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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag vor dem Hintergrund der Ägypten-Krise mit schwacher Tendenz den Handel aufgenommen. Die US-Börsen verbuchten bereits am Freitag wegen der gewaltsamen Unruhen in dem arabischen Land einen deutlichen Kurseinbruch. Die angespannte Lage in Ägypten und anderen Maghreb-Staaten belastete auch die Börse in Japan, die mit schwacher Tendenz schloss. Der neuerliche Anstieg des Schweizer Frankens ist ebenfalls ein Ausdruck des Sicherheitsbedürfnisses der Anleger.
Gegen 9.30 Uhr steht der SMI um 0,66% tiefer bei 6'585,20 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,82% auf 1'034,11 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,54% auf 5'823,44 Punkte.
Deutlich nach unten geht es bei Swatch (-2,1%). Exane BNP Paribas senkt das Anlagerating auf "Underperform" von "Neutral". Die Titel seien zwar nach dem jüngsten Rückschlag nicht teuer, auf relativer Basis zum Sektor erscheine es aber wenig wahrscheinlich, dass das Momentum für die Aktien so unterstützend bleibe wie in der Vergangenheit. Branchennachbar Richemont verbilligen sich um 1,6%.
Die Finanztitel, die bereits am Freitag schwach geschlossen hatten, verbuchen ausnahmslos Verluste. UBS (-1,7%), CS (-0,8%) und Julius Bär (-0,6%) stehen im Minus, da die Sorgen vor einer Wiederbelebung der Staatsfinanzkrise auch wieder eine Rolle spielt, wie es heisst. Die Assekuranztitel ZFS (-0,9%) und Swiss Re (-0,4%) können sich dem negativen Trend ebensowenig entziehen.
Auch das Indexschwergewicht Nestlé (-0,2% auf 51,25 CHF) belastet den Markt. ING senkt das Kursziel auf 58,50 von 61,00 CHF. Die Analysten verringern im Vorfeld der Ergebnispublikation 2010 die EPS-Schätzungen 2011 und 2012 um 5%. Die Anpassung erfolge in erster Linie vor dem Hintergrund der Wechselkursentwicklung, schreiben die Analysten.
Die zyklischen Titel Holcim (-1,5%) und ABB (-1,5%) stehen auch auf der Verliererseite. Noch schwächer tendieren Petroplus (-2,6%). Transocean (-0,5%) notieren mit geringeren Abschlägen.
Auf der Gewinnerseite zeigen sich bei den Blue Chips lediglich Lonza (+0,7% auf 73,30 CHF) und Novartis (+0,1%). Merrill Lynch erhöht das Anlagerating für Lonza auf "Buy" von bisher "Underperform". Das Kursziel heben die Analysten auf 81 (70) CHF an. Nach Ansicht der Experten reflektiert der gegenwärtige Aktienkurs nach dem Rückschlag von 20% seit Oktober ein geringes Risiko für Rückstufungen der Konsensprognosen. Der Kurs dürfte damit Boden gefunden haben, heisst es.
Novartis meldete am Morgen von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für den Einsatz des Meningokokken-Impfstoffs Menveo für Kinder über 2 Jahren erhalten zu haben. Eine Absage erteilte die FDA dagegen dem Einsatz des Impfstoffs bei Kleinkindern. Die ZKB geht weiter von sukzessiven Zulassungen für Menveo aus und schätzen ein Umsatzpotenzial von 2 Mrd USD im Jahr 2015.
Bei den Nebenwerten stehen die Titel der ägyptischen Orascom (-2,3%) mit den politischen Verwerfungen in Kairo im Blick der Anleger. Am Freitag gaben die Aktien 6,8% nach. Orascom generiert einen grossen Teil des Umsatzes in Ägypten. Die ZKB stuft derweil die Titel auf "Marktgewichten" von zuvor "Übergewichten" herab. Das Ende und der Ausgang der politischen Unruhen in Ägypten sei momentan nicht absehbar, schreibt die Bank.
Der Reiseveranstalter Kuoni (-1,7%) wird in den Strudel der Ägypten-Krise gezogen und gibt 1,8% nach. Die Lage in den Tourismusgebieten in Ägypten wird derzeit noch als ruhig beschrieben und viele Länder haben Reisewarnung ausgesprochen.
Kaba (+0,5%) veräussert das Geschäftssegment Door Automation an die japanische Nabtesco Gruppe. Kaba hat aus Sicht der ZKB den erwarteten Verkauf von Door Automation zu einem etwas besser als erwarteten Preis angekündigt. Damit werde das Profitabilitätsprofil der Gruppe weiter verbessert.
Die deutlichsten Verlierer sind GNR (-5,1%) und u-blox (-2,5%). Auf der Gewinnerseite stehen dagegen CKW (+3,2%) und Mindset (+2,0%).
ps/ra

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