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AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Verluste im Sog der Schuldenkrise

Dieser Inhalt wurde am 06. Mai 2010 - 18:17 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag den dritten Tag in Folge auf Talfahrt gegangen. Sorgen, dass die Schuldenkrise im Euroraum weiter um sich greifen könnte, gewannen erneut die Oberhand. Erneut verblassten vor diesem Hintergrund einige starke Quartalsberichte deutscher Grosskonzerne. "Die Krise hat uns fest im Griff", sagte Aktienhändler Christian Schmidt von der Postbank. Der Dax büsste 0,84 Prozent auf 5.908,26 Punkte ein und verlor damit innerhalb einer Handelswoche inzwischen fast sieben Prozent. Der MDax sank um 1,18 Prozent auf 7.890,85 Punkte und der TecDax rutschte um 0,45 Prozent auf 769,63 Punkte ab.
"Der Dax ist vor allem am Nachmittag kräftig unter Druck geraten", kommentierte der Postbank-Händler und verwies als Auslöser auf den "riesigen Kursrutsch des Euro" und die Schwäche der US-Börsen. Die Gemeinschaftswährung fiel an diesem Tag unter 1,27 auf US-Dollar, nachdem am Markt entschiedenere Aussagen des EZB-Präsidenten zum Thema Ankauf von Staatsanleihen vermisst worden waren. Jean-Claude Trichet hatte lediglich mitgeteilt, dass dies nicht diskutiert worden sei. Nach Ansicht von Schmidt haben auch die Bilder vom Chaos in Griechenland am Mittwoch zur negativen Stimmung beigetragen, denn "man fragt sich immer mehr, ob der Sparwille wirklich umgesetzt werden kann".
COMMERZBANK-AKTIE ENDET TROTZ ÜBERRASCHEND STARKER ERGEBNISSE IM MINUS
Unter den Dax-Konzernen stachen die Commerzbank und der Konsumgüterhersteller Beiersdorf mit Quartalszahlen hervor. Nach zwei verlustreichen Jahren war die Commerzbank wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt und meldet überraschend starke Ergebnisse. Die Aktie jedoch, die daher zeitweise bis auf 6,037 Euro gestiegen war, konnte letztlich nicht profitieren. Sie ging mit minus 1,17 Prozent auf 5,652 Euro aus dem Handel. Erfreuliche Zahlen meldete auch Beiersdorf und bestätigte zugleich den Jahresausblick. Doch auch diesen Aktien gelang es nicht, ihr Plus in den Feierabend zu retten. Sie verloren 0,63 Prozent auf 42,660 Euro.
Hart hatte das erste Quartal den Baustoff-Konzern HeidelbergCement erwischt. Doch nach roten Zahlen zum Jahresauftakt sieht Vorstandschef Bernd Scheifele nun eine Trendwende für das Gesamtjahr. Zudem wird am Markt erwartet, dass das Unternehmen im Juni in die Dax30-Familie aufgenommen wird. Die Anteilsscheine gaben dennoch im schwachen Marktumfeld um 1,25 Prozent auf 43,310 Euro nach. Der Maschinenbaukonzern Gea hatte im operativen Geschäft die Erwartungen verfehlt, während der Agrarhandelskonzern Baywa unspektakuläre Zahlen bekanntgab. Beide Titel zeigten sich sehr schwach mit etwas mehr als zwei Prozent Verlust.
BMW UND K+S FAVORITEN IM DAX
Die Anteilsscheine von BMW profitierten hingegen von mehreren positiven Analystenkommentaren und zählten mit plus 1,22 Prozent zu den Favoriten im Dax. Die K+S-Papiere legten mit einem Aufschlag von 1,44 Prozent sogar noch etwas stärker zu. Der Düngemittel-Produzent dürfte Analysten zufolge deutlich von der voraussichtlich länger anhaltenden Aufwertung des US-Dollar im Vergleich zum Euro profitieren.
Mit Blick auf die Aktienmärkte in Europa und den USA sackte der EuroStoxx 50 sackte um 2,53 Prozent auf 2.611,41 Punkte ab. Auch in Paris und London wurden deutliche Verluste verzeichnet. In den USA zeigten sich die wichtigsten Indizes ebenfalls schwach.
Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,46 (Vortag: 2,49) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,30 Prozent auf 126,29 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,64 Prozent auf 127,16 Punkte. Der Kurs des Euro fiel bis zum Abend auf 1,2676 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2727 (1,2924) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7857 (0,7738) Euro./ck/he

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