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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steht weiter im Banne der sich überschlagenden Ereignisse in Japan und ist am Dienstag erneut mit deutlich tieferen Notierungen in den Tag gestartet. Nach einer neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1 ist die radioaktive Strahlung auch in der Nähe der japanischen Hauptstadt Tokio angestiegen. Dies führte insbesondere an der Börse Tokios zu dramatischen Kursverlusten, wo der Leitindex in der Spitze um bis zu 14% nachgab.
Andere Themen wie die kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen oder die Eurokrise treten angesichts der drohenden Nuklearkatastrophe in den Hintergrund. Auch anstehende Konjunkturdaten werden wohl nicht im gewohnten Masse Einfluss auf die Aktienmärkte nehmen. In den USA stehen das Ergebnis und Aussagen von der US-Notenbank-Sitzung im Fokus, sowie der Empire State Index.
Bis um 09.30 Uhr sinkt der SMI um 1,87% auf 6'157,32 Punkte. Der 30 Titel umfassende, um die Gewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) steht 1,95% tiefer auf 985,35 Stellen und der breite Gesamtmarkt (SPI) büsst 1,83% auf 5'592,09 Punkte ein.
Sämtliche Schweizer Blue Chips verzeichnen im frühen Geschäft Verluste. Marktteilnehmer verweisen zudem auf den bevorstehenden grossen Eurex-Verfall vom kommenden Freitag, welcher den Kursrückgang noch beschleunigen könnte.
Die grössten Abgaben gehen zum Berichtszeitpunkt auf die Aktien der Luxusgüterkonzerne Richemont (-4,0%) und Swatch (-4,2%). Der Industrie steht eine Abnahme der Nachfrage aus Japan bevor, fürchten Händler. Japan ist für 11% des Luxusgüterabsatzes verantwortlich, weitere 10% sind auf japanischen Tourismus im Ausland zurückzuführen. Ob diese Lücke durch andere Märkte wie China, Indien, Brasilien oder Russland aufgefangen werden kann, ist gemäss Experten sehr fraglich.
Versicherungswerte bleiben mit den Folgen des Erdbebens und Tsunamis in Japan sowie der nuklearen Katastrophe im Fokus. Swiss Re geben um weitere 1,6% nach, damit haben die Papiere innert dreier Handelstage um rund 10% nachgegeben. ZFS notieren 1,5% tiefer.
Marktteilnehmern zufolge hat sich aber die Lage für die Versicherer aber durch die Verschärfung der Lage im Fukushima nicht verschlimmert. Swiss Re habe bereits am Vortag erläutert, dass bei der Versicherung von Nuklearanlagen in Japan Schäden durch Erdbeben, Tsunamis und durch Erdbeben ausgelöste Brände ausgeschlossen sind.
Auch Bankaktien liegen im Angebot: Credit Suisse verlieren 1,4%, UBS 1,4% und vor allem Julius Bär 2,7%. Der Kurseinbruch in Japan schlage tiefe Kerben in den Handelsbüchern der Banken, erklärten Marktbeobachter. Die UBS hat im Geschäftsjahr 2010 etwas mehr verdient, als ursprünglich ausgewiesen: Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn fiel 373 Mio CHF höher aus als im Februar gemeldet.
Mit deutlichen Kursabschlägen werden auch die zyklischen Sektoren gehandelt, da die globale Wirtschaftsentwicklung durch die Ereignisse in Japan belastet werde, so Händler. ABB sinken um 2,9%, Syngenta um 2,8%, SGS um 2,3%, Transocean um 2,8% und Holcim um 1,5%.
Besser als der Gesamtmarkt schneiden defensive Papiere wie Swisscom (-1,3%), Nestlé (-1,4%), Roche (-1,4%) und Novartis (-2,0%) ab. Letztere hat für den Produktekandidaten INC424 positive Studien bei Patienten mit Myelofibrose vorgelegt. Zulassungsanträge seien weltweit ab dem zweiten Quartal 2011 geplant.
Im breiten Markt haben verschiedene Unternehmen Jahreszahlen gezeigt; darunter Lindt&Sprüngli (PS -0,3%; N +0,1%), Galenica (+0,8%), Huber + Suhner (-1,6%) sowie die VP Bank (noch ungehandelt).
Aktien von Unternehmen, welche im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind, steigen weiter. So steigen etwa Meyer Burger um 4,4% und die Solarstromproduzentin Edisun Power um 6,0%. Schweiter ist ein Zulieferer für die Windindustrie; die Papiere ziehen um 1,0% an.
Auf der anderen Seite leiden die Aktien der Energieversorgerin BKW (-7,5%) erneut unter der neu entfachten AKW-Diskussion. Der Bundesrat hat gestern die laufenden Verfahren bei den Rahmenbewilligungsgesuchen für neue Atomkraftwerke in der Schweiz sistiert. BKW betreibt das Kernkraftwerk Mühleberg, das älteste der Schweiz.
Micronas, mit einem starken Engagement in Japan verlieren 7%. Rund ein Drittel des Umsatzes werden in Japan erzielt.
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