Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

FRANKFURT (awp international) - Weiter um sich greifende Unruhen in der arabischen Welt haben dem jüngsten Höhenflug des Dax am Montag ein jähes Ende bereitet. Der Sprung des Leitindex auf 7.442 Punkte nach positiven Daten zum deutschen ifo-Geschäftsklima am Morgen erwies sich nur als Strohfeuer. Kurz darauf schon ging es kräftig abwärts, nachdem der Dax am Freitag noch auf dem höchsten Stand seit Januar 2008 geschlossen hatte. Mit minus 1,41 Prozent auf 7.321,81 Punkte ging das deutsche Börsenbarometer aus dem Handel. Der MDax verlor 1,67 Prozent auf 10.338,55 Punkte. Der TecDax sank um 1,73 Prozent auf 901,11 Punkte.
"Der Dax hat nun den seit einigen Tagen erwarteten Korrekturkurs eingeschlagen", sagte Marktanalyst André Saenger von IG Markets. Dazu hätten auch die anhaltenden Unruhen in Arabien und insbesondere in Libyen beigetragen. Diese belasteten nicht nur die Aktienmärkte, sondern trieben die Ölpreise sowie die Notierungen für Gold und Silber kräftig in die Höhe. Laut Saenger ist nach einem Anstieg im Dax um rund sieben Prozent seit Jahresbeginn nun charttechnisch betrachtet ein Rückgang bis auf 7270 Zähler möglich.
Dennoch gab es zum Wochenstart auch Lichtblicke im schwachen Markt. So legten die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Merck nach der Vorlage von Jahreszahlen und einem ermutigenden Ausblick auf das Gesamtjahr an der Dax-Spitze um 4,47 Prozent auf 65,50 Euro zu.
Neben Merck zählten auch noch die Anteilsscheine von MAN zu den Dax-Gewinnern. Sie stiegen um 0,57 Prozent auf 86,40 Euro. Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller nimmt sich fast drei Wochen länger Zeit, um die Bilanz für das vergangene Jahr zusammenzustellen. Eine Begründung für die Verzögerung gab es zunächst nicht. Aus Industriekreisen verlautete, die Verschiebung könne im Zusammenhang mit einer möglichen Einigung mit der ehemaligen Dienstleistungstochter Ferrostaal in Schmiergeldangelegenheiten stehen. Ein Händler sagte dazu: "Wenn sich eine Einigung abzeichnet, könnte das den Weg für eine Übernahme durch VW über Scania ebnen."
Ein Bericht über weitere Schadensersatzklagen belastete die Aktien von Porsche , die ausserhalb des Dax um 2,44 Prozent auf 65,650 Euro absackten. Dem Sportwagenbauer drohen laut der "Wirtschaftswoche" im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme neue Klagen von 14 Investoren über insgesamt mehr als eine Milliarde Euro.
Bankenwerte waren europaweit allgemein sehr schwach: Die Aktien der Deutschen Bank büssten am Dax-Ende 3,21 Prozent auf 46,390 Euro ein. Die Commerzbank-Titel sanken um 1,02 Prozent auf 6,087 Euro und stemmten sich damit etwas gegen den Abwärtssog. Laut einem Bericht des "Focus" will das teilverstaatlichte Finanzinstitut einen möglichst grossen Teil seiner milliardenschweren Staatshilfen bis zum Sommer zurückzahlen.
Diese Rückzahlungen sind laut Marktexperte Klaus Stabel von der ICF Kursmakler AG ein "grosses Thema" bei der Commerzbank, über das er sich spätestens am Mittwoch zur Vorlage der Jahreszahlen 2010 Aussagen erhofft.
Im TecDax zählten Solarwerte zu den grössten Verlierern. Allen voran gaben die Titel von Solarworld 6,00 Prozent ab und die von Q-Cells 4,42 Prozent. Zum einen hat sich Industriepräsident Hans-Peter Keitel für ein Ende der Subventionierung der Sonnenenergie in Deutschland ausgesprochen, da "der Durchbruch längst gelungen" sei, wie er dem "Hamburger Abendblatt" sagte. Zum anderen droht auch auf italienischer Seite eine Kürzung oder gar Aussetzung der Solarsubventionen, da der Haushalt dieses Eurolandes schwer angeschlagen ist und sich hier einsparen liesse. 2010 war der italienische Solarmarkt ein deutlicher Wachstumstreiber für die Branche.
Sorgen um die Entwicklung in Libyen belasteten auch die europäischen Aktienindizes: Der EuroStoxx 50 fiel um 1,81 Prozent auf 3.012,34 Punkte. Die Börsen in Frankreich und Grossbritannien schlossen ebenfalls schwach. In den USA blieb der Aktienmarkt wegen eines Feiertags geschlossen.
Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,88 (Freitag: 2,85) Prozent. Der Rentenindex Rex büsste 0,11 Prozent auf 122,41 Punkte ein. Der Bund Future gewann hingegen 0,54 Prozent auf 123,76 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3668 (Freitag: 1,3627) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7316 (0,7338) Euro./ck/stb

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???