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FRANKFURT (awp international) - Schwache Vorgaben der US-Börsen sowie Spekulationen um die Schuldenkrise in der Eurozone haben am deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag für Verluste gesorgt. Der Dax verlor 0,48 Prozent auf 7.351,97 Punkte. Der MDax der mittelgrossen Werte fiel um 0,17 Prozent auf 10.776,05 Punkte und der TecDax gab ebenfalls 0,17 Prozent ab und sank auf 923,18 Punkte.
Laut Marktanalyst Andre Saenger von IG Markets bieten die "Spekulationen um die Schuldenkrise Abwärtspotenzial für den Dax". Im Fokus der Anleger stünde das Treffen von Europas Finanz- und Wirtschaftsminister in Brüssel, wo sie über die zukünftige Finanzpolitik der Europäischen Union beraten. "Experten erwarten, dass die Politiker dort über niedrigere Zinsen für Irland und eine Umschuldung Griechenlands sprechen werden", hiess es in dem Morgenkommentar. Zudem könnten die ZEW-Konjunkturerwartungen am Vormittag für Impulse sorgen. Bei der Helaba hiess es dazu: "auch die jüngste Sentix-Umfrage deutet die Möglichkeit eines Rückgangs des ZEW-Saldos der Konjunkturerwartungen an.
DEUTSCHE BANK HEBT DAX-PROGNOSE AN
Die Deutsche Bank schlug derweil in einer aktuellen Studie deutlich zuversichtlichere Töne für den Dax an: Bis zum Jahresende dürfte er ihrer Meinung nach auf 8.000 Punkte steigen. Bislang lautete das Ziel 7.410 Punkte. Die aktuelle Schwäche des Leitindex angesichts der Sorgen um die Schuldenkrise der Eurozone und vor einem Ende der äusserst expansiven Geldmarktpolitik (Quantitative Easing) sei eine Kaufgelegenheit, schrieb Marktstratege Lars Slomka in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Gestützt sieht er seine Einschätzung mit Verweis auf die BIP-Zahlen der vergangenen Woche, insbesondere durch die starke Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft. Die DZ Bank erwartet den Dax laut einer aktuellen Studie zum Jahresende bei 7.900 Punkten und bis Mitte 2012 sogar bei 8.400 Punkten.
HP: WEITERES SCHWIERIGES QUARTAL
Auf Unternehmensseite sorgte der weltgrösste Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) für negative Nachrichten. Der aus Deutschland stammende Konzernchef Leo Apotheker warnte vor einem "weiteren schwierigen Quartal" und mahnte seine Führungskräfte, "auf jeden Pfennig zu achten und Neueinstellungen auf ein Minimum zu beschränken". Das geht aus einem firmeninternen Schreiben an das Top-Management hervor, aus dem die Finanzagentur Bloomberg am späten Montag zitierte. Zudem zieht HP die Vorlage seiner Quartalszahlen auf den heutigen Abend nach US-Börsenschluss vor. Händler sahen in den Aussagen eine potenzielle Belastung für Technologiewerte wie etwa SAP . Die Aktien fielen als einer der schwächeren Dax-Werte um 0,73 Prozent auf 44,075 Euro.
Abwärts mit dem Markt ging es auch für die Titel deutscher Autobauer wie BMW , Daimler und Volkswagen (VW) . Wie der europäische Branchenverband ACEA zuvor mitgeteilt hatte, sind die Autoverkäufe im April in der Europäischen Union weiter gesunken. Mit Ausnahme von Deutschland (+2,6%) schrumpften alle wichtigen Märkte. Die Auto-Papiere gaben zwischen 0,90 und 1,00 Prozent nach.
Tognum-Aktien gaben in etwa mit dem Markt 0,12 Prozent auf 25,890 Euro nach. Das Bieterduo aus Daimler und Rolls-Royce hatte am Vorabend sein Angebot von 24 auf 26 Euro je Aktie aufgestockt. Vorstand und Aufsichtsrat des Friedrichshafener Unternehmens zeigten sich am Montagabend zufrieden mit der Offerte und signalisierten, ihre eigenen Anteile von rund fünf Prozent einbringen zu wollen. Gemeinsam mit dem Anteil von 28,43 Prozent, den Daimler mitbringt, kämen die Bieter damit deutlich über die erforderliche Schwelle von 30 Prozent. Laut Händlern war die Anhebung erwartet worden.
Die Aixtron-Aktien legten an der TecDax-Spitze um 2,51 Prozent auf 27,770 Euro zu. Der auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierte Maschinenbauer hat von Samsung einen Auftrag für G5-Anlagen zur LED-Herstellung erhalten. Ein Händler wertete die Nachricht positiv, da die Koreaner nach Möglichkeit eigene Anlagen für die LED-Produktion verwendeten. Für die Aktie gehe es nun darum, die wichtige Widerstandsmarke bei 28 Euro zu knacken./rum/ck

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