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AKTIEN FRANKFURT/Uneinheitlich - TecDax schafft Sprung in positives Terrain

Dieser Inhalt wurde am 17. November 2009 - 11:50 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Nach einem schwachen Auftakt hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag uneinheitlich entwickelt. Gegen Mittag fiel der Dax um 0,23 Prozent auf 5.791,71 Punkte und der MDax gab 0,26 Prozent auf 7.420,32 Zähler ab. Lediglich der TecDax schaffte es mit plus 0,11 Prozent auf 782,75 Zähler in positives Terrain.
Ein Marktteilnehmer sprach von einer notwendigen Verschnaufpause nach zuletzt wieder deutlichen Kursgewinnen. Am Nachmittag dürften die US-Erzeugerpreise sowie die Daten zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung neue Impulse geben.
Aktien von K+S gewannen an der Dax-Spitze 3,25 Prozent auf 39,66 Euro. Händler verwiesen auf Marktgerüchte, denen zufolge der legendäre US-Investor Warren Buffet mit seiner Holding Berkshire Hathaway eine Beteiligung an dem Düngemittelkonzern anstrebt. Einige Börsianer winkten schnell ab: K+S passe eher nicht in die Strategie von Buffet und wenn, dann dürfte der Investor nicht vor der wohl geplanten Kapitalerhöhung einsteigen. Ein anderer Börsianer sieht aber gerade eine mögliche Kapitalerhöhung als Einstiegschance. Der Konzern sei jedoch hochverschuldet und die Visibilität sei gering - zudem sei das Marktumfeld weiterhin sehr schwierig. Bei SAP sorgten einmal mehr Spekulationen um eine Übernahme durch Microsoft für Aufschläge von 1,05 Prozent auf 33,190 Euro. Auch diese bewertete der Markt aber skeptisch.
Für Lufthansa-Titel ging es nach kritischen Aussagen des Managements um 1,86 Prozent auf 11,100 Euro bergab. "2010 wird eine schwierige Herausforderung für uns werden", sagte Vizechef Christoph Franz der "Financial Times Deutschland" (FTD). Es würden zwar genügend Tickets abgesetzt, Preiserhöhungen seien aber nicht möglich. Franz sieht auch keinerlei Tendenz für eine nachhaltige Erholung. Neben den krisenbedingten Einnahmeausfällen bei Premiumkunden machen Europas grösster Airline vor allem die hohen Personalkosten und die Konkurrenz durch Billigflieger zu schaffen. Diese sollen einem Interview mit Franz in der "Süddeutschen Zeitung" zufolge mit niedrigeren Ticket-Preisen angegriffen werden. Michael Bahlmann, Analyst bei M.M. Warburg, wertet die Aussagen als Bestätigung dafür, dass Fluggesellschaften wie die Lufthansa in einer schwierigen Lage sind, die auch noch einige Zeit anhalten dürfte.
Bei Merck KGaA sorgte eine Abstufung für Abschläge von 2,74 Prozent auf 64,95 Euro, was die Aktie ans Dax-Ende drückte. Morgan Stanley senkte das Votum für die Titel des Pharma- und Chemiekonzerns von "Equal-weight" auf "Underweight" und das Kursziel von 66 auf 61 Euro. Analyst Andrew Baum begründete dies mit den aus seiner Sicht überzogen optimistischen Erwartungen an Erbitux gegen Lungenkrebs und Mylinax gegen Multiple Sklerose. Er sieht weitere Risiken für deutliche Prognosesenkungen am Markt: Immerhin liege seine Gewinnschätzung für 2011 um 14 Prozent unter dem Konsens.
RWE-Papiere verloren moderate 0,05 Prozent auf 62,53 Euro. Der Versorger will den fehlgeschlagenen Expansionsversuch in den USA endgültig beenden und sich komplett von American Water trennen. Derzeit laufe die Platzierung von 37,4 Millionen American-Water-Aktien, hatte das US-Unternehmen am Montagabend mitgeteilt. Zudem habe RWE den Investmentbanken eine Mehrzuteilungsoption von 3,7 Millionen weiteren Anteilen eingeräumt. Sollten auch diese platziert werden, hält RWE nach Angaben von American Water keine Anteile am amerikanischen Wasserversorger mehr. Ein Börsianer sah die schnelle Verabschiedung als grundsätzlich positiv für den Kurs. Gehe die Platzierung durch, bedeute dies einen Verkauf des Restanteils von 60 Prozent innerhalb von nur fünf Monaten.
Im TecDax liess eine freundlich aufgenommene Kapitalerhöhung Aktien von Smartrac mit plus 5,35 Prozent auf 16,35 Euro an die Spitze steigen. Über eine Kapitalerhöhung im Rahmen einer Privatplatzierung nahm der niederländische Funktechnik-Anbieter 20,9 Millionen Euro ein. Die insgesamt 1,35 Millionen Aktien gingen an einen geschlossenen Zirkel von Investoren. Helfend zur Seite stand dabei die Privatbank Berenberg. Pro Aktie nahm Smartrac 15,50 Euro ein. Ein Börsianer äusserte sich positiv, dass die Kapitalerhöhung so problemlos platziert werden konnte. Dies honoriere auch der Markt.
Drägerwerk -Aktien verloren hingegen nach einem Pressebericht 0,34 Prozent auf 29,00 Euro. Der Medizin- und Sicherheitskonzern habe die Bedingungen festgezurrt, zu denen er den 25-Prozent-Anteil von Siemens an seiner Medizinsparte zurückkaufen wolle, schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person. Der Kaufpreis soll bei mindestens 230 Millionen Euro liegen. "In früheren Berichten wurde ein Preis von 275 bis 300 Millionen genannt, den Analysten als teuer erachtet hatten", sagt ein Händler. "Ein Preis von 230 Millionen Euro sollte daher leicht positiv für Drägerwerk gesehen werden." Vorsichtiger fiel das Fazit von Equinet-Analyst Edouard Aubery aus. Der Deal sei zwar strategisch und finanziell sinnvoll, führe aber zu einer stark steigenden Verschuldung, gab er zu bedenken./gl/rum

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