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FRANKFURT (awp international) - Deutliche Kursgewinne bei den Versorger-Aktien haben den Dax am Montag gestützt. Der am Sonntagabend erzielte Kompromiss im Atomstreit habe die Titel von Eon und RWE beflügelt, sagten Händler. Der Leitindex rückte um 0,23 Prozent vor auf 6.148,66 Punkte, nachdem er in der Vorwoche bereits rund 3 Prozent zugelegt hatte. Der MDax aber gab an diesem Montag um 0,11 Prozent nach auf 8.498,40 Punkte und für den TecDax ging es um 0,15 Prozent auf 767,31 Punkte nach oben.
Als weitere Unterstützung für den Dax verwies Händler Fidel Helmer von der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser auf den US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag, der noch positiv nachwirke. Ein unerwartet geringer Stellenabbau hatte dem Dow Jones Ende letzter Woche den vierten Gewinntag in Folge beschert. Damit hätten die Sorgen um einen Rückfall der US-Wirtschaft in eine erneute Rezession weiter abgenommen, hiess es. Allerdings bestünden an diesem Montag wegen eines Feiertages in den USA kaum Anreize, Aktien zu kaufen, schränkte Helmer ein. In den Vereinigten Staaten wird der "Labor Day" begangen, deshalb bleiben die dortigen Börsen geschlossen.
VERSORGER PROFITIEREN VOM DURCHBRUCH IM ATOMSTREIT
Die Eon-Aktien kletterten an der Dax-Spitze um 2,88 Prozent auf 23,59 Euro und die Papiere von RWE verteuerten sich dahinter um 2,48 Prozent auf 54,55 Euro. Nach monatelangem Atom-Poker hatten sich die Spitzen von Union und FDP auf längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt. Die umstrittene neue Atomsteuer wird zudem auf 6 Jahre befristet und bis einschliesslich 2016 erhoben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Allerdings bleiben einige Unsicherheiten weiterhin bestehen, meinten Börsianer. So könnten Umweltschützer sowie Politiker von SPD und den Grünen gegen den Kompromiss klagen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) kündigte bereits an, dass ihr Land vor das Bundesverfassungsgericht ziehen werde, "wenn die Bundesregierung mit ihren Atomplänen versucht, den Bundesrat zu umgehen". Derweil vertrat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die Auffassung, dass die von der schwarz-gelben Koalition beschlossene Verlängerung der Atomlaufzeiten nicht vom Bundesrat abgesegnet werden muss.
Auch Stahltitel standen auf den Einkaufslisten der Anleger weit oben. ThyssenKrupp verteuerten sich um 1,00 Prozent auf 22,785 Euro, im MDax kletterten Salzgitter-Aktien um 1,24 Prozent auf 50,80 Euro nach oben und Klöckner & Co (KlöCo) gewannen im Index der mittelgrossen Werte 1,58 Prozent auf 16,36 Euro. Führende Stahlhersteller wollen laut "Handelsblatt" abermals die Stahlpreise anheben.
AXEL SPRINGER AB DEM 20. SEPTEMBER IM MDAX - BAUER VERLIEREN DEUTLICH
Autotitel jedoch mussten Verluste hinnehmen. BMW-Aktien sanken um 0,83 Prozent auf 43,73 Euro und Papiere von Daimler gaben 1,12 Prozent 41,19 Euro ab. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen und Umschichtungen in Versorgertitel, die nach dem sich anbahnenden Atomkompromiss als bisher vernachlässigte Branche wieder in den Fokus rückten.
Ansonsten zogen einige Aktien wegen anstehender Indexveränderungen die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. So steigen die Titel des Medienkonzerns Axel Springer in den MDax auf. Dafür fallen die Aktien des Baumaschinenkonzerns Bauer aus dem Index der mittelgrossen Werte heraus, wie die Deutsche Börse am Freitag nach Börsenschluss mitteilte. Auch im TecDax und SDax kommt es zu Veränderungen. Umgesetzt werden diese wie erwartet ausgefallenen Änderungen dann am 20. September (Montag). Während die Titel von Axel Springer um 2,35 Prozent stiegen, verloren Bauer-Aktien 0,61 Prozent./la/rum

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