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FRANKFURT (awp international) - Schreckensmeldungen aus Japan und die immer grösser werdende Angst vor einer atomaren Katastrophe haben den Dax am Dienstag zeitweise auf den tiefsten Stand seit Oktober 2010 gedrückt. Am späten Nachmittag konnte der deutsche Leitindex dann seine Verluste angesichts nicht ganz so starker Einbussen an den New Yorker Börsen wieder etwas eindämmen.
Zum Handelsschluss verlor der Dax 3,19 Prozent auf 6.647,66 Punkte. Der MDax der mittelgrossen Werte sank um 2,55 Prozent auf 9.628,76 Punkte. Vergleichsweise moderat fielen dagegen die Verluste im TecDax aus, für den es dank der erneuten Kursgewinne bei Erneuerbare-Energien-Aktien nur um 0,40 Prozent auf 867,31 Punkte nach unten ging.
VERSORGER GERATEN ERNEUT UNTER DRUCK
Aktienhändler Christian Falkner von Alpha Wertpapierhandel sagte, alle Blicke seien gebannt auf die Ereignisse in Japan gerichtet. Die Unsicherheit sei gross. Die zuletzt dramatische Entwicklung im arabischen Königreich Bahrain rückt an den Kapitalmärkten laut Falkner derzeit komplett in den Hintergrund.
Die Aktien der Versorger gerieten angesichts der Atomkrise in Japan und des verkündeten Moratoriums zur Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke erneut unter Druck. RWE verloren 3,60 Prozent auf 43,995 Euro, Eon verbilligten sich um 2,81 Prozent auf 21,25 Euro. Bei einer früheren Abschaltung von Kernkraftwerken entstehe ein erheblicher Druck auf die Gewinne und Bewertung beider Unternehmen, schrieb Analystin Deborah Wilkens von Goldman Sachs . Schwach zeigte sich auch der Chemiesektor. BASF , Linde und K+S rutschten um jeweils mehr als 4 Prozent ab.
Die Papiere von Chipherstellern wie Infineon und Dialog Semiconductor büssten 4,36 und 10,87 Prozent ein. Der zunächst noch positiv gewertete Preisanstieg für NAND-Speicherchips dürfte einem Börsianer zufolge nur temporär sein, da die Nachfrage aus Japan wegen der dortigen Katastrophe wohl massiv einbrechen werde.
CONERGY STEIGEN UM MEHR ALS 100 PROZENT
Für Furore im TecDax sorgten die Titel des Solarkonzerns Conergy , die mit einem Plus von 105,03 Prozent auf 0,775 Euro dreistellig hochschnellten. Gewinne von mehr als 20 Prozent gab es auch für Solarworld . Insgesamt dürfte der drohende Atom-GAU in Japan weltweit den Druck auf die Regierungen erhöhen, alternative Energien zügiger zu fördern, schrieb Analyst Ankit Jain von Standard & Poor's in einer Studie.
Der EuroStoxx 50 ging mit einem Minus von 2,38 Prozent bei 2.784,20 Punkten aus dem Handel. Verluste verbuchten auch die Leitindizes in Paris und London. Der Dow-Jones-Index in New York lag zum europäischen Handelsschluss mit rund 1,5 Prozent im Minus.
Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,81 (Montag: 2,98) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,91 Prozent auf 122,92 Punkte. Der Bund Future gewann 0,80 Prozent auf 123,17 Punkte. Für den Euro ging es nach unten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3884 (1,3948) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7203 (0,7169) Euro./ajx/she

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