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AKTIEN FRANKFURT/Gewinne - Wall Street freundlich erwartet - Daten bremsen

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2009 - 15:00 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag dank freundlich erwarteter US-Börsen seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Am Nachmittag begrenzten allerdings leicht negativ aufgenommene US-Konjunkturdaten die Gewinne - während der Einzelhandelsumsatz im Oktober positiv überraschte, trübte sich der Empire-State-Index deutlich ein. Der Dax stieg zuletzt um 1,18 Prozent auf 5.733,85 Punkte. Der MDax rückte um 1,43 Prozent auf 7.415,81 Zähler vor. Für den TecDax ging es um 2,08 Prozent auf 777,30 Zähler hoch. Die Nachrichtenlage ist von Unternehmensseite im Vergleich zur vergangenen Woche deutlich ausgedünnt.
"Die guten US-Einzelhandelszahlen vom letzten Freitag haben einige Anleger auf dem falschen Fuss erwischt, weswegen wir uns jetzt auf einem höheren Niveau bewegen", sagte Postbank-Händler Thomas Stengl. Er bezweifelte allerdings die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung: "Der technische Aufwärtstrend hält zwar seit zwei Wochen an, was den Dax auch wieder über die 6.000 Punkte tragen könnte." Aber fundamental sei er von der Entwicklung nicht überzeugt.
Daimler kletterten mit plus 4,08 Prozent auf 35,700 Euro an die Dax-Spitze. Händler verwiesen auf die Fantasie weiterer Anteilskäufe durch den arabischen Staatsfonds Aabar. Der Vorstand der Investmentfirma Aabar Khadem Al Qubaisi habe in einem Interview mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg von Plänen einer Anteilserhöhung auf 15 Prozent gesprochen. Der Staatsfonds aus Abu Dhabi war im März mit 9,1 Prozent bei Daimler eingestiegen und hatte 20,27 Euro pro Aktie bezahlt. Später wurde des öfteren auf eine Anteilserhöhung spekuliert, so ein Börsianer.
Aktien von ThyssenKrupp profitierten laut Händler von Hochstufungen durch die Analysten von JPMorgan und Societe Generale. Hinzu komme die positive Vorgabe für Rohstoffwerte im Allgemeinen, die in Asien wegen steigender Metallpreise zu den Favoriten gezählt hätten. Zudem helle der Verkauf der auf den Gerüstbau spezialisierten US-Tochter Safway an den US-Finanzinvestor Odyssey Investment Partners die Stimmung auf, auch wenn der Kurseinfluss hier gering sei. Die Aktie verteuerte sich als drittbester Dax-Wert um 3,61 Prozent auf 24,70 Euro.
Im MDax gewannen EADS-Titel nach Zahlen zuletzt 3,77 Prozent auf 13,75 Euro. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern stürzte im dritten Quartal in die roten Zahlen und scheut eine konkrete Gewinnprognose. Indes erhielt die Flugzeug-Tochter Airbus einen Auftrag über zehn Flugzeuge aus dem Jemen. Die Urteile der Börsianer fielen uneinheitlich aus: Cheuvreux-Analyst Antoine Boivin-Champeaux sah die Zahlen auf Neunmonatsbasis insgesamt im Rahmen der Erwartungen. Dagegen hiess es etwa von den Analysten der Commerzbank und der DZ Bank, die Zahlen hätten die Schätzungen verfehlt.
Aus dem SDax berichtete GfK über die jüngste Geschäftsentwicklung. Das Marktforschungsunternehmen sprach von einer weiteren, kontinuierlichen Ergebnisverbesserung in einem nach wie vor schwierigen Umfeld. Im dritten Quartal habe man den Umsatz stabilisiert und sowohl das Ergebnis als auch die Marge des Vorjahresquartals übertroffen. Ein Händler sagte dagegen: "Die Zahlen sind eigentlich besser als erwartet ausgefallen. Positiv sollte auch der bekräftigte Ausblick wirken." Die Aktie legte um 4,01 Prozent auf 23,61 Euro zu.
Bei Fraport sorgten ein Analystenkommentar sowie eine Einigung mit den Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag für Kursgewinne von 3,54 Prozent auf 34,50 Euro. Die Citigroup hatte die Titel des Flughafen-Betreibers nach Quartalszahlen von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 30 auf 42 Euro erhöht. Insgesamt lägen die Ergebnisse des Unternehmens im Rahmen der Erwartungen, schrieb Analyst Andrew Light .
Im TecDax profitierten SMA Solar mit plus 8,80 Prozent auf 78,77 Euro von positiven Studien. Die UBS hatte ihr Ziel nach Quartalszahlen von 74 auf 98 Euro hochgesetzt beim weiter gültigen Votum "Buy". Die Ergebnisse zeigten, wie sehr der Hersteller von Wechselrichtern für Solaranlagen von steigenden Absatzvolumina profitiere, schrieb Analyst Patrick Hummel. Die Unicredit hob Votum und Ziel für die Aktie an./gl/ajx

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