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AKTIEN FRANKFURT/Fester - Stimmung trotz schwacher Siemens-Aktie verbessert

Dieser Inhalt wurde am 03. Dezember 2009 - 15:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag an seine Vortagesgewinne angeknüpft. Der Dax stand am Nachmittag 0,58 Prozent höher bei 5.815,04 Punkten. Im Verlauf näherte sich der deutsche Leitindex bis auf 35 Punkte seinem Jahreshoch bei 5.888 Zählern an. Der MDax mittelgrosser Werte gewann 0,54 Prozent auf 7.366,23 Punkte und der TecDax legte 0,34 Prozent auf 805,25 Zähler zu. Der Auswahlindex für Technologiewerte erreichte den höchsten Stand seit September 2008.
Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank sagte: "Dubai hat sich nur als kleiner Stolperstein auf dem ansonsten durch viel Liquidität freigespülten Weg erwiesen." Die Aktienquoten seien bei vielen Institutionellen noch sehr gering und die Alternativanlagen könnten derzeit niemanden hinter dem Ofen hervorlocken - insofern blieben Aktien "in". Das Hauptereignis ist Börsianern zufolge allerdings der grosse US-Arbeitsmarktbericht am Freitag und zuvor dürften sich Investoren eher zurückhalten. Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) belastete den Markt am Nachmittag etwas, da EZB-Präsident Jean-Claude Trichet laut Halver "den ausstiegsstrategischen Zeigefinger gehoben hat, um damit die Stabilitätsgrundsätze der EZB zu unterstreichen". Es sei aber nicht überraschend, dass die EZB dennoch keine starken Anstalten mache, das Füllhorn frühzeitig zu schliessen. Dies stütze die Börsen weiter, genau wie der anhaltend feste Euro über 1,51 US-Dollar.
Zwei Einzelwerte profitierten an der Dax-Spitze von Analystenempfehlungen: Grösster Sieger bei den Standardwerten waren Lufthansa-Aktien mit einem Aufschlag von 3,12 Prozent auf 11,385 Euro. Sie profitierten von einer Kurszielerhöhung durch Nomura von 16,00 auf 16,50 Euro. Papiere von Deutsche Post legten 3,00 Prozent auf 13,390 Euro zu. Nomura hob das Kursziel für die Aktie von 15,00 auf 17,00 Euro und beliess die Einstufung auf "Buy". Der Umsatz dürfte sich im Jahr 2010 stärker als bisher angenommen erholen und die Margenbesserung sollte zügig voranschreiten, so Analyst Mark McVicar.
Siemens-Aktien rutschen dagegen nach Zahlen des Mischkonzerns zum vierten Quartal mit minus 3,52 Prozent auf 65,19 Euro ans Dax-Ende. Die Bilanz ist Händlern zufolge ? bereinigt um die Abschreibungen auf Nokia Siemens Networks (NSN) ? gar nicht schlecht ausgefallen. Auftragseingang, Umsatz und Sektorenergebnis hätten deutlich über den Erwartungen gelegen, sagte ein Händler. Die wegen NSN deutlich schlechter als erwarteten Gewinnziffern sollten den Kurs weniger stark belasten. Andere Börsianer stellten jedoch auf den "vorsichtigen" Ausblick am unteren Rand der Erwartungen ab, der die Stimmung etwas trübe. Das drücke das Papier Richtung Chartunterstützung bei 65 Euro.
Autowerte wie BMW , deren Aktien 2,10 Prozent auf 32,320 Euro zulegten, zählten zu den Gewinnern und geben dem Markt einen positiven Impuls. Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen und sein japanischer Konkurrent Mitsubishi Motors wollen enger Zusammenarbeien und prüfen gegenseitige Beteiligungen. PSA und Mitsubishi bestätigten damit zuvor erschienene Zeitungsberichte. Einem Börsianer zufolge treibt das die Aktien aus der Branche an, da sich nun neue Fantasie auf weitere Zusammenschlüsse ergebe.Daimler-Titel verteuerten sich um 1,31 Prozent auf 35,640 Euro.
Bankentitel wurden auch favorisiert. Commerzbank-Papiere legten 2,11 Prozent auf 6,280 Euro zu, Deutsche Bank verteuerten sich um 0,55 Prozent auf 49,210 Euro. Die krisengeschüttelte Bank of America will die von der US-Regierung geleisteten Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 45 Milliarden Dollar (rund 30 Mrd Euro) noch in diesem Jahr zurückzahlen. Börsianer sehen hieraus einen positiven Stimmungsimpuls auch für deutsche Finanztitel, wenngleich einige die Meldung "nicht zu hoch hängen" wollten. Aktien der Bank of America kletterten vorbörslich gut zwei Prozent.
Im MDax knüpften die Aktien von Wacker Chemie an ihren Aufwärtstrend an und legten an der Indexspitze 2,20 Prozent auf 117,22 Euro zu. Die Papiere des Spezialchemiekonzerns und Halbleiter-Zulieferers markierten mit 119,48 Euro den höchsten Stand seit Mitte September 2008. Ein Börsianer sieht hierin und in entsprechenden technischen Anschlusskäufen auch den Hauptgrund für die Kursbewegung. "Der Chart sieht einfach gut aus", fasste er zusammen.
Der nun doch bestätigte Rücktritt des Unternehmenschefs drückte dagegen die Aktien von Sky Deutschland mit minus 8,61 Prozent auf 2,23 Euro klar ans MDax-Ende. Mark Williams legt sein Amt zum 31. März 2010 "aus persönlichen Gründen" nieder. Nachfolger wird der 47-jährige Brian Sullivan, derzeit Manager beim britischen Bezahlsender British Sky Broadcasting (BSkyB). Ein Händler sagte: "Williams wurde den Anlegern erst vor knapp einem Jahr als Heilsbringer präsentiert." Darüber hinaus sehe der Chart der Aktie nicht besonders gut aus. Analyst Matthew Walker von Nomura befürchtete zwar eine weitere negative Reaktion, auch wenn die Stimmung bereits unter der vorherigen Spekulation deutlich gelitten habe. Eine weitere Kursschwäche biete denjenigen, die an eine Trendwende glauben, aber wohl eine gute Einstiegsgelegenheit.
Phoenix Solar sprangen mit plus 4,55 Prozent auf 38,38 Euro an die TecDax-Spitze. Das Photovoltaik-Unternehmen hat im November so viel umgesetzt wie noch nie in seiner zehnjährigen Geschichte. Auch für das erste Quartal 2010 seien die Aussichten positiv, teilte die Gesellschaft mit. "Hut ab, das Geschäft brummt wieder", kommentierte ein Händler die Zahlen./fat/

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