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FRANKFURT (awp international) - Sorgen um eine Eskalation in Griechenland haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag weiter geschwächt. Der Dax verlor am Morgen 0,44 Prozent auf 7.083,80 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex seinen jüngsten Erholungsversuch bereits abgebrochen und schliesslich 1,25 Prozent verloren - nun rückt wieder die als besonders wichtig eingeschätzte 7.000-Punkte-Marke in den Blick. Der MDax mittelgrosser Werte gab zuletzt 0,63 Prozent auf 10.567,21 Punkte ab und der TecDax fiel um 1,03 Prozent auf 872,74 Punkte.
Der Ausverkauf an den Aktienmärkten dürfte sich fortsetzen, bis die EU und die EZB das wahre Problem mit Griechenland und den potenziell zerstörerischen Effekt für den Markt für Staatsanleihen als Ganzes sowie die schweren Folgen für das Bankensystem und das wirtschaftliche Wachstum akzeptierten, sagte Marktstratege David Buik von BGC Partners. Wegen der Eskalation der Griechenland-Krise stehen die Zeichen auf Sturm. Die Vorgabe ist schlecht, nachdem sich die Griechenland-Sorgen auch auf die US-Börsen übertragen hatten und diese zusätzlich unter enttäuschenden Wirtschaftsdaten gelitten hatten: Der Future auf den Dow Jones Industrial verlor 0,80 Prozent seit dem Xetra-Handelsschluss vom Vortag, und auch die Kurstafeln in Asien waren am Morgen tiefrot.
Wegen der Griechenlandkrise rutschten die Finanzwerte zunächst ans Dax-Ende, konnten sich dann aber im frühen Verlauf ins Mittelfeld erholen. Deutsche Bank verloren zuletzt 0,50 Prozent auf 39,530 Euro, Commerzbank büssten 1,15 Prozent auf 2,997 Euro ein. Die Aktien des Versicherers Allianz , der von einem Zahlungsausfall Griechenlands über seine Kapitalanlagen belastet werden könnte, verbilligten sich um 0,69 Prozent auf 92,08 Euro. Ein Börsianer sagte: "Konjunktursorgen und Schuldenkrise halten den Markt unter Druck und die entsprechenden Sektoren Rohstoffe und Finanzen waren zunächst die grössten Verlierern europaweit." Als Rohstoffwert gaben die Aktien von ThyssenKrupp weitere 0,69 Prozent ab.
Im MDax sprangen Demag Cranes dagegen um 2,72 Prozent auf 45,500 Euro an. Bei der geplanten Übernahme des Kranherstellers durch den US-Konkurrenten Terex zeichnet sich ein Durchbruch ab. Terex erhöhte sein Übernahmeangebot von 41,75 Euro auf 45,50 Euro je Aktie und folgt damit einer Vereinbarung, die von Terex und Demag Cranes nach Billigung durch die zuständigen Gremien unterzeichnet worden sei. Darin sichere Terex den deutschen auch nach der Mehrheitsübernahme weitgehende operative und strategische Eigenständigkeit zu. Demag begrüsste das neue Angebot. Laut Analysten ist damit eine Übernahme wahrscheinlicher geworden.
Heidelberger Druck rutschten nach zunächst positiv aufgenommenen endgültigen Zahlen und dem Ausblick um zuletzt 1,00 Prozent auf 2,675 Euro ab. Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller rechnet weiter mit einer Erholung und will sich dem mittelfristigen Umsatzziel von mehr als 3 Milliarden Euro im laufenden und kommenden Geschäftsjahr schrittweise nähern. Bei stabiler gesamtwirtschaftlicher Entwicklung werde im laufenden Jahr ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis angestrebt. Damit bekräftigte Heidelberger Druck jüngste Aussagen aus einem Interview. Den Ausblick stufte ein Börsianer indes als "weiter vorsichtig" ein. Analysten erwarteten für das Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn von 10 Millionen Euro. Die gleichzeitig vorgelegten endgültigen Zahlen hätten indes keine Überraschung mehr gebracht.
Die Solarwerte stemmten sich im TecDax mit einem Plus von 2,41 Prozent bei Q-Cells und einem Aufschlag von 1,58 Prozent bei Solarworld gegen den negativen Markttrend. Positiv wirkt ein Bericht der "Financial Times Deutschland", demzufolge die Bundesregierung auf die zum 1. Juli geplante Kürzung der Solarförderung verzichten will. Es werde im Juli keine Absenkung der Vergütung geben, sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Katherina Reiche, der Zeitung. Grund sei eine aussergewöhnlich niedrige Zahl von Solaranlagen von März bis Mai. Die Senkung der Jahresprognose 2011 durch die ehemals im TecDax notierte Conergy belastete wegen der schlechten Vergleichbarkeit der Probleme kaum.
Einige Aktien sind indes wegen ihres Dividendenabschlags optisch schwach. Im MDax schüttet der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones 0,40 Euro je Aktie an seine Anteilseigner aus und die Anteile an Europas grösstem Agrarhändler Baywa werden ex Dividende 0,50 Euro erwartet. Im SDax wird von den Jungheinrich-Vorzügen eine Dividende von 0,55 Euro abgeschlagen./fat/gl

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