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FRANKFURT (awp international) - Schwache US-Konjunkturdaten und neue Sorgen über die europäische Schuldenkrise haben den Dax am Freitag ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex schloss 0,64 Prozent schwächer bei 6.209,76 Punkten. Auf Wochensicht bedeutete das mit einem Minus von fünf Punkten fast keine Veränderung. Dagegen konnten die anderen deutschen Indizes zumindest einen Teil ihrer Tagesgewinne behaupten. Der MDax stand zum Handelsende 0,34 Prozent höher bei 8.722,01 Punkten, der TecDax rettete bei 774,71 Punkten ein Plus von 0,31 Prozent.
Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG begründete den Rücksetzer am Markt bereits vor den US-Daten vor allem technisch. "Der Handel ist typisch für einen Verfallstag", so Schmidt mit Blick auf den "Hexensabbat" genannten grossen Verfallstermin, an dem an den Terminbörsen quartalsweise zahlreiche Derivate auslaufen. Zudem rief das Rekordniveau der Renditen für irische Anleihen einem Händler zufolge die Finanzkrise wieder stärker ins Gedächtnis.
Aktien des Handelskonzerns Metro stiegen um 3,01 Prozent auf 46,100 Euro, nachdem der französische Konkurrent Carrefour eine milliardenschwere Modernisierung seiner Grossmärkte angekündigt hatte. Dies trieb dessen Aktie an und sorgte für positive Stimmung im Einzelhandelssektor. Die Kursgewinne beim Halbleiterkonzern Infineon sowie beim Softwarehersteller SAP begründeten Händler mit guten Zahlen des SAP-Konkurrenten Oracle . Zudem soll Infineon die langfristigen Margenziele angehoben haben.
Dagegen mussten die RWE-Titel Verluste von 2,19 Prozent auf 51,00 Euro hinnehmen. Laut einem Zeitungsbericht droht dem Stromkonzern 2011 wegen dauerhaft niedrigerer Stromerlöse sowie neuer Belastungen aus dem Atomkompromiss mit der Bundesregierung eine deutliche Senkung der Ergebnisziele. Titel des Konkurrenten Eon büssten am Dax-Ende 2,85 Prozent auf 21,65 Euro ein.
Im MDax legten die Aktien von Hochtief nach dem Übernahmeangebot von ACS um weitere 2,61 Prozent auf 61,00 Euro zu. Der spanische Baukonzern und Grossaktionär ACS bietet acht eigene Aktien für jeweils fünf Hochtief-Anteile. Die LBBW sowie HSBC hoben in Reaktion auf die Übernahmeofferte zudem ihre Kursziele für Hochtief an.
Der EuroStoxx 50 beendete den Tag 0,98 Prozent schwächer bei 2.757,37 Punkten. Die nationalen Leitindizes in Paris und London schlossen ebenfalls im Minus. An der New Yorker Börse zeigte sich der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss kaum verändert.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,17 (Vortag: 2,14) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,15 Prozent auf 127,32 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,44 Prozent auf 129,95 Punkte. Der Euro sank zuletzt auf 1,3039 US- Dollar. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3060 (1,3078) Dollar festgesetzt, der Dollar kostete damit 0,7657 (0,7646) Euro./gl/she

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