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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit deutlich tieferen Notierungen in den Handelstag gestartet und folgt damit den Handelsplätzen Asiens nach unten. Die Börsianer wurden am Morgen von neuerlichen Nachbeben in Japan aufgeschreckt. Zudem hat die Atomaufsichtsbehörde die Gefahr des Störfalls im Kraftwerk Fukushima auf die Einstufung 7 angehoben, was bisher nur die schwere Tschernobyl-Katastrophe hatte.
Ferner ist die US-Berichtssaison, die traditionell von Alcoa eröffnet wurde, nicht ganz so gut angerollt wie erhofft. Zwar hat der Aluminiumkonzern bei einem Umsatzanstieg die Rückkehr in die Gewinnzone gemeldet, die Aktie sank dennoch nachbörslich um 3%. Anleger zeigten sich enttäuscht vom Umsatzwachstum sowie der Marge. Damit sei das Thema Ölpreisanstieg nun auch bei den Unternehmen angekommen, sagten Beobachter mit Blick auf die Margenverengung.
Neben der aktuellen Nachrichtenlage dürften am Nachmittag insbesondere die Daten der US-Handelsbilanz den weiteren Tagestrend beeinflussen.
Der Swiss Market Index (SMI) fällt bis um 9.30 Uhr um 0,65% auf 6'397,97 Zähler. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,83% auf 1'021,23 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,65% auf 5'836,46 Punkte nach.
Der IWF hat seine Wachstumsprognosen für die USA und Japan gesenkt. Das belastet insbesondere konjunktursensitive Papiere wie ABB (-1,0%), Richemont (-1,5%), Swatch (-1,1%), Clariant (-1,1%) sowie Logitech (-1,0%). Noch deutlicher nach unten geht es mit den Aktien der in der Ölindustrie tätigen Unternehmen Weatherford (-2,8%) und Transocean (-2,5%). Hier hinterlasse der zuletzt gefallene Ölpreis Spuren, sagten Beobachter.
Unterschiedlich stark fallen die Abgaben bei den Finanzwerten aus: Während Swiss Re um 1,5% und Credit Suisse um 1,2% sinken, geben ZFS (-0,3%) und UBS (-0,6%) deutlich weniger Terrain preis. Letztere wurde von US-Behörden zu einer Busse von 2,5 Mio USD und einer Entschädigungszahlung von 8,25 Mio verknurrt. Die Bank habe Investoren beim Verkauf von Papieren der amerikanischen Bank Lehman Brothers falsch informiert, so die Anschuldigungen.
Auch in der Schweiz rollt die Berichtssaison an - in dieser Woche werden bei den Blue Chips Lonza (-1,2%), Roche (-0,4%), Nestlé (-0,1%) und Syngenta (-0,8%) mit Angaben zum ersten Jahresviertel aufwarten.
Mit einem Kursplus können bei den Blue Chips derzeit einzig Nobel Biocare (+0,6%) aufwarten. Analysten verweisen auf die Zahlen des Mitbewerbers Biomet, der ein Umsatzwachstum von 6% in Lokalwährungen gezeigt habe. Dies zeuge von einer gewissen Erstarkung der Dynamik, so die Experten. Die im breiten Markt zu findenden Aktien des anderen hiesigen Dentalimplantateherstellers Straumann notieren 0,1% fester.
Etwas weniger positiv sind die Rückschlüsse von Biomet auf Synthes (Aktie: -0,2%). In dem für Synthes relevanten Bereich Spine erzielte der US-Konzern nur ein geringes Umsatzwachstum von 1% in LW, was zeige, dass dieser Markt noch nicht wieder an Dynamik zurückgewonnen habe.
Hierzulande legten mit Sika (+0,6%), Bossard (-1,2%), Loeb, Orell Füssli (beide ungehandelt), Tamedia (+3,0%), Valartis (-4,8%) und Vaudoise (+0,8%) einige Unternehmen aus dem breiten Markt Zahlen vor, teils für das erste Quartal 2011.
So hat beispielsweise die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin Sika mit dem publizierten Umsatz die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen, jedoch gleichzeitig vor der anspruchsvollen Situation bei den wichtigen Rohmaterialien gewarnt. Die Rohmaterialpreise würden auf die Margen drücken, da sich die höheren Materialkosten nur verzögert an den Markt weitergeben liessen, hiess es.
Das Verlagshaus Tamedia rückt mit dem Ansinnen, die Radio- und TV-Aktivitäten zu verkaufen, in den Fokus der Anleger. 2010 hat der Verlag ein Glanzresultat hingelegt. Die Analysten zeigen sich vom Erfolg der Multimedia-Strategie sowie der Kostendisziplin überzeugt.
ra/uh

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