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FRANKFURT (awp international) - Gestützt auf die gute Entwicklung der Börsen in Übersee hat der deutsche Aktienmarkt am Montag weiter zugelegt. Der Dax stand am Nachmittag mit 0,90 Prozent im Plus bei 6.270,44 Punkte. In der Vorwoche hatte der Leitindex 1,31 Prozent zugelegt. Der MDax gewann 0,85 Prozent auf 8.751,54 Punkte. Damit lag der Index mittelgrosser Werte auf dem höchsten Niveau seit September 2008. Der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax stieg um 0,53 Prozent auf 773,83 Punkte.
"Der Wochenstart verläuft bisher ruhig und die guten Vorgaben treiben den Dax weiter nach oben", sagte Christoph Schmidt von der N.M.F. AG. Im weiteren Wochenverlauf dürften dem Analysten zufolge aber einige Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten für neue Impulse sorgen. Auch der am Freitag anstehende grosse Verfall am Terminmarkt dürfte seine Schatten voraus werfen. Aus technischer Sicht müsse der Dax nachhaltig über 6.300 Punkte klettern, um weiteres Potenzial freizusetzen, ergänzte Schmidt. Ein anderer Börsianer verwies zudem auf robuste Daten zur Industrieproduktion aus China als positiven Stimmungsimpuls. Hiervon profitierten europaweit Baustoffanbieter wie an der Dax-Apitze HeidelbergCement mit plus 2,02 Prozent. Positiv wirkten hier auch Kommentare des französischen Wettbewerbers Lafarge . Auch die Einigung auf die neuen Eigenkapitalregeln für Banken ("Basel III") sorge für Erleichterung, auch wegen längerer Übergangsfristen.
DEUTSCHE BANK MIT REKORD-KAPITALERHÖHUNG IM FOKUS
Tagesthema ist die Deutsche Bank , deren Aktien sich nach der Ankündigung einer Rekord-Kapitalerhöhung um 1,52 Prozent auf 48,425 Euro von ihrem starken Rückschlag am Freitag erholten. Der deutsche Branchenprimus sammelt mindestens 9,8 Milliarden Euro am Aktienmarkt ein. Er will sich die Postbank ganz einverleiben und sich für Basel III rüsten. Börsianern zufolge ist die Kapitalerhöhung zwar etwas grösser als erwartet ausgefallen und auch die Ergebnisbelastung durch die Postbank von 2,4 Milliarden Euro erschrecke einige. Überraschend sei das aber alles nicht und so erholten sich die Aktien. Lob kam von Bankenexperte Dirk Schiereck: "Das Timing der Transaktion ist brillant." Nach den neuen Regeln für die Finanzbranche ist dem Professor für Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt zufolge mit einer Welle von Kapitalerhöhungen zu rechnen. Da sei es gut, der erste zu sein.
Am Wochenende hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bekanntgegeben, dass Geschäftsbanken weltweit künftig wesentlich mehr Eigenkapital vorhalten sollen. Von 2013 an soll die Kernkapitalquote (Tier 1) stufenweise von derzeit vier auf sechs Prozent steigen. Dies sehen einige Händler als "kräftige Unterstützung für den Bankensektor, da zum einen die Anforderungen weniger scharf erscheinen als befürchtet und zum anderen die belastende Unsicherheit nun aus der Branche entweicht".
Die Papiere der Postbank rutschten nach dem zu erwartenden Pflichtangebot durch die Deutsche Bank um 7,43 Prozent auf 25,025 Euro ab. Die grösste deutsche Bank will nur 24 bis 25 Euro für eine Postbank-Aktie bieten und damit vermeiden, dass sie im Februar 2012 allen Aktionären 45 Euro je Aktie bieten muss. An der Börse hatte das Papier in den vergangenen Tagen wegen der Spekulationen auf ein höheres Gebot deutlich zugelegt. Einige zeigten sich negativ überrascht, dass die Deutsche Bank keine Prämie für die ausstehenden Postbank-Anteile bietet. Das Pflichtangebot richtet sich am durchschnittlichen Preis der vergangenen drei Monate aus, der bei etwa 24,67 Euro liegen sollte.
DETAILS ZU WEITEREN KAPITALERHÖHUNGEN GEMISCHT AUFGENOMMEN
Aktien von Heidelberger Druckmaschinen AG gaben nach den Details zur laut Händlern "lang erwarteten Kapitalerhöhung" 0,69 Prozent auf 6,164 Euro ab. Der Druckmaschinenhersteller will sein Grundkapital mit knapp 400 Millionen Euro frischem Kapital nahezu verdreifachen und damit Schulden tilgen sowie das Eigenkapital stärken. Der Bezugspreis für die neuen Aktien, die im Verhältnis eins zu zwei angeboten werden, wurde auf 2,70 Euro festgelegt. "Es war zwar mit einem sehr hohen Volumen gerechnet worden, der sehr niedrige Bezugspreis stösst aber sauer auf", sagte ein Börsianer. Ein anderer Händler sah die Bedingungen indes "voll im Rahmen der Erwartungen." Sie seien im Kurs bereits eingepreist.
Sky Deutschland legten dagegen nach der Festlegung des Bezugspreises für die neuen Aktien aus der bereits Anfang August bekannt gegebenen Kapitalerhöhung um 2,35 Prozent auf 1,000 Euro zu. Die Massnahme ist den Angaben zufolge durch den Grossaktionär News Corp bis zum Erreichen der Schwelle von 49,90 Prozent am Grundkapital von Sky abgesichert. "Die Aktien sind bereits mit Ankündigung der Kapitalerhöhung erneut eingebrochen", sagte ein Börsianer. "Entsprechend kommt jetzt kein Druck mehr auf." Der Kurs dürfte sich dem Bezugspreis von 1,05 Euro weiter annähern./fat/gl

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