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NEW YORK (awp international) - Enttäuschende Unternehmenszahlen haben die US-Börsen am Mittwoch ins Minus gedrückt. Von verhaltenen Daten zum US-Immobilienmarkt gingen ebenfalls keine positiven Impulse für die am Vortag noch starke Wall Street aus. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,11 Prozent tiefer bei 11.825,29 Punkten, hielt sich damit aber noch vergleichsweise gut. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor deutliche 1,01 Prozent auf 1.281,92 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq sank der umfassende Composite Index um 1,46 Prozent auf 2.725,36 Punkte, und der Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 1,09 Prozent auf 2.303,32 Punkte ein.
Sämtliche Indizes waren indes am Dienstag noch auf neue Hochs geklettert: Der Dow hatte ebenso wie der S&P 500 so stark geschlossen wie seit Sommer 2008 nicht mehr, und der Nasdaq Composite hatte sein Niveau aus dem November 2007 erreicht. Der Nasdaq 100 hatte diese Entwicklung aber noch klar in den Schatten gestellt: Er schloss so stark wie seit knapp zehn Jahren nicht mehr.
GEWINN VON GOLDMAN HALBIERT SICH
Im Blick standen am Mittwoch vor allem die Quartalszahlen von Goldman Sachs, IBM und Apple. Für die Aktien von Goldman Sachs ging es um 4,69 Prozent auf 166,49 US-Dollar bergab. Die US-Investmentbank hat schon bessere Zeiten gesehen: Im vierten Quartal verdiente sie mit 2,2 Milliarden Dollar nicht einmal halb so viel wie im extrem starken Vorjahreszeitraum. Vor allem das einst so lukrative Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen schwächelte. Im Gesamtjahr musste Goldman ebenfalls einen Gewinnrückgang hinnehmen. Auch die Aktien der Banken Wells Fargo und State Street reagierten auf die Vorlage ihrer Zahlen mit Verlusten.
Am Vortag hatten bereits die Titel der Citigroup enttäuschende Zahlen mit Kursabschlägen quittiert. "Die Anleger hatten hohe Erwartungen für die Finanzunternehmen, die den Markt zuletzt mit angeführt haben", sagte ein Experte. Den Massstab beim Gewinn hatte zuletzt JPMorgan Chase gesetzt. Der US-Branchenprimus verdiente im Schlussquartal 4,8 Milliarden Dollar. Am Donnerstag legt die Investmentbank Morgan Stanley ihre Bilanz vor, am Freitag folgt die Bank of America . Die Aktien beider Unternehmen schlossen am Mittwoch sehr schwach.
AMERICAN EXPRESS ERWARTET GEWINNBELASTUNG DURCH UMBAU
Die Titel von American Express büssten 2,44 Prozent auf 45,24 Dollar ein, nachdem das Kreditkartenunternehmen mitgeteilt hatte, es erwarte wegen hoher Umbaukosten im vierten Quartal eine deutliche Gewinnbelastung. Der American-Airlines-Mutterkonzern AMR konnte seinen Verlust im vierten Quartal zwar eindämmen. Analysten rechnen aber weiterhin mit Gegenwind durch den steigenden Ölpreis. Die Titel gaben um 7,24 Prozent auf 7,69 Dollar nach. Am Vortag waren bereits die Titel von Konkurrent Delta Air Lines deutlich abgerutscht, da unter anderem höhere Treibstoffkosten zu einem enttäuschenden Quartalsgewinn geführt hatten.
Ernüchternde Zahlen legte auch der LED-Hersteller Konzern Cree vor, was die Aktie um 14,74 Prozent auf 53,63 Dollar einbrechen liess. Das Unternehmen enttäuschte mit seinen Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal sowie mit dem Ausblick auf das laufende Quartal die Erwartungen deutlich, auch wenn es im ersten Halbjahr 2011 damit rechnet, dass die Nachfrage anziehen und China zudem weiter investieren wird. Beim Düngemittelhersteller Mosaic sorgten Pläne des Agrarkonzerns und Grossaktionärs Cargill, seine Mehrheitsbeteiligung abzuspalten, für einen Kursrutsch von 10,49 Prozent auf 76,15 Dollar. Dies könnte Mosaic nach Einschätzung von Experten zum Übernahmekandidaten für andere Unternehmen aus dem Rohstoffsektor machen.
STARKE ZAHLEN VON IBM UND APPLE
Der Computerkonzern IBM stand in der Unternehmensgeschichte niemals besser da. Das sorgte für Kursgewinne von 3,35 Prozent auf 155,69 Dollar und den ersten Platz im Dow. Starke Geschäfte mit IT-Dienstleistungen, Software und Firmenrechnern bescherten "Big Blue" im Schlussquartal unerwartet Rekordzahlen. Zudem unterzeichnete IBM mit dem britischen Chip-Spezialisten ARM eine Vereinbarung für den Ausbau ihrer bereits bestehenden Zusammenarbeit. Dabei geht es um eine neue Generation von Prozessoren für mobile Geräte. Konkrete Produkte aus dieser Zusammenarbeit werden bis 2013 erwartet.

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