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AKTIEN FRANKFURT/Eröffnung: Leichter - EU-Schuldenkrise belastet

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2010 - 10:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch im Sog anhaltender Sorgen über die Verschuldungskrise in der Eurozone weitere Verluste erlitten. Der Leitindex Dax fiel im Vormittagshandel um 0,76% auf 6.112,72 Punkte. Der MDax gab 1,80% auf 8.192,85 Punkte ab. Der TecDax büsste 2,51% auf 800,54 Punkte ein.
Infolge von Abstufungen der Kreditwürdigkeit Griechenlands und Portugals durch die Ratingagentur S&P waren tags zuvor auch die US-Börsen auf Talfahrt gegangen und auch in Japan wurden am Morgen kräftige Verluste verbucht.
EU-HILFEN UND MERCK-ZAHLEN IM FOKUS
Neben der fortlaufenden Berichtssaison dürfte die Haushaltslage in den angeschlagenen EU-Staaten Griechenland und Portugal das grosse Thema bleiben. In Berlin wird sich Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem mit den Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie der Weltbank zu möglichen Hilfsaktionen beraten. Auch EZB-Präsident Trichet ist zu Gesprächen in der Stadt. Nach Medienberichten, denen zufolge private Institute ebenfalls zur Rettung des Mittelmeerstaats beitragen sollen, führten Banken die lange Verliererliste im Dax an: Die Aktien der Deutschen Bank verloren 2,55% auf 51,25 EUR, Commerzbank gaben 3,72% auf 5,874 EUR ab und auch die Papiere der Postbank litten mit minus 2,78% unter der jüngsten Situation.
Die Berichtssaison hat sich unterdessen mit einem positiven Gesamtbild fortgesetzt, konnten aber die eingetrübte Marktstimmung nicht heben. Trotz erfreulicher Zahlen fielen die Aktien von Merck um 1,51% auf 63,35 EUR. Die Erwartungen seien abgesehen von den Erbitux-Umsätzen sehr deutlich übertroffen worden, der Ausblick liege nach einer angehobenen Prognose für das operative Ergebnis nun im Einklang mit der Markterwartung, sagten Händler.
INFINEON UND SAP LEICHTER
Infineon erhöhte nach einem starken zweiten Quartal seine Prognose, doch auch die Aktien des Chip-Herstellers gaben nach. Die Papiere waren mit minus 1,56% auf 5,178 EUR unter den schwächeren Werten im Dax zu finden. Infineon will die Krise abhaken und rechnet mit einem profitablen Umsatzplus im hohen 30er-Prozent-Bereich. Bislang hatte der Konzern ein Umsatzplus von über 20% prognostiziert.
SAP präsentierte gemischte Zahlen, worauf die Aktien 1,02% auf 36,475 EUR einbüssten. Einer Händlereinschätzung zufolge waren die Umsätze besser als erwartet ausgefallen. Positiv wertete er auch den bestätigten Ausblick, der "Mut für den Rest des Jahres macht". Andere Börsianer verwiesen allerdings darauf, dass die Margen des Softwarekonzerns etwas enttäuscht hätten.
CONTI UND HEIDELCEMENT IM PLUS
Der im MDax notierte Automobilzulieferer Continental kehrte im ersten Quartal in die Gewinnzone zurück, was Anleger gegen den Trend mit Käufen honorierten. Die Titel stiegen um 0,17% auf 42,40 EUR. Zu den wenigen Gewinnern zählten auch die Aktien von HeidelbergCement. Sie profitierten mit plus 0,21% auf 46,095 EUR davon, dass der Baustoffkonzern seine Bankverbindlichkeiten umgeschuldet und deren Laufzeit verlängert hat.
Vossloh reihte sich zwar ebenfalls in die Liste jener Unternehmen mit positiven Überraschungen ein, die Aktien konnten davon jedoch nicht profitieren und gaben 0,82% auf 78,80 Euro ab. Auch SGL Group übertraf mit seinen Zahlen für das erste Quartal die Erwartungen. Die Aktien des Kohlenstoff-Spezialisten gaben dennoch um 3,24% auf 22,855 EUR nach./th/ck

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