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AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Uneinheitlich - Deutsche Bank bremst kaum

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2009 - 18:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Während sich der Dax bis zum Handelsende mit 0,37 Prozent ins Plus auf 5.833,49 Punkte arbeitete, sackte der MDax um 0,65 Prozent auf 7.460,38 Zähler ab. Der deutsche Leitindex profitierte laut Händlern am Nachmittag von einer überraschend guten Entwicklung der Wall Street nach guten Zahlen der US-Bank Morgan Stanley. Daraufhin zogen Kursgewinne bei einigen Schwergewichten den Dax ins Plus. Der TecDax schloss indes bei 775,68 Punkten mit 0,13 Prozent im Minus.
"Es hat sich zuletzt immer wieder gezeigt, dass gute Unternehmensergebnisse nicht mehr zu weiterem Auftrieb geführt haben", sagte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba mit dem Blick auf die überraschend vorgelegten Eckdaten der Deutschen Bank. Diese waren besser ausgefallen als erwartet, konnten die Aktien aber nicht weiter antreiben. Schmidt sagte zur insgesamt eingetrübten Stimmung an der Börse: "Die Zweifler haben wieder die Oberhand gewonnen und nun setzen auch vermehrt Gewinnmitnahmen nach positiven Neuigkeiten ein." Am späten Nachmittag folgte dann aber die Umkehr des Dax in positives Terrain, was Mark Rohles, Marktanalyst bei IG Markets, mit der positiven Tendenz der Wall Street begründete. Diese habe den Dax in ihrem Windschatten mitgezogen.
Tagesthema waren die kurz vor Markteröffnung vorgelegten vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal der Deutschen Bank . Ein Geldsegen vom Finanzamt, eine Erholung im Privatkundengeschäft und ein Aktienverkauf haben dem Branchenprimus zu einem neuerlichen Milliardengewinn verholfen. Marktanalyst Rohles sagte: "Die vorgezogenen Quartalszahlen befriedigten lediglich die Analysten. Die Anleger reagierten indes mit einer Gewinnmitnahmewelle." Sogar die guten Zahlen von der US-Bank Morgan Stanley - die an der Wall Street mit einem Plus von fast sieben Prozent honoriert wurden - und die in der Folge einsetzende Markterholung halfen dem Papier laut Händlern nur sehr begrenzt. Zum Handelsende standen bei dem zweitschlechtesten Dax-Wert minus 2,42 Prozent auf 54,000 Euro zu Buche.
Versorgertitel knüpften dagegen an ihre am Vortag eingeleitete Erholung von den zuvor deutlichen Kursverlusten an und zählten als schwer gewichtete Dax-Werte zu den Favoriten. Tagessieger waren die Aktien von Eon , die sich um 2,18 Prozent auf 27,22 Euro verteuerten. RWE stiegen um 0,66 Prozent auf 62,26 Euro. Einige Anleger suchen offenbar wieder dividendenstarke Titel, kommentierte ein Händler. Da passe auch ins Bild, dass sich die in den vergangenen Wochen eher vernachlässigten Papiere der Deutschen Telekom als zweitbester Dax-Wert um 1,96 Prozent auf 9,635 Euro erholten.
Im MDax zog die Immobiliengesellschaft IVG mit der Ausgabe von zehn Millionen neuen Aktien zu je 7,20 Euro für Gesprächsstoff. Der Erlös soll dem Kauf weiterer Gebäude dienen, hiess es. Analyst Hasim Sengül von der DZ Bank meinte jedoch, der aktuelle Schritt sei möglicherweise nur ein Probelauf und Appetithäppchen gewesen, um die Reaktionen des Marktes für eine folgende höhere Kapitalerhöhung einschätzen zu können. Die Aktie verlor 3,44 Prozent auf 7,58 Euro, löste sich damit aber ganz deutlich vom Tagestief bei 7,03 Euro.
Für Aufsehen sorgten auch einige Unternehmen aus der dritten Reihe: Schmack Biogas brachen nach einem überraschenden Insolvenzantrag um 78,68 Prozent auf 0,97 Euro ein. Vor der Handelsaussetzung wegen der Mitteilung des Biogasanlagen-Herstellers, der auf seine drohende Zahlungsunfähigkeit reagierte, hatte die Schmack-Aktie noch bei 4,53 Euro notiert. Arcandor markierten bei 0,152 Euro ein neues Rekordtief und gingen 13,07 Prozent tiefer bei 0,153 Euro aus dem Handel. Robert Halver, Marktanalyst der Baader Bank, sagte: "Aus dem Mythos Quelle wurde ein Ladenhüter, der auch geschenkt als zu teuer gilt. Mit diesem zweiten Einknicken eines Pfahls nach Karstadt wird aus dem Penny-Stock Arcandor nun ein Penny-Penny-Stock."/fat/he

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