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FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Mittwoch seine Vortagesverluste deutlich ausgeweitet. Aus Sorge um eine Konjunkturabschwächung in den USA fiel der Leitindex unter die Marke von 6.200 Punkten und notierte am frühen Nachmittag 1,79 Prozent tiefer bei 6.173,58 Punkten. Ausser Henkel gaben alle Dax-Aktien nach. Der MDax mittelgrosser Werte sank um 1,90 Prozent auf 8.390,83 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,91 Prozent nach unten auf 751,20 Punkte.
Marktanalyst Frank Geilfuss vom Berliner Bankhaus Löbbecke begründete die Kursverluste mit skeptischen Äusserungen der US-Notenbank (Fed) vom Dienstag. Die konjunkturelle Erholung der US-Wirtschaft dürfte in den kommenden Monaten schwächer als erwartet verlaufen, hatte die Fed in einem Kommentar zu ihrer Zinsentscheidung geschrieben. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erforderten weiterhin ein "aussergewöhnlich niedriges Zinsniveau über einen längeren Zeitraum". Zudem hätten einige Anleger Kasse gemacht, nachdem der Dax in der Vorwoche mehrere neue Jahreshochs erklommen hatte, ergänzte der Experte.
Analyst Klaus Stabel von der ICF Kursmakler AG argumentierte mit Blick auf die Charttechnik, der Dax sei bei seinem Versuch gescheitert, aus der bisherigen Handelsspanne nach oben auszubrechen. Das am Freitag erreichte neue Hoch im Leitindex habe sich nicht als nachhaltig herausgestellt.
RHEINMETALL ENTTÄUSCHT MIT SEINER PROGNOSEERHÖHUNG
Im Fokus standen ansonsten weiterhin die Zahlen aus der Bilanzsaison. Der Versorger Eon etwa überraschte mit seinem Umsatz und Reingewinn im ersten Halbjahr leicht positiv. Insgesamt aber dominiere die Diskussion um die Steuerpläne der Regierung und auch um die Laufzeitenverlängerung für Atomkraftwerke, meinte ein Händler. Insofern habe sich das Zahlenwerk kaum auf den Eon-Kurs ausgewirkt. Die Papiere sanken um 0,83 Prozent auf 23,25 Euro.
Im MDax fielen die Aktien von Rheinmetall um 4,49 Prozent auf 45,17 Euro. Der Autozulieferer und Rüstungskonzern erhöhte zwar wegen der gestiegenen Automobilproduktion seine Jahresprognose. Für das zweite Halbjahr rechnen die Düsseldorfer mit einer weiter positiven Entwicklung. Dabei dürfte das Umsatzwachstum im Automobilzuliefergeschäft aber unter der Rate der ersten Jahreshälfte zurückbleiben. Ein Händler sprach von einer "enttäuschenden Prognoseerhöhung".
Die anziehende Nachfrage und gestiegene Preise bescherten dem Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) im ersten Halbjahr einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg. Belastet von Gewinnmitnahmen verbilligten sich die Titel dennoch um 5,30 Prozent auf 16,16 Euro und waren damit der schwächste Wert im MDax. Am Dax-Ende verloren die als besonders konjunktursensibel geltenden Papiere des Stahlkochers ThyssenKrupp 3,68 Prozent auf 22,92 Euro.
TUI-TITEL NACH ZAHLEN SEHR SCHWACH
Tui-Titel fielen nach Zahlen um 2,12 Prozent auf 7,76 Euro. Analyst Raimon Kaufeld von der WestLB zeigte sich enttäuscht von der Touristiksparte des weltgrössten Reisekonzerns, die ausser mit der isländischen Vulkanasche auch mit der schleppenden Nachfrage in Grossbritannien sowie dem harten Wettbewerb in Deutschland zu kämpfen habe. Aktien von Bilfinger Berger verringerten nach Zahlen ihr Minus leicht auf 1,72 Prozent, womit sie bei 45,470 Euro standen. Der Gewinn des Bau- und Dienstleistungskonzerns im ersten Halbjahr habe positiv überrascht, meinte ein Händler.
Ferner verdiente der Mobilfunkanbieter Freenet im zweiten Quartal trotz eines Umsatzrückgangs mehr als im Vorjahr. Daher kletterten die Aktien mit einem Plus von 2,69 Prozent auf 8,20 Euro an die Spitze des TecDax. Schlusslicht aber waren die Papiere des Photovoltaik-Unternehmens Phoenix Solar , die nach Zahlen und wegen einer "nur bekräftigten" Prognose 6,38 Prozent auf 30,895 Euro verloren./la/gl

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