrenten Scania , Volvo und Daimler schon ein Grossteil der guten Nachrichten im Kurs enthalten sei./ck/rum
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---

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