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FRANKFURT (awp international) - Nach einem schweren Erdbeben in Japan hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag an die Verluste der vorangegangenen zwei Handelstage angeknüpft. Nach rund 45 Handelsminuten rutschte der Dax um 0,93 Prozent auf 6.997,20 Punkte ab und unterbot damit knapp die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten. Der MDax der mittelgrossen Werte sank um 1,00 Prozent auf 10.050,90 Punkte, und der TecDax büsste 1,09 Prozent ein auf 869,30 Punkte.
Händler machten als Belastungsfaktor vor allem das schwere Erdbeben in Japan aus, das am Freitagmorgen den Nordosten des Landes erschüttert hatte. Für die japanische Pazifikküste sowie andere Pazifik-Anrainerstaaten wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben, ein Teil der japanischen Küste wurde bereits von einer Flutwelle getroffen. "Wir haben diese Woche einen Cocktail der schlechten Nachrichten", fasste Fondsmanager Thorsten Winkler von Veritas Investment Trust das Geschehen zusammen und verwies dabei auch auf die Unruhen in Nahost sowie die zurückgekehrten Sorgen um die Schuldenkrise. "All dies hat zu einem deutlichen Anstieg der Unsicherheit an den Börsen geführt."
K+S LEIDEN UNTER AKTIENPLATZIERUNG VON BASF
Um 6,40 Prozent auf 50,77 Euro sackten die Papiere von K+S am Dax-Ende nach unten, nachdem der Chemiekonzern BASF am Vorabend nach Börsenschluss angekündigt hatte, bis zu 19,7 Millionen Aktien des Düngemittelkonzerns platzieren zu wollen. Dies entspricht einem Anteil von 10,3 Prozent. Mit dem erhofften Milliardenerlös will die BASF Schulden abbauen. Wie ein Börsianer erklärte, sei am Markt zwar ein Verkauf der Anteile erwartet worden, allerdings nicht so schnell. Laut Börsianern wird im Handel derzeit eine Spanne von 50,00 bis 51,00 Euro herumgereicht. BASF-Titel verloren indes 1,35 Prozent auf 57,94 Euro.
Angesichts des Erdbebens in Japan kamen auch Versicherungswerte deutlich unter Druck. Die Aktien des Rückversicherers Munich Re sackten im Dax um 4,54 Prozent auf 111,45 Euro ab, und die Papiere des Konkurrenten Hannover Rück büssten am MDax-Ende 4,41 Prozent auf 39,00 Euro ein. Händler hoben vor allem auf Aussagen der Munich Re vom Vortag ab. Da hatte der weltgrösste Rückversicherer erklärt, er müsse um sein Gewinnziel für 2011 bangen, falls es nach den schweren Naturkatastrophen in Australien und Neuseeland zu weiteren Grossschäden kommen werde. Alle grossen Rückversicherer seien in Japan aktiv, betonte ein Börsianer. Aktien des Versicherers Allianz büssten im Zuge dessen 2,04 Prozent ein.
AUSBLICK VON FRAPORT UNTERSCHIEDLICH AUSGELEGT
Zahlen gab es am Freitag nur vom Flughafenbetreiber Fraport , dessen Papiere sich mit einem Minus von 0,34 Prozent auf 50,55 Euro aber besser als der Gesamtmarkt schlugen. Ein Händler sah die Ergebnisse für 2010 als "mehr oder weniger" im Rahmen der Erwartungen an. Der Umsatz habe leicht über und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) leicht unter den Marktschätzungen gelegen. Unterschiedlich wurde der Ausblick aufgenommen. Der Börsianer bezeichnete diesen als operativ etwas enttäuschend. Analyst Johannes Braun von der Commerzbank sah ihn dagegen als "solide" an./tih/chs

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