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FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Donnerstag nach zwei Verlusttagen in Folge wieder an seine positive Entwicklung zum Jahresauftakt angeknüpft. Bis zum Mittag gewann der deutsche Leitindex 0,95 Prozent auf 7.005,89 Punkte. Der MDax der mittelgrossen Werte stieg um 0,72 Prozent auf 10.127,67 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,72 Prozent auf 869,29 Punkte bergauf und damit auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr.
Die Experten der SEB Bank sahen die guten Vorgaben aus den USA als Grund für die freundliche Entwicklung. Zudem haben sich die Wirtschaftsstimmung und das Geschäftsklima in der Eurozone im Dezember verbessert. Börsianer sprachen von einem anhaltend dünnen Geschäft wegen des Feiertags in einigen Bundesländern und vor dem grossen Arbeitsmarktbericht aus den USA am Freitag. Für Bewegung könnten nach Einschätzung der SEB noch die Auftragseingänge der deutschen Industrie sowie am Nachmittag die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sorgen. Diese gelten ebenso wie die bereits am Mittwoch veröffentlichten Beschäftigungszahlen für die US-Privatwirtschaft, die vom Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) ermittelt werden, als Indikator für die morgigen Job-Daten aus den USA.
PRESSEBERICHT BELASTET COMMERZBANK
Die Aktien der Commerzbank gaben nach einem Pressebericht um 0,58 Prozent auf 5,696 Euro nach. Demzufolge wird die Bundesregierung ihren Anteil an dem staatlich gestützten Institut voraussichtlich länger halten als bisher angenommen. Dies liege an einer Vereinbarung zwischen dem Bankenrettungsfonds Soffin und der Bank, berichtet das "Handelsblatt". Die Vereinbarung sehe vor, dass der Staat auch bei einer möglichen Kapitalerhöhung seine Sperrminorität behalte, so dass ohne sein Einverständnis keine weitreichenden Entscheidungen innerhalb der Bank getroffen werden könnten. "Bisher war erwartet worden, dass der Staat seinen Anteil verwässern oder im Falle einer Kapitalerhöhung reduzieren würde", kommentierte ein Börsianer. "Nun scheint die Bundesregierung ihren Einfluss länger wahren zu wollen als erwartet - das dürfte einigen Leuten nicht gefallen."
Die Siemens-Titel verloren 0,11 Prozent auf 90,66 Euro. Der Finanzchef von Siemens Healthcare, Michael Sen, sagte indes der "Börsen-Zeitung", die Sparte wolle ihre Kapitaleffizienz verbessern, und er rechne wegen höherer Investitionen im Geschäftsjahr 2010/11 mit einer rückläufigen EBITDA-Marge. Zudem dürfte Siemens Healthcare mittelfristig nicht schneller wachsen als in den vergangenen Jahren.
PRAKTIKER LEIDET UNTER UMSATZRÜCKGANG
Für die Anteilsscheine des Salz- und Düngemittelherstellers K+S ging es hingegen um 2,12 Prozent auf 57,310 Euro hoch. Börsianer verwiesen auf die aktuelle Glatteisgefahr als Kurstreiber. Zudem kaufe der Finanzinvestor Centaurus beim Konkurrenten Potash One zu, den K+S übernehmen will. Eine Branchenstudie von JPMorgan sorgte für Bewegung bei den Pharmawerten. Die US-Bank war das dritte Jahr in Folge bei ihrer "Underweight"-Empfehlung für den europäischen Pharmasektor geblieben. Die Aktien von Bayer , die die Analystin Alexandra Hauber neben Novartis als ihren "Top Pick" bezeichnet hatte, konnten an der Dax-Spitze um 2,80 Prozent auf 55,710 Euro zulegen. Ihrer Empfehlung, die Titel der Merck KGaA zu meiden, kamen die Anleger prompt nach: Die Aktien gaben moderate 0,15 Prozent auf 60,80 Euro ab.
Im MDax sorgten Aussagen zum Geschäftsverlauf bei Praktiker für Kursverluste von 1,88 Prozent auf 7,300 Euro. Die Baumarktkette hatte am Morgen bekanntgegeben, dass die Erlöse im abgelaufenen Jahr um 5,9 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro zurückgegangen sind. Damit traf das Unternehmen die eigene Prognose, die es zuletzt Ende Oktober gesenkt hatte. Von Börsianern hiess es, der Markt habe mit etwas höheren Erlösen von 3,48 Milliarden Euro gerechnet. Bereits am Mittwoch hatten Sorgen vor einem Umsatzrückgang die Titel um mehr als vier Prozent ins Minus gedrückt.
PROSIEBENSAT.1 SEHR FEST NACH GOLDMAN-STUDIE
Die Aktien des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 konnten als MDax-Spitzenreiter 4,96 Prozent auf 24,350 Euro zulegen. Die US-Bank Goldman Sachs hatte die schon zuvor zum Kauf empfohlenen Titel auf die "Pan-Europe Conviction Buy List" gesetzt und das Kursziel von 26,00 auf 32,60 Euro angehoben. In der Branche gebe es unter anderem viel Spielraum für wertsteigernde Zukäufe, hiess es./gl/chs
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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