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FRANKFURT (awp international) - Die Entwicklung in Japan nach dem verheerenden Erdbeben und dem folgenden Tsunami hat den Dax zum Wochenstart weiter deutlich ins Minus gedrückt. Am Montag büsste der deutsche Leitindex in der ersten Handelsstunde 1,34 Prozent auf 6.888,04 Punkte ein. Bereits vor dem Wochenende hatten die Katastrophenmeldungen aus Japan das Börsenbarometer erstmals seit zwei Monaten unter die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten gedrückt und ihn damit fast die kompletten Kursgewinne seit Jahresbeginn gekostet. Der MDax der mittelgrossen Werte verlor am Montag 1,13 Prozent auf 9.898,52 Punkte. Für den TecDax ging es hingegen dank starker Kurse für die Aktien im Bereich Erneuerbare Energien um 0,07 Prozent auf 870,07 Punkte nach oben.
Nachrichten um eine drastische Notmassnahme der japanischen Notenbank zur Beruhigung der Finanzmärkte sowie die bleibende Angst vor einer Kernschmelze bänden die Aufmerksamkeit der Börsianer und hätten am Morgen in Japan zu panischen Verkäufen geführt, sagte Aktienhändler Chris Weston von IG Markets. Die Stimmung der Börsianer dürfte weltweit schlecht bleiben. In Tokio brach der Nikkei-225-Index um mehr als sechs Prozent ein. Die Wall Street hatte sich dagegen am Freitag nach Anfangsverlusten klar ins Plus gearbeitet und der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0,20 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Freitag. Die Agenda ist indes nur sehr dünn bestückt, so dass das Interesse der Anleger sich weiter auf Japan konzentrieren dürfte.
VERSORGER UND VERSICHERER WEGEN JAPAN UNTER DRUCK
Vor allem die Aktien der Versicherungsunternehmen und der Energiekonzerne kamen mit den Nachrichten aus Japan unter die Räder. Munich Re büssten 3,89 Prozent auf 107,40 Euro ein und Allianz sackten um 2,77 Prozent auf 97,05 Euro ab. Im MDax mussten Hannover Rück Kursverluste von 7,36 Prozent auf 35,800 Euro hinnehmen. "Die Branche dürfte unter Druck bleiben, nachdem die verheerenden Ausmasse der Katastrophe erst nach und nach deutlich werden", sagte ein Börsianer. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister AIR Worldwide schätzt die versicherten Schäden, die durch das Erdbeben alleine an Gebäuden verursacht wurden, auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar oder 21,5 Milliarden Euro. Die Analysten von Barclays raten Investoren zumindest solange abzuwarten, bis das Ausmass der Schäden klarer erkennbar wird. Die Verluste einzelner Gesellschaften könnten im Vergleich zu deren Erträgen signifikant sein. Die Aktienrückkäufe der Munich Re dürften beispielsweise gebremst werden.
Angesichts der Entwicklungen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sackten die RWE-Titel um 3,89 Prozent auf 46,060 Euro ab und Eon verloren 2,97 Prozent auf 22,395 Euro. Händler verwiesen darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel als Konsequenz aus dem Atomunfall in Japan angekündigt hat, die Sicherheitsstandards in deutschen Atomkraftwerken (Akw) überprüfen zu wollen. SPD, Grüne und Linke fordern eine Rücknahme der im Herbst von der Regierung beschlossenen Laufzeitverlängerung für deutsche Meiler und dass älterer Anlagen abgeschaltet werden. Die Koalition lehnt das ab. Indes verlangte Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" als Konsequenz aus den Störfällen in Fukushima einen rascheren Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Technikvorstand von RWE, Gerd Jäger, sagte der "Welt am Sonntag", er sehe trotz des Atomunfalls in Japan keinen Grund, die Laufzeitverlängerung für deutsche Meiler bis 2035 zu überdenken.
Für Analystin Tanja Markloff von der Commerzbank steht diese Laufzeitverlängerung nun aber wieder auf dem Prüfstand. Es bestünden einige Risiken, dass die Regierung diese zurückziehen könnte. Eine frühere Abschaltung der sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke könnte den fairen Wert für die Eon-Aktie von 26 auf 22 Euro und für RWE von 48 auf 42 Euro drücken.
NORDEX UND SOLARWERTE SCHIESSEN NACH OBEN
Mit teilweise zweistelligen Kursgewinne profitierten indes im TecDax die Aktien aus dem Bereich Erneuerbare Energien von den Nachrichten aus Japan. Die Titel des Windkraftanlagenbauers Nordex schossen um 18,52 Prozent auf 6,891 Euro hoch. Auch die Papiere der Solarunternehmen Conergy , Q-Cells und Solarworld stiegen deutlich.
Die Aktien von ElringKlinger brachen als MDax-Schlusslicht um 9,33 Prozent auf 20,260 Euro ein, obwohl der Autozulieferer 2010 mit dem Rückenwind der angezogenen Autokonjunktur einen Rekordumsatz erzielt und das operative Ergebnis laut vorläufigen Zahlen überproportional gesteigert hatte. Händler nannten die Zahlen indes "etwas enttäuschend"./gl/rum

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