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AKTIEN FRANKFURT/Eröffnung: Verluste - Griechenland und Verfall im Blick

FRANKFURT (awp international) - Angesichts der anhaltenden Sorgen um Griechenland ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag wieder mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Dax sackte gegen Ende der ersten Handelsstunde um 0,74 Prozent auf 7.057,41 Punkte ab und nahm so weiter Kurs auf die als besonders wichtig eingeschätzte Marke von 7.000 Punkten. Für den MDax mittelgrosser Werte ging es um 1,38 Prozent auf 10.412,56 Punkte bergab und der TecDax fiel um 1,01 Prozent auf 865,72 Punkte.
Vor allem die Situation in Griechenland blieb ein anhaltender Unsicherheitsfaktor, sagten Händler. Marktstratege Ben Potter von IG Markets gab allerdings zu bedenken, dass die Märkte stets zur Übertreibung neigten. "Es würde uns nicht überraschen, wenn am Wochenende bedeutende Fortschritte bei einer Lösung gemacht werden", so der Experte. Sollte sich dies bewahrheiten, dürfte das dem Markt einige Lasten abnehmen. Zudem rechnen Börsianer angesichts des "Grossen Verfalls" am den Terminbörsen am Freitag mit einer höheren Volatilität. Am Nachmittag könnte insbesondere das von der Uni Michigan ermittelte US-Verbrauchervertrauen noch für Impulse sorgen.
DEUTSCHE BANK WEGEN KAPITALREGELN IM BLICK
Nicht nur wegen Griechenland standen auch am Freitag wieder Bankenwerte im Blickfeld. Aktien der Deutschen Bank gaben erst deutlich nach, reduzierten dann aber die Verluste und lagen zuletzt nur noch marginal mit 0,09 Prozent im Minus bei 39,735 Euro. Börsianer verwiesen auf Berichte über Basel-III-Kapitalanforderungen. So heisst es in der "Financial Times Deutschland", dass die Bankenregulierer in der kommenden Woche deutlich höhere Kapitalquoten für die nunmehr 30 grössten und besonders systemrelevanten Banken der Welt beschliessen wollen. Bei den 0,36 Prozent leichteren Commerzbank-Titeln verwiesen Börsianer darauf, dass die Papiere nach der Kapitalerhöhung ein stärkeres Gewicht im deutschen Leitindex bekommen dürften.
An der Spitze des Dax lagen die Papiere von Munich Re mit einem moderaten Aufschlag von 0,35 Prozent. Die US-Investmentbank Morgan Stanley sieht die Papiere als einen der "Top Picks" im Versicherungssektor. Vergleichsweise gut hielten sich zudem die als etwas defensiver angesehenen Werte aus dem Gesundheitssektor. Fresenius etwa behaupteten sich mit 0,10 Prozent im Plus. Mit der Hauptversammlung bei Porsche stehen zudem die 0,69 leichteren Aktien von Volkswagen im Blickfeld. Im Mittelpunkt des Aktionärstreffens dürfte die gemeinsame Zukunft der beiden Autobauer stehen. Beide Unternehmen halten an der geplanten Verschmelzung fest. Porsche-Titel büssten derweil 1,27 Prozent auf 46,87 Euro ein.
CELESIO WENIG OPTIMISTISCH FÜR DEN ÜBRIGEN JAHRESVERLAUF
Im MDax rauschten die Aktien von Celesio um 13,68 Prozent auf 13,00 Euro nach unten und erreichten ein Rekordtief. Händler machten eine Gewinnwarnung dafür verantwortlich. Der Arzneigrosshändler hatte am Vorabend unter anderem wegen der staatlichen Sparmassnahmen in Europa angekündigt, dass das untere Ende der Zielspanne für das operative Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nicht mehr deutlich über 600 Millionen Euro liege, wie es die Schätzungen der Analysten annähmen. Morgan Stanley reduzierte daraufhin die Gewinnprognosen und senkte das Kursziel. Auch die Commerzbank senkte das Ziel und stufte die Papiere zudem von "Add" auf "Hold" ab.
Unter den schwächeren MDax-Werten büssten EADS 2,70 Prozent auf 21,115 Euro ein. Ein Händler sprach davon, dass dem Flugzeugbauer weitere Verspätungen bei der Entwicklung des A350 drohten. Der Börsianer verwies auf einen Bericht in "La Tribune", wonach für die Indienststellung des Grossraumflugzeugs wohl mit weiteren Verzögerungen von zwei Jahren zu rechnen sei.
Ferner werden am Freitag im MDax einige Werte ex Dividende gehandelt. Der Hafenbetreiber HHLA schüttet 0,55 Euro je Anteil aus, der Generikahersteller Stada zahlt 0,37 Euro je Aktie und Aktionäre des Einkaufszentrum-Betreibers Deutsche Euroshop erhalten 1,10 Euro für jeden Anteilsschein./tih/gl

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