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AKTIEN FRANKFURT/Dax im Plus - Euro-Schwäche hilft deutschen Unternehmen

Dieser Inhalt wurde am 17. Mai 2010 - 12:04 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der Dax ist am Montag nach anfänglichen Verlusten ins Plus gedreht. Der deutsche Leitindex legte um 0,91 Prozent zu auf 6.111,67 Punkte. Der MDax knüpfte an den schwachen Ausklang der Vorwoche an und verlor weitere 0,34 Prozent auf 8.259,79 Zähler, der TecDax büsste 0,22 Prozent auf 770,67 Punkte ein. Händler begründeten die gute Dax-Entwicklung mit dem niedrigen Kurs des Euro. Seine Schwäche sei einerseits zwar Ausdruck der Schuldenkrise in der Währungszone, komme andererseits aber speziell der exportorientierten deutschen Wirtschaft entgegen.
"Das Plus beim Dax beruht ganz klar auf der Schwäche des Euro", sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Gemeinschaftswährung war am Montag zwischenzeitlich auf unter 1,23 US-Dollar gesunken und hatte damit den niedrigsten Stand seit rund vier Jahren erreicht. Dieser niedrige Kurs stärke die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Güter, sagte Ruland. "Die Schwäche des Euro ist ein riesiges Konjunkturprogramm für die deutsche Industrie." Verbunden damit sei auch die Gefahr, dass die Spannungen innerhalb der Euro-Zone noch zunehmen, weil sich die Kluft zwischen starken Ländern wie Deutschland und schwächelnden Ländern wie Griechenland vergrössere. Dass sowohl der MDax und der TecDax im Minus notierten, liegt nach Einschätzung Rulands daran, dass die Exportlastigkeit der dort gelisteten Unternehmen nicht so gross sei wie im Dax.
ANALYSTEN LOBEN DEUTSCHE WERTE
Entsprechend zählten Papiere exportorientierter Unternehmen zu den Gewinnern im Dax. So zeigten sich etwa Papiere von Bayer und Adidas fest. Auch Anteilsscheine von BMW und Daimler legten zwischen 0,65 und 1,09 Prozent zu. Sie trotzten damit negativen Absatzzahlen aus Europa. Demnach war der europäische Automarkt im April erstmals in diesem Jahr geschrumpft. Die Pkw-Neuzulassungen waren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,4 Prozent auf 1.134.701 Autos gesunken. Dabei hatten die Autohändler in Deutschland den grössten Absatzeinbruch zu verkraften. Volkswagen (VW) zog es dagegen ins Minus, die Papiere verloren 0,17 Prozent auf 70,93 Euro.
Grundsätzlich unterstützend wirkten sich auf den Leitindex auch positive Analysteneinschätzungen aus. So hob die Credit Suisse ihre Übergewichtung kontinentaleuropäischer Aktien deutlich an. Zudem behielt die UBS ihre Einschätzung "Buy Germany" bei. In einer Analyse wurde darauf verwiesen, dass Deutschland in Europa herausrage.
HOCHTIEF AM ENDE DES MDAX
Deutlich im Plus notierten auch Aktien von Infineon mit einem Aufschlag von knapp drei Prozent. Sie waren wegen eines Bericht der "Financial Times Deutschland" ins Blickfeld der Anleger geraten. Demnach verhandelt der Münchener Chipkonzern mit dem US-Rivalen Intel über den Verkauf seiner Sparte für Mobilfunkchips.
Im MDax lagen Aktien des Bau- und Dienstleistungskonzerns Hochtief nach Zahlen am Ende - sie verloren 4,52 Prozent auf 56,17 Euro. Negativ werteten Börsianer vor allem einen Rückgang beim Auftragseingang sowie einen schwachen Ausblick von Leighton. Die australische Hochtief-Tochter senkte ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr./chs/ag

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