Navigation

AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Schwächer - Sorge hält Dax in enger Spanne

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 2009 - 18:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die deutschen Aktienindizes haben am Mittwoch weiter an Boden verloren. Anhaltende Sorgen um die Verschuldung von Griechenland bis Dubai hätten durch einen negativen Kommentar der Ratingagentur Standard & Poor's zu Spanien neue Nahrung erhalten und die Börsen hätten daraufhin ihren Erholungsversuch aus dem frühen Handel abgebrochen. Der Dax verlor schliesslich 0,72 Prozent auf 5.647,84 Punkte. Im Verlauf war der Leitindex noch bis auf ein Hoch bei 5.712 Zählern geklettert. Der MDax endete mit einem Minus von 0,84 Prozent bei 7.228,36 Punkten. Der Technologieindex TecDax sackte um 0,78 Prozent auf 806,52 Zähler ab.
"Die schlechtere Nachrichtenlage und der Drang, Aktien noch vor dem Jahresende zu kaufen, heben sich derzeit auf", sagte Marktanalyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Aus dieser Pattsituation resultiere die aktuelle Seitwärtsbewegung zwischen 5.600 und 5.850 Punkten im Dax. Auf Tagessicht habe sich die Unsicherheit wegen der negativen Tendenz bei der Bonitätsentwicklung in Spanien wieder erhöht. Somit trübe sich das fundamentale Bild spürbar ein und das Risiko wachse - dies belaste derzeit die Börsen. Der Euro dürfte unterdessen aus Sicht von de Schutter solange stabil bleiben, bis die Notenbanken beginnen würden, an der Zinsschraube zu drehen. Von dieser Seite erwartet der Analyst entsprechend kurzfristig kein neues Störfeuer.
Bankenwerte zählten zu den grössten Verlierern und brachen nach der Spanien-Meldung ebenfalls einen Erholungsversuch ab. Die Anteile an der Deutschen Bank verloren 1,74 Prozent auf 47,500 Euro, Commerzbank-Titel gaben am Dax-Ende sogar 2,30 Prozent auf 5,950 Euro ab. Börsianern zufolge drückt die Schuldenkrise in dem arabischen Emirat Dubai und die Sorge um Griechenland und nun auch Spanien weiter auf die Stimmung in dem Sektor. Zwar drohten infolge der Zahlungsschwierigkeiten vor allem britischen Banken hohe Abschreibungen, hiess es, die negativen Nachrichten belasteten aber die gesamte Branche. Der Schuldenberg des Bauunternehmens Nakheel, Tochter des Staatsfonds Dubai World, beläuft sich offiziellen Angaben zufolge auf umgerechnet 13,5 Milliarden Euro. Auch die Schuldenlast von Griechenland und die Entwicklung der Kreditwürdigkeit des EU-Mitglieds habe weiter belastet.
Siemens setzten unterdessen ihre zu Monatsbeginn mit der Vorlage von Zahlen eingeleitete Kursschwäche fort: Die Aktien des Mischkonzerns büssten 2,29 Prozent auf 60,61 Euro ein und hielten sich nur knapp über 59,50 Euro, die letztmalig Anfang September unterboten wurden. Zu Monatsbeginn waren noch 68,10 Euro bezahlt worden. Ebenfalls aus dem Technologiesektor rutschten Infineon-Aktien zur Schlussauktion mit 0,15 Prozent ins Minus auf 3,370 Euro auf Tagestief. Der Halbleiterkonzern erhofft sich für die Zeit nach dem September 2010 ein überproportionales Ergebnisplus, was von Börsianern positiv gewertet worden war. Uneindeutig war die Auswirkung Texas Instruments . Der US-Konzern schätzt seine Ergebnissituation zwar optimistischer ein als zuvor, die Aktien quittierten dies aber mit minus 2,58 Prozent, hatten sie doch einen noch besseren Ausblick erwartet.
Zu den spannendsten Themen am Markt zählte Börsianern zufolge zudem der Wolfsburger Autokonzern Volkswagen (VW), der eine langfristige strategische Partnerschaft mit Suzuki eingeht. Für 1,7 Milliarden Euro erwirbt VW 19,9 Prozent an dem japanischen Autobauer. Im Gegenzug will Suzuki bis zu 50 Prozent des erhaltenen Kaufpreises in VW-Aktien investieren. Die im Dax notierten Stämme legten als zweitbester Wert in dem Leitindex 0,70 Prozent auf 79,44 Euro zu, die Vorzüge fielen um 0,80 Prozent auf 63,59 Euro.
Im MDax endeten Stada-Titel mit plus 5,24 Prozent auf 25,91 Euro an der Spitze. Einerseits treibe die zweite Bieterrunde um den Generika-Hersteller Ratiopharm die Stada-Aktie, da die Bad Vilbeler das nächste Übernahmeziel werden könnten, hiess es seitens der DZ Bank. In den nächsten Wochen dürfte Stada zusätzlich von der im Koalitionsvertrag angekündigten Überprüfung der Rabattverträge in Deutschland und dem Restrukturierungsprogramm "Stada - build the future" getrieben werden.
fat/das

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?