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FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Donnerstag im frühen Handel keinen klaren Trend gezeigt. "Der Markt befindet sich in einer Konsolidierungsphase", sagte Fondsmanager Thorsten Winkler von Veritas Investment Trust. "Die Anleger warten nach der extremen Erholung nach dem Japan-Schock auf weitere Impulse." Nach einem leichteren Handelsstart schaffte der Leitindex den Dreh ins Plus, büsste nach einer Stunde aber wieder 0,20 Prozent ab auf 7.163,81 Punkte. Für den MDax der mittelgrossen Werte ging es um 0,02 Prozent auf 10.350,27 Punkte nach oben, der Technologieindex TecDax gab um 0,12 Prozent auf 920,11 Punkten nach.
Winkler sieht vor allem in den Ergebnissen der anlaufenden Berichtssaison eine mögliche Triebfeder in Richtung des bisherigen Jahreshochs bei 7.441 Punkten. Im Hintergrund lauerten mit der Schuldenkrise, der Katastrophe in Japan und dem Libyen-Konflikt jedoch ungelöste Probleme, die die Stimmung auch jederzeit verhageln können, erklärte der Experte die Zurückhaltung der Anleger.
COBA IM ERSTEN SCHRITT DER KAPITALERHÖHUNG ERFOLGREICH - AAREAL ZIEHT NACH
Commerzbank-Aktien blieben nach dem kräftigen Kursrutsch vom Vortag sehr schwankungsfreudig und pendelten zwischen dem Dax-Ende und der Spitze. Zuletzt gewannen sie nach einem erfolgreichen ersten Schritt ihrer Mega-Kapitalerhöhung 1,77 Prozent auf 4,773 Euro. Mit der Pflichtumtauschanleihe (Comen) , die am Vorabend zu 4,25 Euro platziert wurde, sammelte das Institut am Markt 4,3 Milliarden Euro ein. Das ist mehr als ursprünglich geplant. Inklusive der Umwandlung Stiller Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin erreichte die Commerzbank damit bereits mehr als die Hälfte des Zielvolumens der Kapitalerhöhung von insgesamt 11 Milliarden Euro. Comen-Papiere werden erst ab Montag auf dem elektronischen Xetra-System gehandelt.
Der ebenfalls mit Steuergeldern unterstützte Immobilienfinanzierer Aareal Bank will seinerseits 269 Millionen Euro einsammeln. Der Erlös wird von den die Kapitalerhöhung begleitenden Banken garantiert. Mit dem Geld will Aareal ihr Wachstum finanzieren und einen weiteren Teil der Staatshilfen zurückzahlen. Die Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin könnten um rund 75 Millionen Euro abgebaut werden. Die Aktie rutschte mit Minus 7,41 Prozent auf 22,500 Euro an das MDax-Ende. Auch den Grammer-Titel drückte eine Kapitalmassnahme mit 0,85 Prozent ins Minus.
ISUZU WEIST BERICHT ZU VW ZURÜCK - STUDIEN BEWEGEN WACKER CHEMIE UND BOSS
Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) verbesserten sich um 0,67 Prozent auf 112,35 Euro. Der japanische Nutzfahrzeughersteller Isuzu will von einer angeblichen Übernahme durch den deutschen VW-Konzern nichts wissen. Einen Bericht des "Manager Magazins", demzufolge Europas grösster Autobauer einen Einstieg oder eine Übernahme von Isuzu prüft, wies das japanische Unternehmen am Morgen zurück. Ein Volkswagen-Sprecher sagte zuvor lediglich: "Eine Beteiligung steht derzeit nicht zur Entscheidung an." Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz würde Isuzu zwar zu VW passen, der Konzern konzentriere sich aber wohl auf die Integration von Scania/MAN und Porsche. Schwarz rechnet kurzfristig nicht mit einer Transaktion.
Auch Analystenstudien zeigten ihre Wirkung: So sanken die Aktien von Wacker Chemie nach einer negativen Studie von Nomura um 1,63 Prozent auf 159,55 Euro. Analyst Jean De Watteville senkte seine Einstufung für die Chemietitel im Rahmen einer Branchenstudie von "Buy" auf "Reduce", beliess das Kursziel allerdings auf 175 Euro. Wacher-Aktien hätten sich zuletzt im Sektorvergleich am besten entwickelt und nur noch 5 Prozent Potenzial, so seine Begründung. Er liege mit seiner Gewinnprognose über der typischerweise konservativen Prognose und auch dem Marktkonsens, nach der Rally sei eine optimistischere Einschätzung jedoch bereits im Kurs enthalten.
Eine Kaufempfehlung der UBS gab indes den Aktien von Hugo Boss Auftrieb - sie gewannen 2,00 Prozent auf 61,710 Euro. UBS-Analystin Valentina Romitelli hatte zuvor die Bewertung der Aktie mit einem "Buy"-Votum und Kursziel 68,00 Euro aufgenommen. Die Marke habe deutliches Potenzial und das Gewinnwachstum sollte weiter solide bleiben. Die Margen dürften sich ebenfalls weiter verbessern.
WIRECARD NACH ZAHLEN GEFRAGT
Wirecard stiegen nach Zahlen um 2,60 Prozent auf 12,435 Euro. Der Zahlungsabwickler steigerte seinen Überschuss im vergangenen Jahr kräftig. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,10 (VJ: 0,09) Euro je Aktie erhalten. Commerzbank-Analystin Heike Pauls hob vor allem den starken Free Cashflow positiv hervor. Die weiteren Zahlen seien grösstenteils seit Ende Januar bekannt und lieferten keine neuen Nachrichten./ag/fa

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