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FRANKFURT (awp international) - Gestützt auf positive US-Daten haben deutsche Aktien am Freitag mehrheitlich Kursgewinne verzeichnet. Der Dax stand am Nachmittag um 0,48 Prozent höher bei 5.940,82 Punkten. Der Leitindex hatte sich zuletzt in rauem Fahrwasser bewegt und um die Marke von 5.900 Punkten gekämpft. Zu Buche steht nun seit vergangenem Freitag ein Minus von rund einem Prozent. Der MDax fiel zuletzt um 0,05 Prozent auf 8.075,77 Punkte, während der TecDax 0,70 Prozent auf 730,06 Punkte gewann.
"Der Fokus bleibt auf den US-Daten. Eine positive Überraschung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat dem Markt vor dem Wochenende zunächst aus dem Gröbsten herausgeholfen, nachdem sehr schwache Zahlen vom US-Immobilienmarkt im Wochenverlauf für starke Verunsicherung gesorgt hatten", sagte Jörg Heineke, Aktienhändler von TAO Capital. Die US-Wirtschaft hatte im zweiten Quartal nicht so deutlich wie erwartet an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt stieg das Jahr hochgerechnet um 1,6 Prozent. Laut Heineke waren im Schnitt zwar 1,4 Prozent erwartet worden, einige hätten aber eine noch bösere Überraschung durch die Zahlen befürchtet. Die Nervosität bleibe dennoch hoch und auch in der kommenden Woche dürften alle Daten aus den USA genauestens untersucht werden.
VERSORGER ZÄHLEN ZU DEN GEWINNERN, COMMERZBANK-TITEL KLAR IM MINUS
Versorgerwerte zählten zu den Favoriten. Eon-Titel gewannen 0,93 Prozent auf 22,270 Euro und RWE legten 0,94 Prozent auf 52,50 Euro zu. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sollen die deutschen Atomkonzerne nach dem Willen der Bundesregierung als Gegenleistung für längere Kraftwerkslaufzeiten Geld in den Ausbau von Ökostrom investieren. Das Blatt schreibt von einer freiwilligen Selbstverpflichtung, was laut Händlern positiv klinge. Zudem profitiere die Branche von Spekulationen, wonach ein Konsortium öffentlicher Versorger am Gasnetz von RWE interessiert sein soll. "Der Markt nimmt das positiv auf", sagte Analyst Theo Kitz von Merck Finck. Sollte es dazu kommen, könne RWE das Geld zum Abbau der durch den Kauf von Essent gestiegenen Schulden verwenden. Jedoch müsse man die konkreten Zahlen abwarten, sagte Kitz. Andere Börsianer verwiesen auch auf das Dividendenargument, da einige Anleger in unsicheren Zeiten auf Papiere mit einer hohen Dividendenrendite setzten. Daher stehe auch die T-Aktie mit plus 1,77 Prozent auf 10,350 Euro an zweiter Stelle im Dax.
Commerzbank rutschten nach einem Bericht des "Handelsblatts" am Dax-Ende um 2,45 Prozent auf 6,241 Euro ab. Der Zeitung zufolge könnte die teilverstaatlichte Bank bald neue Aktien ausgeben. Der Vorstandschef Martin Blessing wolle fünf Milliarden Euro einnehmen, es könnten aber auch mehr sein, wenn der Markt es hergebe, hiess es. Ein Commerzbank-Sprecher verwies am Morgen auf Aussagen des Finanzvorstands Eric Strutz, wonach es keine konkreten Pläne für Kapitalmassnahmen gibt. Allerdings verwiesen Händler auf Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), er wolle sich möglichst bald von den Commerzbank-Anteilen trennen. Heino Ruland, Marktanalyst von Ruland Research, sagte: "Da die Bank selbst eine Marktkapitalisierung von nur 7,56 Milliarden Euro hat, klingen mindestens fünf Milliarden Euro viel zu ehrgeizig. Ohnehin gilt die Bank derzeit nicht als attraktiv."
Infineon gaben mit minus 0,45 Prozent auf 4,633 Euro einen Teil ihrer Vortagsgewinne wieder ab. Die Aktien des Halbleiterkonzerns waren am Vorabend hochgeschnellt, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg kurz vor Handelsschluss unter Berufung auf Verhandlungskreise von einem unmittelbar bevorstehenden Verkauf der Handysparte an den Chiphersteller Intel berichtet hatte. "Es wird mit grosser Intensität verhandelt", erfuhr die dpa aus Firmenkreisen. Ein Händler verwies auf eine Studie der DZ Bank. Darin spricht Analyst Harald Schnitzer angesichts der jüngsten Erholung der Sparte von einem perfekten Verkaufszeitpunkt. Er sei aber nicht sicher, ob der angestrebte Preis von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro erzielt werden könne. Bei einem Verkauf könnte Infineon laut Schnitzer eine substanzielle Ausschüttung an Aktionäre erwägen.
EADS UNTER DRUCK, UNITED INTERNET NACH ZAHLEN GEFRAGT
Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS rutschten nach einem Bericht zur A350-Produktion um 3,39 Prozent auf 17,370 Euro ab. Der französischen Zeitung "Les Echos" zufolge senkt Airbus seine Produktionsziele für den Airbus A350 für die Jahre 2013 bis 2015. Dagegen standen Demag Cranes mit plus 2,95 Prozent auf 24,630 Euro an der Indexspitze. Händler konnten keine fundamentalen Neuigkeiten als Grund für den Anstieg ausmachen.
Im TecDax gewannen die Aktien von United Internet nach der Vorlage ihrer Halbjahreszahlen des Internetdienstleisters im TecDax 2,66 Prozent auf 9,650 Euro. Die Bilanz ist laut Händlern "weitgehend im Rahmen der Erwartungen" ausgefallen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) habe etwas enttäuscht, was die Papiere belasten könnte, sagte ein Börsianer am Morgen. Analysten dürften aber zunächst auf eine Erklärung hierfür warten./fat/chs

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