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AKTIEN FRANKFURT/Eröffnung: Fest - Reaktion nach Impulsen aus USA

Dieser Inhalt wurde am 26. Mai 2010 - 10:53 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Eine Erholung der US-Börsen im späten Handel hat dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Kursgewinne beschert. Der Leitindex Dax machte einen kleinen Teil seiner zuletzt deutlichen Verluste wett und kletterte am Morgen um 1,18 Prozent auf 5.737,10 Punkte. Der MDax stieg um 1,70 Prozent auf 7.554,49 Punkte, der TecDax gewann 2,06 Prozent auf 705,27 Punkte. An der Wall Street hatte der Dow Jones am Vorabend sein zeitweise grosses Minus mit einer Rally im späten Handel nahezu ausgeglichen. Der Future auf den US-Leitindex gewann seit dem Xetra-Schluss am Dienstag mehr als anderthalb Prozent. Die Börse in der Tokio legte auch zu.
Stratege Tony Cross von IG Markets zufolge dürften einige Anleger nach dem Ausverkauf am Vortag "ein schlechtes Gewissen" haben. Manche empfänden den Abschlag der vergangenen Tage als übertrieben. Stützend wirkte auch, dass die italienische Regierung am Dienstagabend ein Sparpaket von 24 Milliarden Euro zur Bekämpfung der hohen Staatsverschuldung verabschiedet hatte. Selbst ein etwas deutlicher als erwartet eingetrübtes GfK-Konsumklima konnte die positive Grundstimmung am Morgen nicht trüben. Für Bewegung dürften am Nachmittag noch Zahlen zum US-Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter sorgen.
TELEKOM-AKTIEN ENTWICKELN SICH ÜBERDURCHSCHNITTLICH
Um 1,43 Prozent überdurchschnittlich nach oben ging es für Telekom-Aktien. Die Papiere profitierten von einer Hochstufung durch JPMorgan, das Votum war von "Neutral" auf "Overweight" und das Kursziel von 10,50 auf 11,00 Euro angehoben worden. Das gute erste Quartal zeige, dass der Telekomkonzern auf bestem Wege sei, die Erwartungen für 2010 zu übertreffen. Die Aktie biete zudem eine "verlässliche und attraktive Rendite" für ihre Aktionäre. Zudem war am Morgen bekanntgeworden, dass Philipp Humm von Februar kommenden Jahres an Chef bei T-Mobile USA wird.
Aktien des Chemiekonzerns Bayer sanken gegen den Trend um 0,24 Prozent auf 44,06 Euro. Die britische Gesundheitsbehörde NICE (National Institute of Health and Clinical Excellence) hatte das Krebsmedikament Nexavar des Konzerns als zu teuer abgelehnt. Händlern zufolge ist das zwar keine grosse Überraschung, weil die Behörde das Medikament schon vor einigen Monaten das erste Mal abgelehnt habe. Dennoch sei Nexavar immerhin eine der grossen Hoffnungen des Pharmakonzerns.
VTG NACH ZAHLEN IM PLUS
Wenig gefragt waren auch Aktien von Linde mit einem Minus von 0,26 Prozent auf 81,34 Euro. Ausgebremst wurden die Papiere des Industriegase-Herstellers in dem festen Markt von einer negativen Einschätzung der Citigroup. Analyst Andrew Benson senkte in einer Branchenstudie seine Einstufung von "Buy" auf "Hold" und reduzierte das Kursziel von 105 auf 90 Euro. Linde-Aktien hätten sich dank der Präferenz für defensive Titel besser entwickelt als der Chemiesektor und auch der Gesamtmarkt. Sie wiesen nun einen Bewertungsaufschlag auf und andere Papiere seien attraktiver.
Nach Zahlen legten die im Index geringkapitalisierter Werte SDax gelisteten VTG-Aktien lediglich 0,52 Prozent auf 11,500 Euro zu. Das Waggonvermiet- und Schienen­logistikunternehmen konnte im ersten Quartal seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigern, musste beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) jedoch einen leichten Rückgang hinnehmen. Für das Gesamtjahr erwartet VTG weiter Umsatz und ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau. Ebenfalls bei den Nebenwerten starteten die Aktien von Euro Asia an ihrem ersten Handelstag etwas über ihrem Ausgabekurs in den Handel.
PRAKTIKER TROTZ NEGATIVER NACHRICHT IM PLUS
Derweil lenkte die Gründung einer Holding, in der der österreichische Baukonzern Strabag und der französische Zement-Weltmarktführer Lafarge ihre Zementaktivitäten in mehreren zentral- und osteuropäischen Ländern bündeln, die Blicke auf Aktien von HeidelbergCement und Dyckerhoff . Erstere lagen mit einen Aufschlag von 2,29 Prozent auf 40,695 Euro im oberen Drittel des MDax, Dyckerhoff wurden im SDax aus Xetra bisher noch nicht gehandelt. "Deutsche Baustoffhersteller könnten einen vergleichbaren Weg gehen, um Kosten zu senken", sagte ein Händler zu der Gründung der Holding.
Praktiker-Aktien schüttelten ein Bussgeldbescheid gegen die polnische Tochter der Baumarktkette von den dortigen Kartellbehörden über rund 9,4 Millionen Euro ab. Die Papiere gewannen 1,58 Prozent auf 6,032 Euro. Dem Unternehmen werden nach eigenen Angaben unzulässige Preisabsprachen in den Jahren 2000 bis 2006 vorgeworfen. Das Unternehmen prüfe mögliche Rechtsbehelfe gegen den Bescheid und die Notwendigkeit zur Bildung einer angemessenen Rückstellung. Das wiederum würde das Ergebnis des zweiten Quartals belasten.
Q-CELLS UNTER DEN GRÖSSTEN TECDAX-GEWINNERN
Nach einem Interview mit Finanzvorstand Erik Hamann ging es für Papiere von Rhön-Klinikum um 2,29 Prozent auf 17,890 Euro nach oben. Der Krankenhausbetreiber führe derzeit Verhandlungen um mehrere Übernahmen. Die Rede ist von "sieben interessanten Projekten" in Deutschland. Zudem nahmen die Analysten von Barclays die Papiere mit "Buy" in ihre Bewertung auf.
Im TecDax lenkte ebenfalls ein Interview die Blicke auf Aktien von Q-Cells. Der Solarzellenspezialist verkauft demnach ab sofort auch fertige Sonnenstromanlagen? zu einem günstigeren Preis als Wettbewerber wie Solarworld oder Conergy. "Unsere Module werden preislich in einem attraktiven Bereich liegen", sagte Nedim Cen der "Financial Times Deutschland" im ersten Interview seit seinem Antritt als Q-Cells-Chef. Die Papiere sprangen um 3,80 Prozent auf 4,810 Euro an./chs/fa

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