Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

FRANKFURT (awp international) - Ein weiterer Kursturz an den japanischen Börsen angesichts neuer Hiobsbotschaften hat auch den Dax am Dienstag abermals tief ins Minus gedrückt. In der ersten Handelsstunde sackte der deutsche Leitindex um 2,79 Prozent auf 6.675,15 Punkte ab und notierte damit so schwach wie seit Ende November 2010 nicht mehr. Damit zeichnet sich der fünfte Verlusttag in Folge für das Börsenbarometer ab. Der MDax der mittelgrossen Werte büsste 2,88 Prozent auf 9.595,98 Punkte ein. Dagegen hielt sich der TecDax dank sehr starker Titel aus dem Bereich Erneuerbare Energien wie schon am Vortag deutlich besser und fiel um 0,57 Prozent auf 865,77 Punkte.
Analyst Ralf Grönemeyer von Silvia Quandt Research sprach von "Panikverkäufen". Der Ausverkauf in Japan signalisiere einen erheblichen Vertrauensverlust der Anleger angesichts der nuklearen Zwischenfälle, was kurzfristig auch die anderen Aktienmärkte belasten dürfte. In Tokio brach der Nikkei-225-Index nach einer weiteren Verschärfung der Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima und einer steigenden Strahlung in der Nähe von Tokio um 10,55 Prozent ein. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial rutschte über Nacht mit den neuen Nachrichten aus Japan ab und verlor 0,84 Prozent seit dem Xetra-Dax-Schluss. Das Interesse der Anleger dürfte komplett auf Japan gerichtet bleiben, sagten Händler. Auf der Agenda stünden aber noch die ZEW-Konjunkturerwartungen und am Nachmittag US-Daten. Erst nach dem Börsenschluss in Europa wird der Zinsentscheid der US-Notenbank bekannt gegeben.
VERSORGER VON JAPAN UND MORATORIUM BELASTET
Die Aktien der Versorger gehörten angesichts der anhaltenden Atomkrise in Japan und des verkündeten Moratoriums zur Laufzeitenverlängerung für deutsche Atomkraftwerke abermals zu den grössten Verlierern. Eon brachen um 3,96 Prozent auf 21,000 Euro ein und RWE gaben 3,35 Prozent auf 44,110 Euro ab. Bei einer früheren Abschaltung von Kernkraftwerke entstehe ein erheblicher Druck auf die Gewinne und Bewertung beider Unternehmen, schrieb Analystin Deborah Wilkens von Goldman Sachs. Dass die UBS die jüngsten Kursverluste für übertrieben hält und beide Titel hochstufte, half diesen nicht.
Bei den Versicherungswerten fielen die Verluste indes weniger deutlich aus. Einem Börsianer zufolge hat sich die Situation für die Branche durch die Verschärfung der Lage im Atomkraftwerk Fukushima nicht tatsächlich verschlimmert. Die Swiss Re hatte am Vortag erläutert: "Bei der Versicherung von Nuklearanlagen in Japan sind Schäden durch Erdbeben, Tsunamis und durch Erdbeben ausgelöste Brände ausgeschlossen." Dies gelte sowohl für Schäden an der Anlage als auch für die Haftung gegenüber den geschädigten Menschen. Zudem decke auch die Gebäudeversicherung Schäden durch atomare Strahlung nicht ab. Die Aktien der Allianz gaben um 2,26 Prozent auf 94,71 Euro nach, und Munich Re hielten sich mit minus 1,20 Prozent auf 106,70 Euro sogar vergleichsweise gut. Lediglich die im MDax notierten Papiere der Hannover Rück büssten deutliche 4,34 Prozent auf 36,220 Euro ein.
ERNEUERBARE-ENERGIEN-TITEL SCHIESSEN WEITER NACH OBEN
Die Deutsche Börse muss bei ihrer angestrebten Fusion mit der New York Stock Exchange aufpassen: Die konkurrierende US-Technologiebörse Nasdaq bereite ein Gegenangebot vor, berichteten mehrere US-Medien. Nach Informationen des Fernsehsenders CNBC könnte die Übernahmeofferte schon am heutigen Dienstag herauskommen. Bereits seit Wochen halten sich hartnäckig Gerüchte, dass ein Konkurrent die Fusion von Deutscher Börse und der NYSE Euronext torpedieren könnte. "Das ist zwar eine Wiederholung früherer Berichte, aber dass immer mehr Quellen das Gleiche berichten, lässt die Geschichte zunehmend wahrscheinlich erscheinen", kommentierte ein Börsianer. Dennoch gehörten die Titel des Börsenbetreibers mit Abschlägen von 2,47 Prozent auf 51,69 Euro noch zu den besseren Werten im Dax .
Im TecDax schossen Titel aus dem Bereich Erneuerbare Energien abermals nach oben. Gewinne von 65,61 Prozent auf 0,626 Euro katapultierten die Aktien des Solarunternehmens Conergy an die Indexspitze. Dahinter sprangen die Titel des Konkurrenten Solarworld um 24,46 Prozent auf 10,740 Euro hoch, und die Papiere des Windkraftanlagenbauers Nordex gewannen 23,07 Prozent auf 8,430 Euro./gl/rum

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???