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Zürich (awp) - Die Schweizer Börse zeigt sich heute Dienstag in der Eröffnungsphase gut gehalten, nachdem der Markt gestern im Zuge einer technischen Reaktion fester geschlossen hatte. Gesucht sind wie bereits am Vortag vor allem zyklische Titel und Finanzvaloren; defensive Valoren begrenzen die Avancen. Die Vorgaben aus den USA sind mehr oder weniger neutral. Die US-Märkte haben zwar deutlich fester - und auf dem höchsten Niveau seit September 2008 - geschlossen, allerdings im Vergleich zum Europa-Schluss um 17.30 Uhr noch etwas nachgegeben. Etwas fester zeigten sich die asiatischen Märkte.
Händler halten hierzulande vorerst weiter steigende Kurse für durchaus möglich. Zu Jahresbeginn gebe es oft frische Mittelzuflüsse bei Banken, die für positive Stimmung und steigende Kurse sorgen. Auch werde die Entwicklung der Weltwirtschaft derzeit optimistisch eingeschätzt. So seien die gestern publizierten, leicht über den Erwartungen liegenden US-Bauausgaben im November für sich genommen zwar nur ein relativ wenig bedeutendes positive Signal, doch hätten die Zahlen die allgemeine Einschätzung der Konjunkturentwicklung bestätigt, so der Kommentar eines Marktbeobachters.
Das Blue-Chips-Barometer Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr um 0,14% höher bei 6'502,91 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewinnt um 0,27% auf 1'030,03 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,14% auf 5'850,39 Punkte.
Aus charttechnischer Sicht hat der SMI Ende der vergangenen Woche den seit drei Wochen gültigen, kurzfristigen Seitwärtstrend verlassen. Aus einer dabei entstandenden Überverkauft-Situation startete der Index gestern eine Gegenbewegung, schreiben die Charttechniker der Deutschen Bank in einem Kommentar. Aktuell befinde sich der SMI zwischen den zwei wichtigen Marken 6535/40 und 6450/60. Durchbreche der Index eine dieser zwei Zonen, würde dies im Mehrtages-Bereich prozyklische Impulse in die jeweilige Richtung auslösen, heisst es weiter.
Unternehmensnews sind weiterhin Mangelware. Die prozentual grössen Kursgewinne erzielen zyklische Valoren und Finanzwerte. Zuoberst auf der SMI/SLI-Gewinnerliste stehen ohne News Syngenta (+2,4%).
Transocean (+1,0%) würden davon profitieren, dass die US-Behörden erstmals nach der Ölpest im Golf von Mexiko wieder im grossen Stil Bohrungen zulassen wollen. Die Regierung wolle für 13 Unternehmen den Weg frei machen, ihre Bohrungen fortzusetzen, die im zurückliegenden Frühjahr wegen der Umweltkatastrophe gestoppt werden mussten, teilte das Innenministerium in Washington gestern Montag mit.
Danach folgen Finanzvaloren. So legen CS (+1,0% auf 38,44 CHF) und UBS (+0,5% auf 15,65 CHF) deutlicher zu. In diesen Titeln hat zwar die Deutsche Bank die Kursziele etwas zurück genommen auf 46 von 48 CHF bzw. 18 von 21 CHF, doch besteht weiterhin beträchtliches Aufwärtspotenzial. Julius Bär (+0,7%) notieren ebenfalls höher.
Weiter legen auch ZFS (+0,6%), Swiss Re (+0,5%) oder Bâloise (+0,4%) etwas deutlicher zu. Swiss Life (-0,6%) verlieren hingegen. In Swiss Re (Vortag +2,4%) wird teils die jüngste Kurssteigerung als ungerechtfertigt angesehen und zur Zurückhaltung geraten.
Weitere grössere Gewinner sind Logitech (+0,9%) im Zuge einer technischen Reaktion, Kühne+Nagel (+0,7%), ABB (+0,6%), Adecco (+0,5%) oder Holcim (+0,4%).
Richemont (-0,5%) und Swatch (-1,5%) werden hingegen veräussert. Die beiden Luxusgütertitel gehörten zu den grössten Kursgewinnern im SMI/SLI im vergangenen Jahr. Actelion (-0,6%) verlieren vor allem im Zuge einer technischen Reaktion.
Die defensiven Indexschwergewichte Nestlé (-0,4%) und Novartis (-0,1%) begrenzen die Avancen im SMI jedoch. Roche (+0,2%) notieren gut gehalten.
Swisscom (unverändert) sieht sich vertieften Untersuchungen der Glasfasernetz-Kooperationen in St. Gallen und im Kanton Freiburg durch die Weko gegenüber.
Wenig News gibt es auch aus dem breiten Markt. Die Jungfraubahn (unverändert) hat für das vergangene Jahr gestiegene Passagierzahlen gemeldet. Auch die Wintersaison laufe bisher etwas besser als im Vorjahr.
Weiterhin gesucht sind auch hier konjunktursensitive Titel wie Micronas (+6,7%), OC Oerlikon (+3,7%), Burckhardt (+2,9%), LEM (+2,6%) oder AFG (+2,2%).
Deutlich im Angebot liegen hingegen u.a. Edipresse (-6,2%) oder Swissmetal (-4,3%).
rt/cf

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