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FRANKFURT (awp international) - Starke US-Vorgaben haben den Dax am Donnerstag auf ein neues Jahreshoch getrieben. In der ersten Handelsstunde legte der deutsche Leitindex um 0,55 Prozent auf 7.446,00 Punkte zu. Damit liess er das bisherige Jahreshoch bei 7.441,82 Punkten aus dem Februar knapp hinter sich und stand so hoch wie seit Januar 2008 nicht mehr. Der MDax der mittelgrossen Werte rückte um 0,32 Prozent auf 10.718,05 Punkte vor. Dagegen verlor der TecDax 0,08 Prozent auf 920,94 Punkte.
Nachdem die US-Notenbank Fed am Vorabend ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert und eine Fortsetzung ihrer expansiven Geldpolitik signalisiert hatte, war der Dow Jones Industrial auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Der Future auf den US-Leitindex legte seit dem Xetra-Schluss um 0,76 Prozent zu. In Deutschland bestimmt ähnlich wie in Europa insgesamt sowie in den USA eine Flut von Unternehmenszahlen das Bild: Mit allein fünf Unternehmen aus dem Dax nimmt die hiesige Berichtssaison ordentlich Fahrt auf. Am Nachmittag könnten US-Konjunkturdaten dem Markt weitere Impulse geben.
DEUTSCHE BANK ÜBERTRIFFT ERWARTUNGEN - BAYER ERHÖHT PROGNOSEN
Die Deutsche Bank ist zum Jahresauftakt auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen einen grossen Schritt vorangekommen. Dies honorierten die Anleger: Mit einem Plus von 4,03 Prozent auf 43,485 Euro sprangen die Titel des deutsche Branchenprimus an die Dax-Spitze. Die Gewinne des Instituts im ersten Quartal übertrafen alle Erwartungen und stellten auch die Ergebnisse von grossen Teilen der internationalen Konkurrenz in den Schatten. Börsianer sahen die Zahlen über den Erwartungen. Einer zielte vor allem auf das Privatkundengeschäft ab, das dank der Postbank-Übernahme positiv überrascht habe.
Auch Bayer konnte mit guten Nachrichten aufwarten, welche für Kursgewinne von 1,39 Prozent auf 58,340 Euro sorgten: Der Pharma- und Chemiekonzern hatte nach einem überraschend robusten ersten Quartal die Prognosen für 2011 erhöht. Das Unternehmen profitierte vom anhaltenden Chemie-Boom und einem kräftig anziehenden Agrochemiegeschäft. Von Händlern hiess es, der Nettogewinn sei zwar schwächer als erwartet ausgefallen, doch der höhere Ausblick sollte die Kursentwicklung dominieren. Beim Bayer-Konkurrenten Merck KGaA liess die Zahlenvorlage die Aktien um 1,13 Prozent auf 69,88 Euro steigen. Die Darmstädter verbuchten dank der Milliardenübernahme des Laborausrüsters Millipore und des anhaltenden Chemiebooms einen kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg. Ein Händler sprach von einem "soliden Jahresstart".
SAP MIT 'DURCH DIE BANK ENTTÄUSCHENDEN ZAHLEN'
"Durch die Bank enttäuschende Zahlen" monierten Börsianer indes bei SAP . Europas grösster Softwareanbieter ist dank der Sybase-Übernahme und der Erholung der Weltmärkte solide ins Jahr gestartet und hatte Umsatz wie Gewinn gesteigert. Beides blieb allerdings leicht hinter den Erwartungen der Experten zurück. Entsprechend büssten die Aktien am Dax-Ende 6,52 Prozent auf 42,700 Euro ein.
Am MDax-Ende verloren die Papiere von Continental 1,89 Prozent auf 66,400 Euro ein, obwohl der Automobilzulieferer und Reifenhersteller mit einem Umsatz- und Gewinnplus einen gelungenen Jahresstart hingelegt hatte. Allerdings waren die Titel zuletzt sehr stark gelaufen und hatten so hoch notiert wie zuletzt im September 2008, was nun wiederum Gewinnmitnahmen begünstigte. Ein Händler hob vor allem den Umsatz positiv hervor und betonte die Attraktivität der Aktie, die im späteren Jahresverlauf wahrscheinlich in den Dax aufsteigen werde. SGL Group gaben nach Zahlen um 1,14 Prozent auf 37,320 Euro nach.
HUGO BOSS NACH ZAHLEN SEHR FEST
Dagegen konnten die Titel des Modekonzerns Hugo Boss nach einem Umsatz- und Ergebnissprung um 2,64 Prozent auf 66,100 Euro zulegen. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann sah die Zahlen über den Erwartungen. Er lobte die überraschend gut ausgefallenen Gewinne und die niedriger als erwartete Nettoverschuldung. Bei der Optikerkette Fielmann sorgte ein erwartungsgemäss kräftiges Gewinnplus für Kursaufschläge von 1,16 Prozent auf 70,80 Euro. Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum war dank deutlich gestiegener Patientenzahlen mit einem Gewinnanstieg ins neue Geschäftsjahr gestartet. Händler sprachen von erwartungsgemäss ausgefallenen Zahlen. Die Aktien gewannen 0,33 Prozent auf 15,250 Euro.
Unter den Technologiewerten stachen Aixtron hervor, die 0,78 Prozent auf 28,775 Euro verloren. Der auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierte Maschinenbauer hatte trotz kräftig gestiegener Umsätze und Gewinne die Erwartungen der Analysten nicht ganz erfüllen können. Die Wirecard-Titel verteuerten sich nach laut Händlern gemischten Zahlen des Zahlungsabwicklers um 0,16 Prozent auf 12,425 Euro. Ähnliches galt für das Biotech-Unternehmen Qiagen , dessen Aktien um 0,11 Prozent auf 14,155 Euro vorrückten./gl/chs

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