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FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag im Minus gestartet. Belastet von einer erneut schwachen Vorgabe der Wall Street musste der Dax seinen Stabilisierungsversuch vom Vortag zunächst abbrechen. Der Leitindex verlor am Morgen 0,34 Prozent auf 5.892,32 Punkte. Für den MDax ging es um 0,40 Prozent auf 8.047,30 Punkte runter. Der TecDax gewann indes 0,02 Prozent auf 725,15 Punkte.
Vor allem die US-Börsen drücken wieder auf die Stimmung, sagte ein Händler. Dort waren die führenden Indizes am Vorabend nach freundlichem Start doch noch unter Druck geraten und hatten sich nicht mehr nachhaltig von ihren Tagestiefs absetzen können. Sie waren in den letzten Minuten nochmal abgerutscht. Der Dow Jones (DJIA) hatte daraufhin erstmals seit Anfang Juli wieder unter 10.000 Punkten geschlossen. Der Future auf den US-Leitindex verlor seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,63 Prozent. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index indes mit 0,95 Prozent im Plus. Im Fokus stehen laut Marktanalyst Ben Potter von IG Markets Konjunkturdaten aus den USA wie das BIP. Zudem dürften Marktteilnehmer gebannt auf eine Rede von Fed-Chef Ben Bernanke lauern, ob diese Aufschluss über die wirtschaftliche Lage der USA gibt.
Commerzbank rutschten nach einem Bericht des "Handelsblatts" am Dax-Ende um 3,02 Prozent auf 6,205 Euro ab. Der Zeitung zufolge könnte die teilverstaatlichte Bank bald neue Aktien ausgeben. Der Vorstandschef Martin Blessing wolle fünf Milliarden Euro einnehmen, es könnten aber auch mehr sein, wenn der Markt es hergebe, hiess es. Ein Commerzbank-Sprecher verwies am Morgen auf Aussagen des Finanzvorstands Eric Strutz, wonach es keine konkreten Pläne für Kapitalmassnahmen gibt. Allerdings verwiesen Händler auf Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), er wolle sich möglichst bald von den Commerzbank-Anteilen trennen. Heino Ruland, Marktanalyst von Ruland Research, sagte: "Da die Bank selbst eine Marktkapitalisierung von nur 7,56 Milliarden Euro hat, klingen mindestens fünf Milliarden Euro viel zu ehrgeizig. Ohnehin gilt die Bank derzeit nicht als attraktiv."
Infineon gaben mit minus 0,54 Prozent auf 4,629 Euro einen Teil ihrer Vortagsgewinne wieder ab. Die Aktien des Halbleiterkonzerns waren am Vorabend hochgeschnellt, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg kurz vor Handelsschluss unter Berufung auf Verhandlungskreise von einem unmittelbar bevorstehenden Verkauf der Handysparte an den Chiphersteller Intel berichtet hatte. "Es wird mit grosser Intensität verhandelt", erfuhr die dpa aus Firmenkreisen. Ein Händler verwies auf eine Studie der DZ Bank. Darin spricht Analyst Harald Schnitzer angesichts der jüngsten Erholung der Sparte von einem perfekten Verkaufszeitpunkt. Er sei aber nicht sicher, ob der angestrebte Preis von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro erzielt werden könne. Das Handygeschäft würde aber zu Intel passen. Bei einem Verkauf könnte Infineon laut Schnitzer eine substanzielle Ausschüttung an Aktionäre erwägen.
Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS rutschten nach einem Bericht zur A350-Produktion mit minus 3,11 Prozent auf 17,420 Euro ans MDax-Ende. Der französischen Zeitung "Les Echos" zufolge hat Airbus seine Produktionsziele für den Airbus A350 für die Jahre 2013 bis 2015 gesenkt. Dagegen standen Vossloh mit einem Aufschlag von 1,24 Prozent auf 77,32 Euro an der Indexspitze. Händler konnten keine fundamentalen Neuigkeiten als Grund für den Anstieg ausmachen.
United Internet verloren nach Vorlage der Halbjahreszahlen des Internetdienstleisters im TecDax 0,50 Prozent auf 9,353 Euro. Die Bilanz ist laut Händlern "weitgehend im Rahmen der Erwartungen" ausgefallen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) habe etwas enttäuscht, was die Papiere belasten könnte, sagte ein Börsianer am Morgen. Analysten dürften aber zunächst auf eine Erklärung hierfür warten./fat/chs

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