Navigation

AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Verluste - Enttäuschung über US-Banken

Dieser Inhalt wurde am 15. Oktober 2009 - 18:30 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Nach dem deutlichen Kursplus zur Wochenmitte ist am deutschen Aktienmarkt wieder Ernüchterung eingekehrt. Die wichtigsten Aktienindizes legten am Donnerstag den Rückwärtsgang ein, nachdem die US-Grossbanken Goldman Sachs und Citigroup die Anleger nicht mit ihren Quartalszahlen überzeugen konnten. Der Dax sank um 0,40 Prozent auf 5.830,77 Punkte, nachdem er gleichwohl bei etwa 5.869 Zählern zeitweise noch den höchsten Stand seit Oktober 2008 erreicht hatte. Der MDax fiel um 0,45 Prozent auf 7.596,03 Zähler und der TecDax verlor 1,76 Prozent auf 776,14 Punkte. Auch diese Indizes hatten zwischenzeitlich neue Jahreshochs markiert.
Die Minuszeichen am Aktienmarkt sorgten bei Marktbeobachtern für Erstaunen, da beide Bankhäuser die Erwartungen der Analysten übertroffen hatten. Nachdem jedoch am Mittwoch der Wettbewerber JPMorgan sehr gute Zahlen vorgelegt hatte, haben einige Investoren Börsianern zufolge die Messlatte nun noch höher gelegt - und seien prompt enttäuscht worden. "Der Optimismus ist derzeit so gross, dass selbst Top-Zahlen nicht ausreichen", kommentierte Dirk Müller, Händler bei MWB Fairtrade. Die jüngsten Konjunkturdaten lieferten indes unterschiedliche Signale. So haben sich die Geschäftsaussichten im Verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York in diesem Monat überraschend aufgehellt, während sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Oktober unerwartet deutlich eingetrübt hatte.
Deutsche Bankentitel büssten nach den Zahlen der US-Banken einen guten Teil ihrer im Handelsverlauf erzielten Gewinne wieder ein oder drehten sogar in negatives Terrain. So sanken etwa Commerzbank-Aktien um 0,63 Prozent auf 8,635 Euro. Die Bank hat zudem die auf Vermögensverwaltung und Treuhandgeschäfte spezialisierten Sparten von Kleinwort Benson in Grossbritannien für 225 Millionen Pfund (rund 241 Millionen Euro) an RHJ International verkauft. Händlern zufolge wurde dies erwartet, da die Trennung von verschiedenen Unternehmensteilen durch die Inanspruchnahme von Staatshilfe von der EU gefordert wurde. Deutsche-Bank-Papiere legten noch um 0,68 Prozent auf 56,38 Euro zu, waren zwischenzeitlich aber bis auf 58,29 Euro geklettert.
Versorgertitel setzten ihre Schwäche vom Vortag fort. RWE verloren dabei mit minus 1,96 Prozent auf 61,00 Euro besonders deutlich. Umwelt- und Wirtschaftsexperten von Union und Liberalen haben sich nach FDP-Angaben zwar grundsätzlich über längere Laufzeiten für sichere Atomkraftwerke verständigt, konkrete Angaben wie Jahreszahlen oder Ausgleichszahlungen der Atomkonzerne sollen im Koalitionsvertrag aber nicht genannt werden.
Bei Henkel hingegen wirkte laut Händlern eine Kaufempfehlung der Citigroup vom Vortag nach - die Anteile verteuerten sich an der Dax-Spitze um 2,29 Prozent auf 31,71 Euro. Metro-Titel legten um 1,82 Prozent auf 39,81 Euro zu. Die eingeleiteten Kostensenkungen zeigten nun ihre Wirkung, schrieb Analyst Jaime Vazquez von JPMorgan in einer Studie.
Nach gemischten Zahlen legten bereits die am Vortag gefragten Aktien von Südzucker um 2,12 Prozent zu auf 15,38 Euro. Europas grösster Zuckerproduzent konnte im zweiten Quartal bei nahezu stabilem Umsatz sein operatives Ergebnis nahezu verfünffachen, blieb damit allerdings unter den Erwartungen. Besser als am Markt prognostiziert fielen einem Händler zufolge indes Umsatz und Überschuss aus. Auch die Bestätigung der Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr sei positiv. Gerresheimer-Titel stiegen nach dem Bericht zum dritten Quartal um 0,59 Prozent auf 22,10 Euro, nachdem sie zeitweise zu den schwächsten MDax-Titeln gezählt hatten. Der Spezialverpackungshersteller hatte nach einem schwachen dritten Quartal den Ausblick auf das Gesamtjahr präzisiert./la/ck

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?