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AKTIEN FRANKFURT/Freundlich - Warten auf US-Berichtssaison - Stimmung gut

Dieser Inhalt wurde am 07. Oktober 2009 - 12:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die deutschen Aktienindizes haben sich am Mittwoch nach leichterem Start wegen Gewinnmitnahmen schnell ins Plus gearbeitet. Sie knüpften bis zum Mittag an ihre kräftige Erholung seit Wochenbeginn an. Der Leitindex Dax stand 0,18 Prozent im Plus auf 5.667,65 Punkten. Für den MDax mittelgrosser Werte ging es um 1,37 Prozent auf 7.400,02 Zähler hoch. Der TecDax gewann 0,67 Prozent auf 756.44 Punkte.
"Die Börse verdaut den Anstieg der Vortage und der Handel am breiten Markt ist bei moderatem Volumen ruhig", sagte Aktienhändler Michael Braun von der Postbank. Die Aufmerksamkeit liege auf den Platzierungen, die uneinheitlich aufgenommen würden. Mit positiver Grundstimmung warteten die Börsianer gespannt auf den Start der Berichtssaison in den USA. Traditionell gibt der US-Aluminiumhersteller Alcoa am Abend nach US-Börsenschluss den Startschuss für die neue Berichtssaison. Bis dahin fehlen einem anderen Börsianer zufolge die Impulse und auch die Agenda lasse wenig erwarten.
Kapitalmassnahmen beziehungsweise Platzierungen bleiben laut Händlern im Fokus der Börsianer. Belastet von einer Platzierung der Otto-Beisheim-Gruppe sind Metro-Aktien bei sehr hohen Umsätzen mit minus 3,39 Prozent auf 37,09 Euro ans Dax-Ende gerutscht. Der Gründer des Handelskonzerns trennte sich von 17 Millionen Metro-Aktien oder 5,2 Prozent seiner Beteiligung. Über ein Kurssicherungsgeschäft könnten weitere 3,1 Prozent der Aktien verkauft werden. Der Metro-Gründer hielt zuvor 18,5 Prozent an Metro. Eine Beteiligung von rund 10 Prozent an Metro sei strategisch sinnvoll und ausreichend, so die Otto-Beisheim-Gruppe. Die Platzierung führte zu einigen Unsicherheiten, hiess es am Markt. Nachdem die Platzierungsspanne Händlern zufolge zunächst bei 36,50 zu 37,00 Euro angegeben worden sei, soll der Zuteilungspreis nun bei 35,00 Euro gelegen haben. Beisheim wird keinen Platzierungspreis für die Aktien offiziell bekanntgeben, sagte ein Sprecher auf Anfrage der dpa-AFX.
Auch der Automobilzulieferer Leoni spült mit dem Verkauf eigener Aktien rund 42,5 Millionen Euro in die eigene Kasse. Der Spezialist für Kabel und Bordnetzsysteme wollte sich von gut 2,9 Millionen eigenen Aktien trennen und hat einen Platzierungspreis von je 14,50 Euro genannt. Die Nürnberger wollen damit die Eigenkapitalquote verbessern und Schulden abbauen. Der Anteil von gut zehn Prozent am Grundkapital wurde im vergangenen Herbst erworben, um Zukäufe zu tätigen. Wegen der Wirtschaftskrise waren entsprechende Pläne jedoch auf Eis gelegt worden. Equinet-Analyst Tim Schuldt stufte das Papier von "Reduce" auf "Hold" hoch. Die Leoni-Aktie legte 2,58 Prozent auf 15,10 Euro zu.
Bilfinger Berger stiessen nach dem Bezugsrechteabschlag am Markt ebenfalls auf positives Echo. Bei 48,70 Euro wurden die Anteile an dem Baukonzern bereinigt um einen Bezugsrechtsabschlag deutlich höher gehandelt. Zusammen mit dem Kurs des Bezugsrechtes bei zuletzt 4,51 Euro errechnet sich ein Vergleichskurs von 53,21 Euro. Das entspricht einem Plus von 6,38 Prozent zum Vortagesschluss. Verglichen mit dem Startkurs zur Ankündigung der Kapitalerhöhung am Vortag ergebe sich ein Plus von mehr als 15 Prozent, betonte ein Händler. Händler werteten die erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung positiv und begrüssten auch den am Vortag bekannt gegebenen millionenschweren Zukauf von MCE in Österreich.
Solarwerte halfen, den TecDAX nach oben zu ziehen: Solarworld verteuerten sich um 1,42 Prozent auf 16,38 Euro und Q-Cells legten 3,41 Prozent auf 13,34 Euro zu. Börsianer verwiesen auf einen Bericht der "New York Times", wonach die Europäische Kommission einen Plan zur weiteren Senkung der Treibhausgase vorstellen will. Der Löwenanteil der 50 Milliarden Euro, die für Forschung zur Verfügung gestellt werden sollen, dürfte dabei an die Solarunternehmen gehen, hiess es. "Das dürfte das Sentiment für die Solarbranche erneut anheizen", sagte ein Händler. Ohnehin hätten die Aktien am Vorabend in New York in Erwartung einer weltweiten Wirtschaftserholung zugelegt. Bei Q-Cells werde am Markt auch wieder die Spekulation um ein mögliches Interesse von Siemens an dem Solarkonzern aufgewärmt, weshalb das Papier weiter steigt.
Conergy bauten ihre Vortagesgewinne um 13,64 Prozent auf 1,000 Euro aus. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat das US-Unternehmen MEMC seine Gegenklage wegen Vertrauensbruch gegen das deutsche Solarunternehmen zurückgezogen. Die beiden Unternehmen streiten seit Monaten über die Auflösung eines im Jahr 2007 geschlossenen milliardenschweren Vertrages über die langfristige Lieferung von Silizium. In der vergangenen Woche nun hatten die beiden Unternehmen Gespräche über eine gütliche Einigung aufgenommen. Ein Scheitern hätte laut Branchenkennern das Aus für Conergy bedeutet.
fat/dr

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