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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montagmorgen etwas fester eröffnet, ist in der Folge aber schnell wieder auf das Schlussniveau vom vergangenen Freitag zurückgefallen. SGS haben am Morgen die Berichtsaison der Schweizer Bluechips mit soliden Zahlen im Rahmen der Erwartungen begonnen und zieren die Spitze der SMI/SLI-Unternehmen. Gar besser als erwartet schnitt Richemont mit den Umsatzdaten zum dritten Quartal ab. Hier kommt es nach der starken Entwicklung der Aktie in den beiden Vorjahren und auch vergangene Woche im Vorfeld dieser Daten aber zu Gewinnmitnahmen.
Die Vorgaben aus den USA sind freundlich, zumal die US-Börsen am Freitag nach Börsenschluss in Europa noch einmal etwas zugelegt hatten. Allerdings werden am Montag wegen des Martin Luther King-Days die US-Märkte geschlossen bleiben und somit keine Impulse liefern. Im weiteren Verlauf der Woche werden in den USA unter anderem zahlreiche Banken Zahlen präsentieren, was sich dann auch auf die Performance von CS und UBS auswirken könnte. In Asien tendierten die Börsen zum Wochenbeginn uneinheitlich. Einzig in Japan ergab sich dabei ein minimes Plus.
Der Swiss Market Index (SMI) verzeichnet um 09.30 Uhr ein Plus von 0,06% und steht bei 6'560,26 Punkten und der breite Swiss Performance Index (SPI) legt 0,03% auf 5'890,25 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) geht dagegen um 0,12% auf 1'047,07 Punkte zurück.
Zuoberst im SMI/SLI präsentieren sich SGS (+1,5%). Das Unternehmen hat mit dem Ausweis für das Geschäftsjahr 2010 die Erwartungen ziemlich genau getroffen. Die Analysten äussern sich in der Tendenz positiv. Die ZKB spricht in einem Kommentar von einem soliden Ergebnis. Beeindruckend sei vor allem die nochmalige Margenverbesserung auf ein neues Rekordniveau gewesen. Etwas zurückhaltender wird der Umsatz beurteilt.
Knapp dahinter folgen Roche (+1,2%). Das Unternehmen hat am Morgen mit Alan Hippe einen neuen Finanzchef präsentiert. Er wird den auf Ende März 2011 zurücktretenden Erich Hunziker ersetzen. Die ZKB bezeichnet Hippe als gute Wahl, der Einfluss auf den Genussschein von Roche dürfte aber neutral sein.
Guten Gewinn verzeichnen auch Transocean (+1,0%), Synthes (+0,8%) oder Petroplus (+0,7%).
Auf der Gegenseite stehen Richemont (-2,7%) am stärksten unter Druck. Die am Morgen vorgelegten Umsatzdaten für das dritte Quartal haben die Erwartungen zwar um mehr als 5% übertroffen. Da das Papier in den vergangenen beiden Jahren und auch in der Vorwoche im Vorfeld dieser Umsatzzahlen sehr gut gelaufen ist, kommt es nun zu Gewinnmitnahmen. Zudem wurde nach guten Zahlen der Konkurrentin Tiffany am Markt bereits in der Vorwoche darüber spekuliert, dass das Wachstum von Richemont über der 30%-Marke liegen könnte.
Etwas mehr als 1% verlieren Julius Bär, Swatch, Holcim und Bâloise, um je 0,9% verbilligen sich Swiss Life und Swiss Re.
CS (-0,2%) liegen im breiten Mittelfeld. Urs Rohner, der designierte VR-Präsident der Credit Suisse, hatte in einem Interview mit der Sonntagspresse das Eigenkapitalrendite-Ziel von 18% bestätigt. Zu den Gesamteinnahmen des Instituts sollen gemäss Rohner die Bereiche Private Banking und Asset Management "mehr als 50%" beisteuern.
Auch Kühne+Nagel (unverändert) zeigen sich nach der Ankündigung dreier kleinerer Akquisitionen in Südamerika unauffällig.
Im breiten Markt springen Feintool auf 351 CHF von 315 CHF am Freitagabend markant nach oben. Am Morgen hatte Michael Pieper über seine Beteiligungsgesellschaft Artemis ein Übernahmeangebot über 350 CHF je Aktie lanciert. Dieses wurde fällig, weil er mit einer Beteiligung von 33% die Schwelle von einem Drittel der Aktie erreicht hatte.
Sulzer verzeichnen ein Plus von 0,8%. Sulzer wurde in einem Bericht des "WSJE" als mögliches Übernahmeziel der schottischen Weir Group genannt, was etwas Fantasie in die Aktie bringen könnte.
Huber+Suhner geben dagegen mit einem Minus von 2,0% klar nach. Der am Morgen publizierte Umsatz lag zwar über den Erwartungen der Analysten, der Auftragseingang dagegen eher am unteren Ende der Prognosen. Huber+Suhner bewegen sich im Bereich eines Zwei-Jahreshochs, weshalb das Potential nach oben derzeit wohl etwas limitiert ist. Analysten sprechen von einer anhaltend dynamischen Entwicklung, sorgen sich aber im Hinblick auf die Publikation des Geschäftsergebnisses um den Einfluss der Wechselkurse.
StarragHeckert hat am Wochenende eine grössere Akquisition in Deutschland angekündigt. Gehandelt sind die Aktien indes noch nicht.
Cicor (+2,8%) können im Nachgang zu einem Interview des CEO Roland Küpfer in der "Finanz und Wirtschaft" zulegen. "Der tiefe Euro belastet zwar das Ergebnis, doch trotzdem werden wir die Erwartungen der Investoren erfüllen", sagte CEO zum Geschäftsverlauf 2010.
cf/rt

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